Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Nach über 25 Jahren Parteimitgliedschaft

Pollings Bürgermeister Lorenz Kronberger wechselt von der CSU zur UWG: Das sind seine Gründe

Pollings Bürgermeister Lorenz Kronberger ist nach seinem Parteiaustritt jetzt UWG-Mitglied.
+
Pollings Bürgermeister Lorenz Kronberger ist nach seinem Parteiaustritt jetzt UWG-Mitglied.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
    schließen

Mehr als ein Vierteljahrhundert war Pollings Bürgermeister Lorenz Kronberger Mitglied der CSU. Jetzt hieß ihn der Kreisverband der UWG in der Jahreshauptversammlung in Mühldorf als jüngsten Neuzugang willkommen. Überraschend kommt der Schritt des 53-Jährigen nicht.

Mühldorf/Polling – Seit Mitte der 1990er-Jahre, ehe er erstmals in den Gemeinderat einzog, war Lorenz Kronberger bei der Christlich Sozialen Union. 2014 zog er als Kandidat der Partei ins Rathaus ein. Sechs Jahre später setzte die ihm den Stuhl vor die Tür.

Ein Vierteljahrhundert bei der CSU

Die Ortsverbände Polling und Flossing legten sich vor den Kommunalwahlen auf einen anderen Kandidaten fest: Stefan Mooshuber, heute CSU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Bürgermeister blieb jedoch Kronberger, der vor der Kommunalwahl 2020 kurzerhand die Pollinger UWG wieder aufleben ließ und auf dieser Liste – gegen die CSU – erneut das Rathaus eroberte.

Lesen Sie auch: Lorenz Kronberger noch CSU-Mitglied (Plus-Artikel OVB-Online)

Pikant: Weil Corona-bedingt keine Hauptversammlung stattfinden konnte, blieb er zunächst auch weiter als Schatzmeister des CSU-Ortsverbandes Flossing im Amt. Anfang dieses Jahres habe er dann seinen letzten Kassenbericht ordnungsgemäß abgeliefert und der Kreisgeschäftsstelle und dem Ortsvorstand übergeben. Darauf legt Kronberger Wert. Fast zeitgleich trat er aus der Partei aus.

„Aus einem Kronberger wird sicher kein Kommunist“, sagt der Kommunalpolitiker lachend. „Ich bleibe ein Konservativer“, betont er, auch um klar zu stellen, dass dieser Schritt mit dem Ortsverband seiner Partei, nicht mit der Kreis- oder Landesebene zu tun hat. Als freies CSU-Mitglied ohne Bindung an einen Ortsverband will er aber auch nicht unterwegs sein. „Das gibt keinen Sinn.“

Auch interessant: UWG statt CSU: Kronberger tritt in Polling als Bürgermeisterkandidat an - UWG-Liste steht (Plus-Artikel OVB-Online)

Als Bürgermeister sei ihm natürlich die Kreispolitik wichtig, so der Neo-UWG‘ler, der jetzt einen Teil der dazu notwendigen Informationen über den UWG-Kreisvorstand erhält. Ob er in viereinhalb Jahren auf der UWG-Liste für den Kreistag antreten will? Dazu äußert sich Kronberger nicht. Das sei reine Spekulation, viel zu früh, darüber nachzudenken.

Als Bürgermeister mit UWG-Mitgliedschaft gehört Kronberger automatisch als beratendes Mitglied dem Kreisvorstand an.

Dessen Vorsitzender Ulli Maier, der in der Versammlung bei einer Enthaltung wieder gewählt wurde, freut sich über die Verstärkung. Kronberger sei bereits der sechste Bürgermeister im Landkreis Mühldorf, der Mitglied der Kreis-UWG ist. Neben den drei Stadtoberhäuptern Robert Pötzsch, Michael Hetzl und Erwin Baumgartner gilt dies auch für Alfons Mittermaier aus Taufkirchen und Johann Ziegleder aus Egglkofen.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Mühldorf finden Sie hier

Nicht nur deshalb steht die UWG aus Sicht des Kreisvorsitzenden gut da. Mit neun Kreisrätinnen könnten die Unabhängigen auch im Kreistag und in dessen Ausschüssen ein gewichtiges Wort mitreden. Ausdrücklich lobte Maier in seinem Bericht vor der Versammlung das politische Klima im Gremium. Fraktionsübergreifend werde konstruktiv zusammengearbeitet. Der neue Landrat Max Heimerl agiere sachbetont und kompetent.

Ulli Maier, der alte und neue Kreisvorsitzende der UWG, freut sich über Verstärkung aus dem Lager der CSU.

Maier hofft auf sachorientierte Arbeit

Er hoffe, so Maier, dass diese sachorientierte Arbeit auch dann fortgesetzt wird, wenn Heimerl den Kreisvorsitz der CSU übernehmen sollte. Diese Ankündigung sieht man bei der UWG kritisch. In Sachen Kommunalfinanzen verwies Maier darauf, dass der Ergebnishaushalt 2020 und die Halbjahreszahlen für 2021 etwa zehn Millionen Euro über dem Plan liegen. „Unter diesen Vorzeichen sollte es möglich sein, die geplante Erhöhung der Kreisumalge um etwa 2,3 Punkte deutlich zu senken oder gar darauf zu verzichten.“

Das sagt CSU-Kreisvorsitzender Huber

CSU-Kreisvorsitzender Dr. Marcel Huber betont, dass die Gründe für den Wechsel nichts mit der Kreis-CSU zu tun gehabt hätten. „Wir hatten keinen Streit und viele Dinge gut abgewickelt“, sagte Huber auf Anfrage. „Es geht um ein lokales Geschehen, das liegt an Befindlichkeiten im Ortsverband und den Themen in Polling.“

Er habe versucht, Kronberger in der CSU zu halten. „Denn von seiner grundsätzlichen Haltung her ist er sicherlich weiter sehr nah an der CSU“, sagt Huber über Kronberger.

Landrat als CSU-Chef? UWG sieht‘s kritisch

In der Versammlung im Gasthaus Spirkl in Mößling stellte sich auch Dr. Ilse Ertl vor, die für die Freien Wähler in den Bundestag einziehen möchte. Die praktizierende Tierärztin hat früher in Waldkraiburg gelebt.

Kassier Georg Stöckl legte den Kassenbericht vor. Erwartungsgemäß führte der Wahlkampf 2020 mit Ausgaben von über 24.000 Euro zu einer gewaltigen Unterdeckung von mehr als 21.000 Euro. Planmäßig seien die Ersparnisse abgeschmolzen. Der Endsaldo 2020 beträgt demnach gut 12.000 Euro.

Das Ergebnis der Vorstandswahl

Die Neuwahlen des Kreisvorstands brachten folgendes Ergebnis: Ulli Maiuer (Vorsitzender), Peter Hobmaier (1. Stellvertreter), Markus Saller (2. Stellvertreter), Georg Stöckl (Schatzmeister), Michael Hell (Schriftführer), Dr. Frieder Vielsack (Beirat); Franz Belkot und Johann Ziegleder (Kassenprüfer).

Kommentare