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Anträge von Bürgern

Problemstellen im Waldkraiburger Stadtgebiet begutachtet: Was Verkehrsexperten empfehlen

Was tun am Übergang vom Linckeweg in Waldkraiburg-Süd über die Staatsstraße 2352/Kraiburger Straße zur Tankstelle und zum dahinter liegenden Einkaufszentrum? Einen Zebrastreifen oder eine Querungshilfe für Fußgänger geben die Zahlen und die Verkehrsituation an dieser Stelle nach Einschätzung der Verkehrsschau nicht her.
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Was tun am Übergang vom Linckeweg in Waldkraiburg-Süd über die Staatsstraße 2352/Kraiburger Straße zur Tankstelle und zum dahinter liegenden Einkaufszentrum? Einen Zebrastreifen oder eine Querungshilfe für Fußgänger geben die Zahlen und die Verkehrsituation an dieser Stelle nach Einschätzung der Verkehrsschau nicht her.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Jede Menge Anträge von Bürgern waren zu behandeln und viele Gefahrenstellen und unübersichtliche Verkehrssituationen im Stadtgebiet zu beurteilen. Die Experten der Verkehrsschau hatten nach zweijähriger Pause viel zu tun. Und nicht immer stießen ihre Empfehlungen auf Zustimmung.

Waldkraiburg – Zwei Jahre waren seit der letzten großen Verkehrsschau in Waldkraiburg vergangen. Entsprechend umfangreich war das Programm, das Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie Verkehrsexperten vom Landkreis Mühldorf, vom Straßenbauamt Rosenheim und der Polizei zu bewältigen hatten. Vor Ort diskutierten sie über Problembereiche, Gefahrenpunkte und unübersichtliche Verkehrssituationen und behandelten zahlreiche Anträge und Anfragen aus der Bürgerschaft.

Wichtige Ergebnisse auf einen Blick

  • Verkehrsberuhigung Wohngebiet St. Erasmus-Ost/Freiherr-von-Stein-Straße/Graf-zu-Toerring-Straße: Um die gestalterischen Defizite im Einmündungsbereich oder bei der Beschilderung zu beheben, empfehlen die Teilnehmer der Verkehrsschau unter anderem folgende Verbesserungsmöglichkeiten zu prüfen: Rücksetzung des VBB-Schildes aus dem Einmündungsbereich und bauliche Verengung dieses Bereiches; grundsätzlich sollten bei zukünftigen Erweiterungen von Baugebieten von Anfang an Straßen geplant werden, die den Bedürfnissen der Familien mit Kinder entsprechen.
  • Verkehrsberuhigter Bereich in der Reichenberger Straße (Waldbad): Die Ausweisung des verkehrsberuhigten Bereichs vor der Zufahrt zum Waldbad ist rechtlich nicht zu beanstanden. Bis zur Waldbadsanierung und Umgestaltung des Waldbades voraussichtlich im Jahr 2024 sollte die Anordnung das ganze Jahr über gelten und nicht nur zur Waldbadsaison. Die Aufstellung von Blumentrögen oder anderen Hindernissen lehnen die Experten ab. Weil immer wieder Lkws vor dem Bad parken, empfehlen sie, die Längsparkplätze auf 5,70 Meter einzugrenzen.
  • Überquerungsstelle Kraiburger Straße/Staatsstraße. 2352/Linckeweg (auf Höhe der Tankstelle): Aufgrund der geringen Querungszahlen der Fußgänger und der örtlichen Situation sind die Voraussetzungen für einen Zebrastreifen oder eine Querungshilfe nicht gegeben. Es wird abgewartet, bis die Baufläche, die östlich an die Tankstelle angrenzt, mit einer Zufahrt zur Staatsstraße überplant ist. Unmittelbar vor der Tankstelle wird zeitnah ein Gefahrenzeichen „Fußgänger queren“ aufgestellt.

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Waldkraiburger Stadtrat fordert 30er-Zone in Jeschkenweg und Hermann-Löns-Straße

Ein Radfahrer will wissen: Warum sind Radwege in Waldkraiburg nicht besser gekennzeichnet?

  • Tempo-30-Zonen und 30er-Beschränkungen in Siemensstraße, Jeschkenweg und Herman-Löns-Straße: Für diese Straßen liegen der Stadt Anträge von Bürgern, zum Teil verbunden mit Unterschriftenlisten, vor. Die rechtlichen Möglichkeiten zur Anordnung von Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Verkehrssicherheitsgründen sind aber sehr eng gefasst. Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde sowie die Errichtung einer Tempo-30-Zone, insbesondere aufgrund der Unfall- und Gefahrensituation, aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sowie der festgestellten Verkehrsbelastung sind nach Einschätzung der Verkehrsschau rechtlich in diesen Fällen nicht möglich.
  • Franz-Liszt-Straße: Ein Verkehrsgutachten im Zusammenhang mit der geplanten Bebauung im Baugebiet des ehemaligen Weißen Hirschs schlägt verschiedene Maßnahmen vor: die Veränderung der Ampelschaltung an der Rampe, die Verbreiterung des Ausfahrttrichters Franz-Liszt-Straße zur Rampe und das Anbringen von Markierungen zur besseren Trennung von Links- und Rechtsausbiegern aus der Mozartstraße. Zum Teil hat die Stadt die Empfehlungen des Gutachters bereits umgesetzt.

Verkehrsspiegel spiegeln falsche Sicherheit vor

  • Verkehrsspiegel im Stadtgebiet: Das Anbringen weiterer, vielfach beantragter Verkehrsspiegel lehnen die Experten ab, weil die gefahrenen Geschwindigkeiten sowie Entfernungen nicht korrekt eingeschätzt werden.
  • Berliner Platz/Siemensstraße: Eine Ausnahmegenehmigung für Kraftfahrzeuge, den öffentlichen Geh- und Radweg im Bereich des Knotenpunkts zu befahren, lehnt die Verkehrsschau unter anderem aus Sicherheitsgründen ab.
  • Traunreuter Straße:Für die Freihaltung der Sichtfelder von geparkten Fahrzeugen sieht die Verkehrsschau aufgrund der Dichte und Geschwindigkeit des verkehrs und weil Parkmöglichkeiten im Industriegebiet erhalten werden müssen, keinen Handlungsbedarf.
  • Private Ausfahrten: Anträge zur Anbringung von Haltverboten oder Grenzmarkierungen in der Rosenstraße, im Grünen Weg, in der Tropschallee und in der Zeppelinstraße lehnen die Experten ab: Kraftfahrzeugführer müssen sich bei unübersichtlichen Stellen in die Straße hineintasten.
  • Kleinere Einzelmaßnahmen:Die Ausfahrt Adalbert-Stifter-Weg/Peter-Rosegger-Straße haben die Mitglieder der Verkehsschau aufgrund bereits getroffener Maßnahmen als nicht sichtbehindert eingestuft. Dem Antrag auf Grenzmarkierung am Anton-Günther-Weg wurde aufgrund des bestehenden gesetzlichen Parkverbots die Zustimmung verweigert. In den Kurvenbereichen Banater Weg, Troppauer Straße und Riesengebirgsstraße sowie bei der Feuerwehrzufahrt der Beethoben-Grundschule hat die Stadt Verbesserungsmaßnahmen vorgenommen.
  • Private Parkplätze im öffentlichen Verkehrsraum: Die Verkehrsschau empfiehlt eine eine Kennzeichnung mit einem Privatparkplatz-Schild. So können andere Verkehrsteilnehmer eindeutig erkennen, dass es sich nicht um eine öffentliche Fläche handelt. Beispiele sind der Kita-Parkplatz im Schweidnitzer Weg und eine Parkfläche in der Ratiborer Straße.

Neuer Verkehrsentwicklungsplan soll auch Grundlage für Aktualisierung des Radwegekonzepts sein 

Zur Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes will die Stadt einen Verkehrsentwicklungsplan erstellen lassen. Erst auf dieser Grundlage sei es sinnvoll, das Radverkehrsnetz neu zu planen, das Netz von Haupt- und Nebenrouten zu definieren und in Abhängigkeit von Verkehrsbelastung, Parknachfrage und Verfügbarkeit von Flächen die Führung des Radverkehrs auf Radwegen, Radfahrstreifen, Schutzstreifen oder im Mischverkehr zu empfehlen. In diesem Radverkehrskonzept sollen unter anderem auch folgende Themen geklärt werden, die seit Längerem in der Diskussion sind:

  • unbefestigte Gehweg (für Radfahrer frei) im Zuge der Siemensstraße ab Eichendorffstraße bis Ludwig-Ganghofer Straße
  • Radwegenetzplanung im Zuge der Erneuerung des Grünen Weges ab Goetheplatz bis Hermann-Löns-Straße
  • Aufbringen einer roten Fahrbahneinfärbung mit Fahrradspur sowie Errichtung einer Überquerungshilfe über die Kreuzung Karlsbader-/Reichenberger Straße
  • Entfernen der Beibehalten der markierten Parkbuchten im Verlauf des markierten Radweges in der Adlergebirgsstraße.

Stadt appelliert an Bürger

Hohe Ansprüche und Erwartungen Einzelner prallen bei der Verkehrsschau auf oftmals eng gesteckte gesetzliche Rahmenbedingungen und verkehrsrechtliche Vorgaben. Das führt zu Konflikten, die aus Sicht der Stadt nicht immer sachlich ausgetragen werden. Forderungen werde mit Aussagen Nachdruck verliehen wie: „Muss denn erst was passieren“. Im Gegenzug werde der Stadt und Polizei bei der notwendigen Überwachung dann gerne „Abzocke“ vorgeworfen. Die Stadt appelliert deshalb an die Bürger: Jedem Antragsteller sollte bewusst sein, dass die Verkehrsschau ein unabhängiges Expertengremium sei, dessen oberstes Ziel die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer sei.. hg

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