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FINANZIELLE HERAUSFORDERUNGEN

Rattenkirchens Bürgermeister über Finanzen: „Gemeinde hat solide gewirtschaftet“

Vergangenes Jahr setzten Tina Garreis (von links), Bürgermeister Rainer Greilmeier, stellvertretender Bürgermeister Hermann Bauer, Georg Thalmeier, Michael Ott, Fabian Deißenböck, Sebastian Nützl, Daniela Reingruber und Franz Meier den Spatenstich für das Projekt „R.A.T.T.E.N“. Dieses Jahr die Fertigstellung mit den Bürgern feiern zu können, wäre für Greilmeier ein großer Grund zur Freude.
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Vergangenes Jahr setzten Tina Garreis (von links), Bürgermeister Rainer Greilmeier, stellvertretender Bürgermeister Hermann Bauer, Georg Thalmeier, Michael Ott, Fabian Deißenböck, Sebastian Nützl, Daniela Reingruber und Franz Meier den Spatenstich für das Projekt „R.A.T.T.E.N“. Dieses Jahr die Fertigstellung mit den Bürgern feiern zu können, wäre für Greilmeier ein großer Grund zur Freude.

Rattenkirchen – Erste Arbeiten sind abgeschlossen und werden von den Bürgern gut angenommen: Das Projekt „R.A.T.T.E.N“ ist ein weiterer Baustein der Gemeinde für ein noch größeres Miteinander. Bürgermeister Rainer Greilmeier spricht auch darüber, was während der Coronda-Pandemie am meisten fehlt.

Seit einem Jahr beherrscht die Corona-Pandemie die Nachrichten. Wie sehr wirkt sich die Pandemie auf die Finanzlage der Gemeinde aus?

Rainer Greilmeier: In der Gemeinde ist in der Vergangenheit solide gewirtschaftet worden. So ist die Verschuldung seit 2015 nahezu halbiert worden und ein ordentlicher Rücklagenbestand aufgebaut worden. Dies ermöglicht es, sich den finanziellen Herausforderungen zu stellen. 2020 hat nicht den befürchteten Einbruch bei den Steuereinnahmen gebracht. Hier zeigt sich die stabile Gewerbestruktur im Gebiet der Gemeinde Rattenkirchen. Aber 2021 und insbesondere 2022 werden uns beschäftigen. Neben Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer, deren Ausfälle nach aktuellem Stand nicht mehr kompensiert werden sollen, wird sich die pandemiebedingte Kurzarbeit in der Einkommen- und der Umsatzsteuer auswirken. Gleichzeitig wird sich die gute Einnahmesituation des Jahres 2020 zum einen im kommunalen Finanzausgleich negativ darstellen und zum anderen zu Mehrausgaben bei der Kreisumlage führen. Die finanzwirtschaftliche Solidität führt dazu, dass die Gemeinde nicht nur ihre Pflichtaufgaben erfüllen, sondern auch große Projekte wie den Erwerb von Bauland oder die Finanzierungsbeteiligung an der Kinderkrippe in Angriff nehmen kann.

Eine erfreuliche Nachricht war, dass die Gemeinde sich nach einer Änderung des Eisenbahnkreuzungsgesetz nicht am Bahnübergang Ziegelsham beteiligen muss. Wie viel Luft verschafft das der Gemeinde finanziell?

Die Gesamtbaukosten der Eisenbahnüberführung belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro, an denen sich die Gemeinde nach alter Rechtslage mit einem Drittel hätte beteiligen müssen. Diese rund zwei Millionen Euro hätten die Gemeinde über Jahre in ihrer Handlungsfähigkeit immens eingeschränkt, freie Finanzierungsspielräume ergeben sich dadurch jedoch nicht automatisch. Ich möchte der Haushaltsaufstellungen der kommenden Jahre nicht vorgreifen. Wir müssen insbesondere die Entwicklung der Einnahmen im Auge behalten.

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Vergangenes Jahr war Spatenstich für das Projekt „R.A.T.T.E.N.“. Wie wichtig ist es für den Ort?

Bereits in der Planungsphase zeigte sich bei Workshops, dass die Bürger eine Aufwertung des Dorfkerns sehr positiv sehen. Es kamen sehr gute Ideen, die in die Planung mit eingeflossen sind. Im Juni war Beginn der Baumaßnahme, die Arbeiten gingen zügig voran. Der Mehrgenerationen-Spielplatz konnte im Dezember eröffnet werden, auch die Landschaftsbauarbeiten sind abgeschlossen. Der Pfarrerweg entlang des Weihers wird bereits gut angenommen. Im Frühjahr wird das Infohäuschen noch aufgebaut und die Restarbeiten abgeschlossen. Natürlich sollte dieser Naherholungsraum in einem schönen Rahmen eröffnet und gefeiert werden. Ich hoffe sehr, dass die Infektionszahlen bis zum Sommer so weit sinken, dass wir das Projekt feiern können.

Wie wichtig ist es für die Gemeinde, ein größeres Angebot für die Kinderbetreuung leisten zu können?

Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen hat sich seit Bestehen des Kindergartens „St. Anna“ grundlegend geändert. Eltern müssen Familie und Beruf besser vereinbaren können. Es ist sogar Grundvoraussetzung dafür, dass Mütter und Väter überhaupt arbeiten können. Der Bedarf an Betreuungsplätzen für eine frühkindliche Förderung von Kindern als auch der Bedarf an Betreuungsplätzen im Kindergartenalter ist auch in Rattenkirchen stark gestiegen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass eine neue Kindertagesstätte mit einem größeren Angebot gebaut wird.

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Rattenkirchen hat ein sehr lebendiges Dorfleben. Wie sehr wirkt sich die Pandemie auf das Dorfgefühl aus?

Der Mensch an sich ist kein Einzelgänger. Er braucht ein soziales Netzwerk, sonst geht es ihm nicht gut. Rattenkirchen hat ein lebendiges Dorf- und Vereinsleben, das zwangsläufig zum Erliegen gekommen ist. Die Bürger treffen sich nicht mehr, das Bürgerhaus „Mei Wirt“ als Treffpunkt ist seit November geschlossen. Kein Schießabend der Schützenvereine, keine Gesangsprobe, kein Eisstockschießen, keine Feuerwehrübung, nichts. Auch die Kinder und Jugendlichen leiden sehr unter der Isolation. Ich wünsche mir sehr, dass die Infektionszahlen weiter sinken und sich möglichst viele impfen lassen, damit das soziale, gesellschaftliche und kulturelle Leben wieder in die Gänge kommen kann.

Über welche Nachricht würden Sie sich in diesem Jahr am meisten freuen?

Über zwei Nachrichten würde ich mich freuen: Das Bürgerhaus „Mei Wirt“ darf wieder öffnen. Zweitens: Es ergeben sich Möglichkeiten, unser Dorferneuerungsprojekt R.A.T.T.E.N. zumindest mit den Bürgern von Rattenkirchen einweihen und feiern zu dürfen.

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