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Schmederer: alles auf Anfang

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Das Kaufhaus Schmederer hat eine Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Ziel sei die Umstrukturierung und der vollständige Erhalt des Kaufhauses – allerdings mit einem veränderten Konzept.

Mühldorf – Inhaber Christian Rädeke macht keinen Hehl daraus, dass das Kaufhaus unter Druck steht: „Wenn alles rosig wäre, bräuchte es die Sache nicht.“ Doch auch sein Haus leidet wie viele andere im sogenannten stationären Bekleidungshandel unter dem veränderten Verkaufsverhalten von Kunden. Die Modekette Gerry Weber hat wie Schmederer in diesen Tagen die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, K&L hat dies bereits im Herbst getan.

Geschäft soll bestehen bleiben

Das Ziel der jetzt beantragten Insolvenz in Eigenverantwortung ist laut Rädeke eindeutig. Es gehe nicht darum, den Laden abzuwickeln. „Ich will weitermachen“, betont er, der das Geschäft in dritter Generation führt. Weitermachen bedeutet aber vor allem: Umstrukturierung. Wie aus dem Warenhaus Schmederer vor Jahren das Bekleidungshaus geworden sei, so müsse jetzt ein neues Konzept erarbeitet werden. Wie eine neue Struktur aussehen wird und welches Angebot Schmederer künftig macht, ist laut Rädeke noch offen und solle im laufenden Verfahren erarbeitet werden.

Künftiges Angebot steht noch nicht fest

Bei dieser Umstrukturierung kommt das Insolvenzverfahren zu Hilfe, weil das Unternehmen Finanzhilfen vom Staat erhält. Durch das Instrument der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung allerdings in der Hand Rädekes, er muss sie nicht an einen Insolvenzverwalter abgeben. Mit zwei Kanzleien, der Rechtsanwaltskanzlei Spliedt aus Traunstein und Planer aus Landsberg stehen Rädeke dabei vom Gericht bestellte Unterstützer und Kontrolleure zur Seite.

Nach Angaben der Kanzlei Planer hat das Amtsgericht Mühldorf die Eigenverwaltung am vergangenen Montag bestätigt. Thomas Planer betonte in einer Mitteilung gestern: „Im Rahmen der Sanierung werden wir gemeinsam mit Geschäftsführer Christian Rädeke insbesondere das stationäre Konzept und die Kostenstrukturen des Modehauses genauer unter die Lupe nehmen und analysieren, wie wir diese zukunftsträchtig überarbeiten können.“ Der jetzt begonnene Prozess sei nicht „als das Ende des Modehauses Schmederer zu sehen, sondern vielmehr als Standortbestimmung und wichtiger Schritt hin zu einer Neuausrichtung“.

Das Familienunternehmen, das derzeit nach eigenen Angaben um die 50 Mitarbeiter beschäftigt, ist aufgrund einer überall zu beobachtenden Entwicklung im Einzelhandel in finanzielle Schieflage geraten und hat Umsatzrückgänge durch die wachsende Konkurrenz des Online-Handels zu verkraften.

Löhne sind gesichert

Planer sieht gute Chancen, dass am Ende des Verfahrens nicht die Schließung des Betriebs, sondern seine Fortdauer steht. „Der Beschluss des Amtsgerichts macht deutlich, dass unser Mandant nicht nur sanierungswürdig, sondern auch sanierungsfähig ist. Wenn wir jetzt alle an einem Strang ziehen und das Verfahren gemeinsam und stringent bestreiten, steht dem Modehaus Schmederer eine erfolgreiche Zukunft bevor.“ Durch die gerichtliche Anerkennung der Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt das Unternehmen laut Planer erhalten, die Löhne der letzten drei Monate seien gesichert.

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