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WEITERE NUTZUNG DER KATHARINENKIRCHE

Schmuckstück in der Vorstadt

Neue Schindeln, saniertes Kreuz: Auch wenn der Turm der Katharinenkirche noch eingerüstet ist, sind die Fortschritte bei der Sanierung schon jetzt unübersehbar. Die Stadt Mühldorf plant zudem die Neugestaltung des Vorplatzes. ha

Mitte 2020 soll die Sanierung der Katharinenkirche abgeschlossen sein. Einen ersten Eindruck über den Fortschritt der Arbeiten können sich Besucher am Sonntag bei einem „Tag der offenen Tür“ machen.

Mühldorf – Über zehn Jahre herrschte Stillstand. Nichts bewegte sich in und um die Katharinenkirche in der Vorstadt. Wegen Einsturzgefahr durfte sie seit 2006 nicht mehr betreten werden. Nun hat der Verfall ein Ende: Seit Monaten laufen die Sanierungsarbeiten, besonders am Dach lässt sich gut erkennen, dass es vorangeht. „90 Prozent des Dachstuhls hatten die letzten 500 Jahre tatsächlich gut überstanden, der Rest wurde nun repariert und morsche Balken gegen neues Holz ausgetauscht“, sagt Dr. Ludwig Waldmann, Vorstandsmitglied im Förderverein Katharinenkirche.

Auch im Innenraum sind erste Fortschritte gut erkennbar. So ist das Stützgerüst inzwischen abgebaut, Zug- und Ringanker verhindern ein weiteres Auseinanderdriften der Gewölbemauern. Als nächstes werden die Risse im Mauerwerk verfüllt. „Zuletzt wurde das Anfang der 1950er-Jahre gemacht“, erzählt Waldmann. „Damals hatten die Druckwellen der Bombenangriffe 1945 deutliche Spuren hinterlassen.“

Noch viel weiter gehen die historischen Spuren im Außenputz zurück. So habe der Chefrestaurator Überreste vom Originalputz von 1482 entdeckt, sagt Waldmann. Mitte 2019 soll der neue Putz fertig aufgetragen sein, am Ende bekommt die Katharinenkirche einen weißen Kalkanstrich. „Das aktuelle Olivgrau stammt wohl aus den 1920er-Jahren, früher war die Kirche weiß.“

Während für die weitere Sanierung des Innenraums gerade die Ausschreibungen laufen, machen sich die Mitglieder des Fördervereins Gedanken um die Orgel. „Laut einer ersten Einschätzung ist sie zwar stark reparaturbedürftig, jedoch von wirklich guter Qualität“, sagt Waldmann. „Eine erste Kostenschätzung beträgt zwischen 50 000 und 70 000 Euro.“ Ob das Staatliche Hochbauamt die gesamte Summe übernimmt, steht laut Waldmann noch nicht fest.

Weil die Kirche keine Heizung besitzt, wird der Verein beheizte Sitzkissen anschaffen. „Wir rechnen mit Kosten in Höhe von rund 8000 Euro. Das könnten wird mithilfe von Sponsoren stemmen“, sagt Waldmann. Eine neue Einnahmequelle für den Verein sind bedruckte Dachschindeln, die beim „Tag der offenen Tür“ am Sonntag erstmals zum Kauf angeboten werden (siehe Infokasten). „Zum Glück konnten wir ein paar alte Dachziegel retten.“

Auch die historische Geschichte der Kirche will der Verein um seinen Vorsitzenden Georg Waldinger auf eigene Rechnung weiter verfolgen. So ist eine archäologische Untersuchung des Untergrunds mit Hilfe eines Georadars geplant, bevor die Kirchenbänke wieder eingebaut werden. Kostenpunkt: Rund 2000 Euro.

Bleibt die Frage, wofür die Kirche nach ihrer Fertigstellung Mitte 2020 genutzt werden kann. „Wir könnten uns sehr gut Hochzeiten, Taufen, aber auch kleine Kirchenkonzerte vorstellen“, sagt Waldmann – nicht ohne den Hinweis, dass es in diesem Punkt noch Gesprächsbedarf mit den Verantwortlichen der Stadtkirche gibt (siehe Infokasten). Dass sich der Aufwand und das ehrenamtliche Engagement lohnt, davon zeigten sich die Mitglieder des Fördervereins auf ihrer jüngsten Jahreshauptversammlung überzeugt. „Die Katharinenkirche ist ein Schmuckstück dieser Stadt“, sagt Dr. Ludwig Waldmann. „Und in zwei Jahren wird sie als solches auch wieder erkennbar sein.“

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