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Reaktionen von Lehrern und Familien

Geschlossene Schulen und Kitas im Kreis Mühldorf: Betroffene hätten sich andere Lösung gewünscht

Bis auf Weiteres stehen die Stühle in den Schulen im Landkreis Mühldorf wieder oben. (Symbolfoto)
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Bis auf Weiteres stehen die Stühle in den Schulen im Landkreis Mühldorf wieder oben. (Symbolfoto)
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Nur wenige Tage waren die Schulen und Kitas im Landkreis Mühldorf offen. Dann die Hiobsbotschaft: Die Corona-Inzidenz liegt jenseits der wichtigen Marke von 100. Landrat Heimerl wollte die Schulen offen halten. Am Montag (1. März) kam die Ernüchterung. Alles schließt.

Landkreis Mühldorf – Bedauern ist aus den Grundschulen im Landkreis zu vernehmen. Beate Waldinger-Keindl, Schulleiterin der Grundschule in Mößling, hat gleich am Montagmorgen reagiert und Briefe verfasst, um die Eltern umgehend über die Schließung zu unterrichten. „Wir haben uns an die Vorgaben zu halten“, sagt sie, bleibt dabei aber zuversichtlich. „Homeschooling ersetzt zwar in keiner Weise den Präsenzunterricht, doch bislang hat das sehr gut funktioniert.“

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Ines Krusche, Leiterin der Grundschule in Neumarkt-St. Veit, kam erst Montagmittag dazu, die Schulschließung zu kommunizieren, weil sie vorher noch Unterricht zu halten hatte. Nun müsse alles schnell gehen, dennoch werde erst am Dienstag klar sein, wer alles die Notbetreuung in Anspruch nimmt. „Für die Kinder ist die erneute Schließung natürlich schlecht. Sie waren lange weg, nutzten die ersten Tage, um wieder in der Schule anzukommen. Das hat alles geklappt. Und jetzt ist wieder abrupt Schluss.“ Für Lehrer und Schüler sei die Situation nicht leicht, „weil einfach die Planungssicherheit fehlt“.

Sollte der Inzidenzwert wieder unter die 100er-Marke fallen, dürfen die Kinder am nächsten Tag zurück in die Schule. Zumindest dieser Tatsache kann Lydia Partsch, Leiterin der Graslitzer-Grundschule in Waldkraiburg, etwas abgewinnen.

Riesige Enttäuschung auch unter den Kindern

„Ich bin optimistisch, dass wir am Freitag den Schülern ihre Zeugnisse geben können.“ Sie hätte sich ein bisschen mehr Spielraum erhofft, sodass die Schulen nicht sofort wieder schließen müssen. „Kinder, aber auch die Lehrer brauchen Struktur und Regelmäßigkeit. Das soziale Netzwerk muss funktionieren.“

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Drei Töchter hat Franz Heigl aus Neumarkt-St. Veit. Die Jüngste, eine Erstklässlerin, durfte seit vergangener Woche wieder in die Schule. „Überglücklich war sie. Umso größer war die Enttäuschung, als sie mit der Nachricht nach Hause kam, dass ab Dienstag wieder Homeschooling ist.“

Homeschooling mit mieser Internetverbindung

Für die Heigls bedeutet das: Alle Kinder daheim. Die müssen sich in Bernloh mit einer schlechten Internetverbindung rumschlagen. Und Franz Heigl ist wütend. Die aktuellen Corona-Fallzahlen hätten gezeigt: „Kinder sind nicht die Pandemie-Treiber. Sie halten Abstände in Bussen und in den Klassenräumen ein und tragen konsequent die Maske.“

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Heigl verweist auf das Ausbruchsgeschehen vergangene Woche in einer Firma. „Wenn dort alle Hygienerichtlinien eingehalten worden wären, gäbe es jetzt wohl kaum so viele Infizierte. Die Kinder sind die Leidtragenden“, ärgert er sich.

Angst vor den seelischen Folgen des Dauer-Lockdowns

Er gönne jedem Geschäft die Möglichkeit, wieder öffnen zu dürfen. Doch er habe kein Verständnis dafür, dass die Kinder daheim bleiben müssen. „Da fehlt mir die Ausgewogenheit“, beklagt der 45-Jährige – auch mit Blick auf Demonstrationen mit vielen hundert Teilnehmern, die genehmigt würden, obwohl nicht einmal die Abstände eingehalten werden.

Heigl befürchtet, dass die ständige Isolation psychische Folgen haben könnte. „Lieber bleibe ich selbst noch ein halbes Jahr daheim, aber die Kinder müssen in die Schule!“

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