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Er war wieder nicht da

Bis hin zu Rücktrittsforderungen: Es hagelt Kritik für Wolfgang Nadvornik im Stadtrat Waldkraiburg

Wolfgang Nadvornik vor einem Jahr bei seiner Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten. Das Lachen ist ihm vergangen, genauso wie seinen Kollegen im Stadtrat, die jetzt ein Ordnungsgeld gegen ihn verhängten.
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Wolfgang Nadvornik vor einem Jahr bei seiner Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten. Das Lachen ist ihm vergangen, genauso wie seinen Kollegen im Stadtrat, die jetzt ein Ordnungsgeld gegen ihn verhängten.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Es hagelte Kritik von allen Seiten, bis hin zu Rücktrittsforderungen. Das unentschuldigte Fernbleiben des Ex-CSU-Bürgermeisterkandidaten und Waldkraiburger Stadtrates Wolfgang Nadvornik von Sitzungen wollen seine Kollegen nicht mehr akzeptieren.

Waldkraiburg – Einstimmig hat das Gremium in der Sitzung am Dienstagabend ein Ordnungsgeld gegen den Sportmoderator verhängt, der nur sehr selten Zeit findet für die Stadtratsarbeit. Auch diesmal fehlte er, entschuldigt.

An neun Sitzungen nicht teilgenommen

An neun von zehn Sitzungen des Stadtrates beziehungsweise der beiden Ausschüsse, in denen er Mitglied ist, hatte der 50-Jährige bislang nicht teilgenommen. Sechsmal war Nadvornik entschuldigt. Doch drei Sitzungen blieb er laut Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) fern, ohne sich abzumelden. Darunter war der Kultur- und Sportausschuss im Juli, der Werkausschuss im Oktober und zuletzt die Stadtratssitzung am 8. Dezember.

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Wolfgang Nadvornik (Moderator)

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Während der Bürgermeister erklärte, das Fernbleiben aus beruflichen Gründen sei zu akzeptieren, sieht er im Verhalten am 8. Dezember eine Pflichtverletzung des Stadtrates. „Er ist nicht ausreichend entschuldigt, ich plädiere für ein Ordnungsgeld von 50 Euro.“ Das habe die Verwaltung Nadvornik in der vergangenen Woche schriftlich mitgeteilt und ihn darauf hingewiesen, dass der Stadtrat in seiner Rathaus-Sondersitzung über ein Ordnungsgeld entscheiden werde. Nadvornik habe Gelegenheit, in einer Anhörung in der Sitzung oder schriftlich Stellung zu nehmen.

Nicht zur Anhörung erschienen

Eine Stellungnahme sei bis Montag nicht eingegangen, so Pötzsch. Stattdessen habe der CSU-Stadtrat am Dienstag eine Email geschickt mit einer Entschuldigung. Er könne an der Sitzung nicht teilnehmen, weil er seit der vergangenen Woche in Quarantäne sei. Eine Bestätigung dafür habe Nadvornik trotz Aufforderung nicht beigebracht.

Das Schreiben des Stadtrates wollte der Bürgermeister in der öffentlichen Sitzung nicht verlesen. Da sei einiges „unter der Gürtellinie“.

Auch eine erneute schriftliche Anfrage der Waldkraiburger Nachrichten zu den Kritikpunkten ließ Nadvornik am Mittwoch wiederum unbeantwortet.

Im Stadtrat herrschte große Einigkeit darüber das Verhalten des Kollegen mit einem Ordnungsgeld zu sanktionieren. Die Summe von 50 Euro bewegen sich im unteren Bereich der Möglichkeiten. Laut Gemeindeordnung ist ein Ordnungsgeld bis zu 250 Euro möglich.

CSU distanziert sich von enttäuschendem Verhalten

CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Sterr distanzierte sich vom Fraktionskollegen. Das Verhalten Nadvorniks sei „enttäuschend“. Der Beschluss solle ihn an die Pflichten eines Stadtrates erinnern. „Ich hoffe er begreift es als Signal.“ Denn er beschädige das Ansehen seiner Person und werde ein schlechtes Licht auf die Tätigkeit eines Stadtrates und insbesondere der CSU-Fraktion.

„Es gibt Spielregeln, die sind einzuhalten“, sagte Richard Fischer (SPD), der die Causa Nadvornik ansonsten als interne Geschichte der CSU ansieht.

UWG-Sprecher: Ganz oder gar nicht

UWG-Sprecher Dr. Frieder Vielsack brachte seine Meinung auf die Formel: „Ganz oder gar nicht.“ Er nannte es eine Ehre, Stadtrat zu sein, „aber in erster Linie ist es eine Pflicht“. Das Verhalten sei „nicht akzeptabel“.

FDP-Stadtrat: Respektlos gegenüber Wählern und Stadtratskollegen

Sein Fraktionskollege Michael Steindl forderte Nadvornik zum Rücktritt auf, „wenn er ein Kreuz hat“. Dieser Forderung schloss sich Valentin Clemente (FDP) an. Er sprach von einer „absoluten Respektlosigkeit gegenüber den Wählern und allen Stadtratskollegen“. Der Sportmoderator solle den Weg frei machen für jemanden, „der in der Lage ist, das Amt auszufüllen“.

AfD: Fadenscheinige Entschuldigung

Tatjana Zapp hält die Entschuldigung und Nadvorniks Hinweis auf die Quarantäne für „fadenscheinig“. In diesem Fall hätte dieser doch schon in dere Vorwoche ein Attest vorlegen können. Auch die Sprecherin der AfD-Fraktion forderte ihn zum Rücktritt auf.

Kann das sechs Jahre so weitergehen?

Wie geht es nun weiter in der Causa Nadvornik? Für die Zeit von 15. Januar bis 1. Februar hat sich der Sportmoderator bereits abgemeldet, weil er die Australian Open in Melbourne für Eurosport kommentiert.

So lange will die CSU-Fraktion nicht warten. Für Anfang Januar kündigte ihr Sprecher Anton Sterr eine interne Beratung über das weitere Vorgehen an.

Und sein Stellvertreter und CSU-Ortsvorsitzender Karl Heinz Stocker wandte sich an die Stadtratskollegen: „Seien Sie sich sicher, dass uns das gewaltig ärgert. Wir werden eine Lösung finden, aber wir können niemanden ausschließen.“

So viel ist klar: Das Mandat kann die Fraktion dem 50-jährigen Stadtrat nicht entziehen. Das lässt die Gemeindeordnung nicht zu.

Artikel 48 sieht allerdings vor, dass der Stadtrat bei wiederholten Pflichtverletzungen das Amt aberkennen kann. Dort heißt es: „Entzieht sich ein ehrenamtliches Gemeinderatsmitglied nach zwei wegen Versäumnis erkannten Ordnungsgeldern innerhalb von sechs Monaten weiterhin seiner Pflicht, an den Gemeinderatssitzungen teilzunehmen, so kann der Gemeinderat den Verlust des Amts aussprechen.“

UWG-Sprecher Frieder Vielsack warf die Kardinalfrage auf: „Gesetzt den Fall, ein

Stadtrat entschuldigt sich sechs Jahre lang. Geht das?“ Darauf der Bürgermeister: „Theoretisch ja.“

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