Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Jubiläum der ehrenamtlichen Ersthelfer

Seit 20 Jahren „Helfer vor Ort“ in Töging

Bei der Jubiläumsfeier konnten stellvertretender Bereitschaftsleiter Daniel Hank, Sanitäter Bastian Stahlschmid, HvO Mitglied Christian Engleder, Nachwuchskraft Eva Thaler, Andrea und Fachsanitäter Sven Christoph am Sonntag viele Menschen, die sich für die Arbeit der Helfer vor Ort interessieren, begrüßen. (von links)
+
Bei der Jubiläumsfeier konnten stellvertretender Bereitschaftsleiter Daniel Hank, Sanitäter Bastian Stahlschmid, HvO Mitglied Christian Engleder, Nachwuchskraft Eva Thaler, Andrea und Fachsanitäter Sven Christoph am Sonntag viele Menschen, die sich für die Arbeit der Helfer vor Ort interessieren, begrüßen. (von links)
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
    schließen

Anfangs finanzierten die Helfer vor Ort alles selbst. Nach fünf Jahren wurde ein Förderverein gegründet, der das Ehrenamt unterstützt. Bei der Jubiläumsfeier wird deutlich gemacht, wie wichtig die Arbeit der Freiwilligen ist

Töging - Vor 20 Jahren gründeten sich in Töging die „Helfer vor Ort“ (HvO). Nur fünf Jahre später kam dann ein eigener Förderverein dazu, der die Ehrenamtlichen unterstützte. „Am Anfang war das alles aus eigener Tasche finanziert“, erinnert der Fördervereinsvorsitzende Christian Snoppek bei der Jubiläumsfeier am Sonntag im Bereitschaftszentrum Töging.

Derzeit fahren die HvO im Schnitt jährlich fast 300 Einsätze in Töging sowie den Gemeinden Niederbergkirchen, Erharting und Teilen von Winhöring. „Der Rettungswagen braucht aus Altötting neun Minuten nach Töging. Wir haben es zwar nie gemessen, aber wir sind nach vielleicht zwei da.“, verdeutlicht der stellvertretende Bereitschaftsleiter Daniel Hank die Leistung seiner Helfer vor Ort. Bei Einsätzen werden sie von der Leitstelle in Traunstein gleichzeitig mit dem Rettungsdienst alarmiert.

Bereitschaftszeiten sind enorm

Was für einen außergewöhnlichen Dienst die Helfer vor Ort leisten, wird wohl erst klar, wenn man sich ihre Bereitschaftszeiten anschaut, wochentags von 18 bis sechs Uhr in der Früh und an den Wochenenden sogar rund um die Uhr. „Wir haben ja auch Job und Familie“, gibt Fachsanitäter Sven Christoph zu bedenken, „die müssen da auch mitspielen.“. In seinem Fall ist es jedenfalls so, denn auch seine Frau Andrea ist voll von der Sache überzeugt, auch sie macht momentan die nötigen Fortbildungen, um selbst einmal Schichten übernehmen zu können.

„Alle von uns haben mindestens eine Sanitätsausbildung“, betont Christian Engleder, der schon lange bei den HvO aktiv ist. Er selbst hat sich darüber hinaus noch weitergebildet und gehört zum Krisen-Interventions-Team. Bei Bedarf leistet er bei den Einsätzen „psychosoziale Notfallversorgung“. Schließlich geht es nicht selten auch darum, während eines Einsatzes Angehörige zu beruhigen. Manchmal brauchen aber auch die eigenen Kameraden Trost.

Fähige Mitglieder werden gesucht

Wie viele Freiwilligenorganisationen suchen auch die Töginger Helfer vor Ort immer nach fähigen Mitgliedern. „Viele fangen hier an und machen die Ausbildungen, doch dann kommt das Studium oder was anderes. Dann sind sie weg“, bedauert der stellvertretende Bereitschaftsleiter Daniel Hank. Aktuell sind es in Töging nur acht ausreichend Qualifizierte, die sich die Schichten untereinander aufteilen.

Doch auch Eva Thaler will künftig mehr Verantwortung bei den Helfern vor Ort übernehmen. Die Nachwuchskraft kommt vom örtlichen Jugendrotkreuz und war schon bei einigen Einsätzen dabei. „Zum Einlernen übernachten wir auch mal hier in der Wache“, erklärt Sven Christoph. Üblicherweise nehmen die Ehrenamtlichen für ihre Schicht ein Einsatzfahrzeug mit nach Hause.

„Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute“, so Daniel Hank. Seit der Auflösung der BRK-Bereitschaft in Kirchweidach im vergangenen Jahr verfügen die Helfer vor Ort sogar über zwei Fahrzeuge, neben einem Kombi auch über einen VW-Transporter. „Die notwendigen Umbauten am Bus hat allein der Förderverein finanziert“, betont Christian Snoppek. Seither können sie schneller zu zweit vor Ort sein und auch umfangreichere Aufgaben übernommen werden. „Bei Schlaganfällen kommt kein Notarzt mehr dazu“, erklärt Sanitäter Bastian Stahlschmidt.

Defibrillatoren müssen erneuert werden

Das jährliche Budget beläuft sich auf etwa 30 000 Euro, denn Funkanlagen, Piepser, Diensthandys oder Defibrillatoren müssen die Ehrenamtlichen selbst in Schuss halten. Zwar stellt der BRK-Kreisverband benötigte Verbrauchsmaterialien zur Verfügung, doch dass es nicht ganz so einfach ist, wird an einem aktuellen Beispiel deutlich. „Künftig müssen die Rettungsdienste in Bayern neue Defibrillatoren haben“, erklärt Daniel Hank.

Zwar seien die alten Geräte völlig in Ordnung, doch habe bei der letzten Ausschreibung des Ministeriums das Modell eines anderen Herstellers gewonnen. Irgendwann wird es also keine passenden Kontaktpads mehr für die alten Geräte geben, die nach jedem Einsatz erneuert werden. Daher werden die Helfer vor Ort früher oder später mit dem Rettungsdienst gleichziehen müssen. Für die neuen Defibrillatoren, die rund 5000 Euro kosten, wird dann wieder der Förderverein aufkommen.

Mehr zum Thema

Kommentare