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Tag der Handschrift am 23. Januar

Schönes Schreiben mit der Hand: Für Ampfingerin Karin Polzer ist Schrift mehr als nur Liebelei

Bei Karin Polzer wird auch die Schrift zum Kunstwerk.
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Bei Karin Polzer wird auch die Schrift zum Kunstwerk. Sie hat für sich die Kalligrafie entdeckt.
  • Rita Stettner
    VonRita Stettner
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Im digitalen Zeitalter gerät die Handschrift immer mehr in den Hintergrund. Doch schönes Schreiben kann viel mehr sein als nur eine Liebelei. Karin Polzer aus Salmanskirchen bei Ampfing hat die Kalligrafie für sich entdeckt.

Salmanskirchen/Ampfing - Heute wird dem Schreiben mit der Hand nicht mehr der Wert zugemessen, den er einst hatte. Im Alltag wird immer weniger mit der Hand geschrieben - vielleicht noch der Einkaufszettel oder eine Postkarte. Briefe werden jedoch hauptsächlich als E-Mails verschickt. Der Tag der Handschrift am 23. Januar will die Handschrift wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.

Wie wichtig ist Handschrift in Zeiten der Digitalisierung, fragt sich Karin Polzer. Sollen Kinder zuerst die Handschrift oder das Schreiben mit der Tastatur lernen? Schüler schreiben zwar in der Schule noch mit der Hand, jedoch die Schreibkompetenz nehme ab, sagt der Verband Bildung und Erziehung. Die Kinder bringen weniger motorische Fähigkeiten zum Erlernen des Schreibens mit. Sie bewegen sich weniger und spielen auch nicht mehr so oft draußen. Der Klettverschluss ersetzt die Schleife und statt zu malen, spielen viele Kinder häufiger am Computer oder Tablet.

Kognitiver und motorischer Prozess

„Schreiben lernen per Handschrift ist manchmal mühsam für unsere Kinder“, sagt Karin Polzer. Doch es sei die Mühe wert, denn: „Unser Gehirn kommt beim handschriftlichen Schreiben so richtig auf Trab. Es ist ein kognitiver und motorischer Prozess, der uns dabei hilft, uns besser an das Geschriebene zu erinnern.“ Indem man Buchstaben per Hand formt, würde man im Gehirn Gedächtnisspuren anlegen. Gleich vier Bereiche in beiden Gehirnhälften werden bei diesem Prozess, beansprucht. „Massive Verschaltungen im Gehirn“, die beim Tippen nicht zustande kommen. Die Bewegung beim Tippen stehe in keiner Beziehung zur Form der Buchstaben. Studien zeigen, dass Studenten, die nur über den Computer Mitschriften verfassten, schlechtere Noten erhielten als Studenten, die Stift und Papier für ihre Notizen verwendeten.

Für Karin Polzer ist die Schrift aber mehr als nur das bloße Schreiben. Als Kalligraphin liebt sie das Spielen mit verschiedenen Schreibwerkzeugen, Tinten und Farben. „Ich habe viel ausprobiert und habe dazu schon früh Erfahrungen mit verschiedensten Materialien, Farben und Techniken gesammelt. Mit meiner Handschrift habe ich seit ich denken kann, experimentiert und auch schon während der Schulzeit verschiedene Schreibstile mit unterschiedlichen Schreibwerkzeugen ausprobiert“, erzählt Karin Polzer. Wie es oft im Leben ist, kam Karin Polzer per Zufall zur Kalligraphie. 2009 verschenkte sie einen Kalligraphie-Workshop, und weil sich die Inhalte so interessant darstellten, meldete sie sich gleich mit an.

„Ich war so begeistert, dass ich von den Buchstaben bis heute nicht mehr loskam.“ Die traditionelle Kalligraphie lehrte sie, mit Feder und Tinte umzugehen und eröffnete ihr neue künstlerische Wege, durch verschiedene Schriften und Schreibwerkzeuge. „Zusammen mit meinen gesammelten Erfahrungen im Umgang mit Pinsel und Farbe und meiner Freude an schönen Texten entstehen meine Schriftbilder.“

Mehr als nur ein altes Kulturgut

Karin Polzer gibt das Schreiben viel, die Handschrift ist mehr als nur altes Kulturgut. Sie ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und eine bedeutende Grundkompetenz. „Handschriftliches Schreiben hilft, dass wir uns Dinge besser merken.“ Digitale Medien können zwar ein gutes ergänzendes Mittel sein, die Handschrift mit all ihren Vorzügen jedoch nicht ersetzen.

Erfreulicherweise interessieren sich laut Polzer wieder mehr Menschen für das Schreiben mit der Hand. Viele wünschen sich eine schönere Handschrift, denn eins ist klar: „Es gibt Bereiche, da ist die Handschrift wesentlicher Bestandteil der Botschaft und gleichzeitig ein Aushängeschild für die eigene Person.“ Ein handgeschriebener Brief, sagt mehr aus als eine E-Mail, ebenso eine persönlich gestaltete geschriebene Glückwunschkarte. In ihren Schreibkursen zeigt Karin Polzer unterschiedliche kalligraphische Schriften, die in Kombination mit der eigenen Handschrift dem Text noch mehr Ausdruck verleihen. In diesem Jahr bietet sie auch erstmals in ihrem Atelier in Salmanskirchen monatliche Kalligraphiekurse an. Wer sich eine tolle Schrift aneignen möchte, kann sich unter polzerkarin@web.de oder 0160 96704979 melden. Auch in der Ampfinger Künstlergalerie in der Münchnerstraße 4 zeigt sie, wie schön es ist, wieder selbst zu schreiben.

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