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Schiffbruch im Steinernen Meer

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  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Nur selten findet das große und verwirrende Weltgeschehen Eingang in diese kleine, beschauliche Kolumne.

Dass es heute so ist, liegt am Hindukusch, der in den vergangenen Jahren bekanntlich einiges durcheinandergebracht hat.

Da gibt es einen Soldaten aus Mühldorf, der in der Zeitung erzählen wollte von Afghanistan. Allzu gerne hätte man erfahren, was er heute denkt, nachdem er sein Leben dort aufs Spiel gesetzt hat und jetzt alles wieder so ist wie vor 20 Jahren; dass er dort Kameraden hat leiden und sterben sehen; dass er vielleicht selbst getötet hat; dass jetzt scheinbar alles für die Katz ist und der Terrorstaat erneut zum Leben erwacht. Und wie es sich anfühlt, dass er vielleicht bald schon wieder ausrücken muss. Nach Mali zum Beispiel, wo es Menschen zu beschützen gilt gegen andere islamistische Terroristen. Er hätte darüber gesprochen.

Seine Einheit muss das natürlich wissen, also ein Anruf in Bad Reichenhall, dort ein Verweis auf das Einsatzführungskommando Schwielowsee. Da arbeitet im Führungsstab ein höchst beschäftigter Hauptmann. Keine Zeit, sagt er, er müsse sich um die Evakuierung aus Kabul kümmern. Das sei jetzt wichtig. Nun ja, wem sagt er das. Dann legt er auf. Bei der Brigade in Bad Reichenhall auch keine Zeit, ein Rückruf wird versprochen, der nie kommt. Über andere Kanäle wird klar, erst einmal gibt es Maulkörbe für alle Soldaten.

Und damit nur noch mehr Fragen, die sich der militärische Laie nicht beantworten kann. Zum Beispiel diese: Der Pressesprecher in der Hochstaufenkaserne ist ein Stabsbootsmann. Was macht so ein Schifferlfahrer eigentlich bei den Gebirgsjägern? Dass der Herr von der Küste Stress hat, wundert einen angesichts der steilen Reichenhaller Felsen nicht. Wie gerne hätte man ihm Hilfe angeboten, bevor seine Fregatte im Steinernen Meer Schiffbruch erleidet. Da könnte man ihn warnen, dass Teile dieser Einsatzregion wenn schon nicht feindliches Gebiet, so doch österreichisch sind. Aber er hatte ja leider gar keine Zeit.

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