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Corona-Pandemie und Schule

Schulstart mit vielen flexiblen Lösungen im Landkreis Mühldorf

„Wie alt ist die kleine Hexe?“ Die Finger schnellen nach oben: 127 Jahre. Das wissen die Kinder der Klasse 1c von Eva Senninger. In der Grundschule Mühldorf hat der Präsenzunterricht bereits in der Woche vor Pfingsten begonnen. Seit gestern sind wieder alle Kinder und Jugendlichen in den Schulhäusern.
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„Wie alt ist die kleine Hexe?“ Die Finger schnellen nach oben: 127 Jahre. Das wissen die Kinder der Klasse 1c von Eva Senninger. In der Grundschule Mühldorf hat der Präsenzunterricht bereits in der Woche vor Pfingsten begonnen. Seit gestern sind wieder alle Kinder und Jugendlichen in den Schulhäusern.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Die lange Zeit des Distanzunterrichts an den Schulen im Landkreis Mühldorf ist zu Ende. Mehrere 1000 Schüler und Lehrer trafen sich zum ersten Mal seit Wochen wieder persönlich.

Mühldorf/Waldkraiburg – Als der Schul-Gong im Ruperti-Gymnasium in Mühldorf gestern um 7.50 Uhr zur ersten Stunde schlägt, sind noch einige Schüler auf den Gängen unterwegs. „Das gab es sonst nicht“, sagt Direktorin Daniela Raith und lacht. Denn schon kurze Zeit später sei vom Neuanfang in den Schulen nur noch wenig zu spüren gewesen, rasche Rückkehr in den Normalbetrieb. „Ich bin überrascht, wie schnell sich alle aklimatisiert haben.“

Alle Schüler sind gekommen

Nach ihrer ersten Einschützung sind tatsächlich alle der 776 Schüler gekommen. Wer aus Sicherheitsgründen zu Hause bleiben will, darf das. „Ich könnte verstehen, wenn Kinder aus Risikofamilien nicht kommen.“ Raith vermutet, dass die Familienmitglieder aber inzwischen so weit geimpft sind, dass die Kinder zur Schule gehen können.

Keine Test- und Maskenverweigerer

Ansonsten viele Keins im Gymnasium: kein positiver Coronatest, keine Testverweigerer, keine Maskenverweigerer am gestrigen Tag.

Auch interessant: Im Kreis Mühldorf testen sich Schüler selbst auf Corona, Schulleiter fürchten dennoch Risiken

Zu denen, die gestern in ihre Schule zurückkehrten, gehört Eva Dichtl. Ein lockerer Einstieg war es nicht: „Man schon am ersten Tag gemerkt: Die Lehrer ziehen jetzt voll durch!“ Dafür zeigt die 14-Jährige zwar Verständnis, „weil sie ja noch Noten brauchen!“ Aber das sei in den verbleibenden Schulwochen mit Stress verbunden, den man vom Homeschooling so nicht mehr kannte.

Musikunterricht unter Bäumen

Die Schulen habe sich jedenfalls vorbereitet. „Es gibt nichts Gruseligeres als ein leeres Schulhaus“, sagt Dr. Simon Dörr, Leiter der Grund- und Mittelschule Buchbach. Damit das nicht wieder kommt, hat er drei Außenklassenzimmer geschaffen. Drei schattige Plätzen seien komplett mit Tischen, Bänken, Tafel und Stromanschluss ausgestattet. Dort könne beispielsweise Musikunterricht stattfinden, denn Singen sei in den Klassenzimmern nach wie vor nur mit Maske möglich.

Mehr zum Thema Kinder und Corona lesen Sie hier: Corona bringt Kinder an Grenzen – So können Familien die Krise überstehen

Greta Immenroth trägt dazu bei, dass die Klassenzimmer nicht mehr gruselig sind. Die Sechsjährige geht in die Beethoven-Schule in Waldkraiburg, Schluss mit Distanzunterricht. „Ein paar Aufgaben habe ich da nicht verstanden“, sagt sie. „In der Klasse versteht man das besser.“ Für Erstklässler sei Distanzunterricht „wahnsinnig schwer“, bestätigt ihre Mama Anita. Bei den Videokonferenzen bleibe einiges auf der Strecke.

Hoffnung, dass nicht wieder zugesperrt wird

So geht es auch Manfred Bock aus Aschau. „Ich hoffe, dass jetzt alles wieder seinen geregelten Gang geht.“ Sein Sohn besucht die neunte Klasse der Realschule. „Seit 2. November war er nur drei Tage im Unterricht. Zuerst war er positiv, danach die Klasse, dann war die Schule zu.“ Das habe dem 15-Jährigen zugesetzt. „Homeschooling hat ihm nicht getaugt.“ Dabei sei der Online-Unterricht an der Realschule Waldkraiburg gut abgelaufen.

In manchen Fächern noch keine Noten

Manfred Bock treibt eine Sorge um: „Ich hätte gerne die Sicherheit, dass mein Sohn mit gutem Gewissen in die Abschlussklasse gehen kann.“ Derzeit könne er das nicht abschätzen. „Im Halbjahreszeugnis hatte er in zwei Fächern noch gar keine Note. Defizite fürchtet auch Birgit Kozel, deren drei Kinder aufs Waldkraiburger Gymnasium gehen. Im Homeschooling habe es weder tägliches Abfragen noch Schulaufgaben gegeben, was zu Defiziten führen könnte.

Lesen Sie auch: Ärzte und Eltern in Mühldorf bei Corona-Impfung für Kinder skeptisch

Die Corona-Sorge spielt bei Eltern und Kindern offensichtlich eine kleinere Rolle, dafür treibt das Thema die Schulen um. Die Grundschule in Mühldorf profitiere davon, dass sie so groß sei, sagt Schulleiter Martin Wiedenmannott. Damit könnten Klassen auf zwei Räume verteilt werden. „Wir nutzen auch Aula und Turnhalle.“ Die Schule verfüge über genügend Lehrkräfte, die Klassen können adäquat betreut werden.

Neustart ohne Probleme

Arbeit ja, Probleme nein: Auf diesen Nenner bringt Schulamtsleiter Hans Wax seine Bilanz des ersten Schultags. „Es hat bei einzelnen Schulen viel Arbeit gegeben, die Klassenzimmer aus den Turnhallen wieder zurückzuverlegen“, sagt er. „Aber wir sind ohne große Probleme in den Schulalltag gestartet.“ 6000 Schülerinnen und Schüler sind nach seinen Angaben gestern in die Grund- und Mittelschulen gekommen.

Impfstatistik für Lehrer gibt es nicht

Eine genaue Statistik, wie viele Lehrer geimpft sind, gibt es nicht. Nach Einschätzung von Gymnasiumsdirektorin Raith hat die Impfpolitik des Landkreises, die sie phänomenal nennt, dazu geführt, dass alle Lehrer ein Impfangebot hatten. „Wir haben sämtliche zur Verfügung stehenden Kanäle dafür genutzt“, sagt sie über ihre Schule.

Wieder früher aufstehen

Für Achtklässlerin Eva Dichtl war der Tag ungewohnt lang. Zum digitalen Unterricht sei sie, um 7.30 Uhr aus dem Bett gekrochen. „Jetzt muss ich um 6.30 Uhr aus den Federn!“ Aber, sagt sie, so viel mache ihr das jetzt auch nicht aus.

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