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Umstrittene Abfüllanlage in Weiding

Jetzt ist es also soweit: InnFood beantragt weitere Förderung von Pollings Tiefenwasser

Das Werk in Weiding: InnFood hat aktuell die wasserrechtliche Genehmigung zur Entnahme von Tiefengrundwasser bis zu einer Tiefe von 175 Meter. Jetzt will das Unternehmen das Wasser abfüllen und verkaufen. Dagegen regt sich Widerstand.
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Das Werk in Weiding: InnFood hat aktuell die wasserrechtliche Genehmigung zur Entnahme von Tiefengrundwasser bis zu einer Tiefe von 175 Meter. Jetzt hat die Firma die Fortsetzung der Grundwasserförderung aus den vorhandenen Brunnen beim Landratsamt Mühldorf beantragt.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Die Firma InnFood geht den nächsten Schritt zur Realisierung des Projekts zur Abfüllung von Mineralwasser für den regionalen Einzelhandel und hat den Antrag auf Fortsetzung des Förderns von Grundwasser beim Landratsamt Mühldorf eingereicht. Darüber informierte das Unternehmen am Dienstagnachmittag in einer Pressemitteilung.

Polling/Mühldorf – Im Zentrum des Konzepts steht die teilweise Umnutzung des Wassers aus den bereits vorhandenen Tiefbrunnen, wie es in der Mitteilung heißt. Der Antrag beinhalte die Nutzung der vorhandenen Brunnen und den Umfang der bisher genehmigten Fördermengen. „Zusätzliche Mengen sind nicht geplant“, heißt es in der Mitteilung der Firma.

Trotz aller Versprechen bleiben Zweifel

Seit die geplante Entnahme von Tiefenwasser in die Öffentlichkeit gerückt ist, ist die Firma im Werk Weiding mit heftiger Kritik konfrontiert. Diese Kritik kontert das Unternehmen mit der Zusicherung, dass InnFood dem Wasser – wie auch bei der Herstellung all seiner Produkte – mit größter Sorgsamkeit begegne. „Deshalb stellt das Unternehmen sicher, dass eine regenerationssichere Entnahme in jedem Fall und auch in Zukunft gewährleistet ist.“ Mit dem Projekt bekennt sich InnFood zur Sicherung und Entwicklung des Standorts.

InnFood hat angekündigt, dass es für vollste Transparenz ein neues digitales Monitoringsystem nutzt, das es erlaubt, nicht nur die Brunnen auf dem Gelände des Unternehmens, sondern auch die weiteren Messstellen in der Region permanent zu messen. Das von InnFood eingerichtete Monitoring sendet demnach in Echtzeit die Daten der umliegenden Messstellen an das Wasserwirtschaftsamt. Dies stelle sicher, dass die Wasservorräte zu keinem Zeitpunkt gefährdet sind.

Behörden und Kommunen begleiten das Projekt

Jegliche Planung und Umsetzung des Projekts werden mit den Behörden und Kommunen abgestimmt, informiert InnFood. „Sorgfältige und nachhaltige Nutzung der Brunnen unter Berücksichtigung der Bedarfe der umliegenden Region und der Gemeinde ist grundlegend. So bleiben - wie in der Vergangenheit auch - weiterhin die Trinkwasserentnahme der Gemeinden und die regionale Lebensmittelproduktion nebeneinander möglich.“

Vorausgesetzt die zuständigen Behörden erteilen die Genehmigung, werde InnFood die weiteren Planungen zur Realisierung des Projekts vorantreiben. Start der Abfüllung ist weiterhin für 2024 geplant.

Thema Nachhaltigkeit steht ganz oben

InnFood betont, dass die nachhaltige Entwicklung des Standorts und Mineralwasser für die Region im Mittelpunkt stehe. Mittelfristig werde vollständig mit selbst erzeugter Energie produziert sowie 100 Prozent Recycling-PET verwendet. „Die regionale Verwendung des Mineralwassers ersetzt Wasser von weit entfernten Erzeugern und spart große Mengen CO₂ im Transport ein.“ Die Rede ist von circa 50 neuen Arbeitsplätzen in Weiding. Die Investitionen in die nachhaltige Entwicklung des Standorts betragen 40 bis 45 Millionen Euro.

Trotz aller Versprechen hinsichtlich Sorgsamkeit und Nachhaltigkeit: Die Gegner der Förderung von Tiefenwasser bleiben skeptisch. Gegner einer Nutzung von Tiefenwasser in Weiding haben sich im November 2022 mit der Firmenleitung von InnFood zum Gespräch getroffen. Dabei waren alle Streitpunkte auf den Tisch gekommen. Vertreter der Bürgerinitiative Netzwerk Trinkwasser (BINT) kritisieren die Zusammenarbeit InnFood mit dem französischen Unternehmen Roxane. Auch der mögliche Anstieg des LKW-Verkehrs wurde massiv kritisiert.

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