Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Keine Masken mehr für Schüler

Runter mit der Maske, rein mit der Impfspritze - Corona in den Schulen im Landkreis Mühldorf

Abschied von der Maske: Noch tragen Schüler der 6b in der Mittelschule Neumarkt-St. Veit und Rektorin Angela Wimmer Masken. Ab Montag fällt der Coronaschutz weg.
+
Abschied von der Maske: Noch tragen Schüler der 6b in der Mittelschule Neumarkt-St. Veit und Rektorin Angela Wimmer Masken. Ab Montag fällt der Coronaschutz weg.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
    schließen

Erstmals seit Monaten gibt es für Kinder und Jugendliche in Schulen Erleichterungen. Sie müssen im Unterricht keine Masken mehr tragen. Elternvertreter und Schulleiter im Landkreis begrüßen die Maßnahme, Ärzte mahnen zur Vorsicht.

Mühldorf – Martina Hüttner ist Elternbeiratsvorsitzende an der Herzog-Heinrich-Mittelschule in Neumarkt-St. Veit. Sie erzählt, dass sie regelmäßig mit aufgebrachten Eltern konfrontiert gewesen sei, die Kritik an der Maskenpflicht geäußert hätten. „Die Kinder selbst haben die Maßnahme mitgetragen. Wenn man durchgefragt hat, hieß es, dass ihnen das Maskentragen nichts ausmacht.“

Ärztin blickt mit Sorge auf Enscheidung

Ihr Sohn Martin, der die siebte Klasse der Mittelschule besucht, sei die Maske gewohnt, würde sie sogar weitertragen. „Es geht grad Schnupfen und Magen-Darm rum. Er möchte sich damit nicht infizieren.“ Dass nach Ende der Sommerferien weiterhin das Tragen der Maske, auch im Klassenzimmer, gefordert war, versteht Hüttner. Verständnis angesichts der Reiserückkehrer am Ferienende.

Lesen Sie auch: Corona-Testverweigerer an Mühldorfer Schulen: Furcht davor, dass Schüler zurückbleiben

Alexander Ruß, Rektor der Franz-Liszt-Mittelschule in Waldkraiburg, akzeptiert jede Entscheidung. Grund zum Klagen wegen der Maskenpflicht gab es ohnehin nicht. „Die ersten Schulwochen sind gut gelaufen und es gab keine Beschwerden.“ Weder von Eltern noch von den Schülern.

Ärztin ist zurückhaltend

Dr. Cornelia Erat ist eher zurückhaltend. „Ich freue mich natürlich für die Kinder, für die es viel angenehmer ist, die Masken während des Unterrichts abzulegen“, sagt die Ärztin im Gesundheitsamt Mühldorf. Es bereite ihr aber Sorgen, welchen Einfluss das auf die Ausbreitung der Corona-Infektionen in Klassen und Familien haben könnte. „Wir verzeichnen derzeit deutlich steigende Fallzahlen in den Schulen im Landkreis.

Auch interessant: Landratsamt Mühldorf plant Sonderimpfaktion für Jugendliche und erntet Zustimmung und Kritik

Nach Angaben ihrer Behörde gab es seit Ferienende 31 Corona-Fälle in Schulen. In Kindertagesstätten waren es 17. „Aktuell betroffen sind neun Kindergärten und 13 Schulen, zum Teil mehrfach mit verschiedenen Gruppen und Klassen.“

Quaratäne nur für Positive und enge Freunde

Positiv getestete Kinder hat das Gesundheitsamt für 14 Tage in Quarantäne geschickt, das gleiche galt für enge Freunde und Spielkameraden. „Eine Quarantäneanordnung für fünf Tage für die ganze Klasse oder Gruppe erfolgte erst bei einem zweiten Fall“, sagt Erat.

Keine Einrichtung komplett geschlossen

Das ist laut Gesundheitsamt viermal in Kinderbetreuungseinrichtungen und zweimal in Schulen passiert. „Ganze Einrichtungen wurden nicht geschlossen.“ Erat warnt aber vor Sorglosigkeit: „Es kommen täglich mehrere positive Schnelltests.“

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Das Vorgehen zur Bekämpfung der Pandemie an Schulen hat laut Erat zwei Seiten. Die Einschränkungen für die Kinder und Jugendlichen hält sie für vertretbar. „Da die Quarantäneanordnung immer nur die fünf Tage nach dem letzten Kontakt umfasst und häufig das Wochenende beinhaltet, beträgt die ausgefallene Schulzeit meist nur ein oder zwei Tage.“ Weitere Ansteckungen ließen sich so aber kaum unterbinden. Während der anschließenden 14 Tage träten oft weitere Fälle auf, „sodass mit der kurzen Quarantäne häufig das Fallgeschehen nicht unterbrochen ist“.

Bis jetzt 40 Jugendliche in Schulen geimpft

Eine Möglichkeit, Ansteckungen in Schulen zu verringern, ist nach Ansicht von Gesundheitsfachleuten die Impfung von Jugendlichen ab zwölf Jahren.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Mühldorf finden Sie hier

Auch der Landkreis will die Impfung von Jugendlichen fördern und hat nach Angaben der Pressestelle Mitarbeiter an vier Schulen geschickt. „Dabei wurden insgesamt rund 40 Personen geimpft“, sagt Sprecherin Simone Kopf. Nach ihren Angaben verteilen sich die Impfungen gleichmäßig auf die Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren.

Impfangebote an allen 21 weiterführenden Schulen im Landkreis

In den nächsten Wochen will der Landkreis an allen 21 weiterführenden Schulen im Landkreis ein Impfangebot vor Ort machen. Die Schulen hätten hierzu Informationsmaterial vom Impfzentrum zur Weitergabe an die Eltern erhalten. Die Schulen informierten die Schüler und Eltern auch über die jeweiligen Termine. „Wir hoffen, dass die Nachfrage nach Impfungen an den Schulen noch zunimmt“, sagt Kopf. „Jede immunisierte Person trägt dazu bei, dass der Schulbetrieb mit größtmöglicher Normalität aufrechterhalten werden kann.“

Kinder impfen? Ärztin skeptisch - Impfkommission sicher

Kinderärztin Dr. Cornelia Komm aus Waldkraiburg beurteilt die Impfung von Jugendlichen zurückhaltend. „Es braucht erst einmal mehr Erfahrungen, wie verträglich der Impfstoff ist“, sagt sie. Sofort impfen würde sie nicht. Stattdessen nimmt sie die Erwachsenen in die Pflicht. „Es ist viel wichtiger, dass die Erwachsenen geimpft sind, um die Kinder zu schützen.“

Wenn es um die Impfung der Kinder geht, erlebt sie die Eltern meist „sehr zögerlich“. Es wiege schwer, das Risiko für die Kinder zu übernehmen, gibt sie die Erfahrung aus Gesprächen wieder.

Anders sieht die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung von Kindern. Nach längerer Prüfung hat sie die Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren empfohlen. Fast gleichzeitig hat das Unternehmen Biontech angekündigt, dass schon bald ein Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen werden soll.

Kommentare