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Pläne liegen ab Dienstag aus

OVB
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Ein Gummidämpfer an der Schiene soll Lärm und Erschütterungen reduzieren: Johannes Bartolomä (links) und Andreas Göschl von der Firma Gummiwerk in Tittmoning. Stadtrat Essl (FM) fordert den zusätzlichen Einbau des Dämmsystems an markanten Punkten, Bahnvertreter Friemel hält das für überflüssig, weil es "doppelt gemoppelt" wäre.

Mühldorf - Ab Dienstag liegen die ersten Pläne für den Bahnausbau zwischen Altmühldorf und Tüßling aus. Die Auslegung ist Teil des Planfeststellungsverfahrens und gibt Betroffenen die Möglichkeit sich zu den Plänen zu äußern.

Ausgelegt wird allerdings nur ein Teil der Planungen, wie ein Sprecher der Regierung auf Nachfrage mitteilte. Diese Pläne tragen die Abschnittsbezeichnung 01 und beziehen sich auf den westlichen Teil zwischen Altmühldorf und Bahnhof. Für den östlichen Teil fehlen laut Regierungssprecher Heinrich Schuster noch Akten. "Wir benötigen die Unterlagen 32-fach für die Öffentlichkeitsbeteiligung. Da warten wir noch auf die Mehrfertigungen." Interessierte können die Pläne für den westlichen Abschnitt nach Angaben von Stadtsprecherin Monika Fesl ab Dienstag einsehen.

Die bisherigen Diskussionen zeigen, dass vor allem die Lärmbelastung zwischen Bahnhof und Ehringer Brücke und mögliche Erschütterungen durch Züge eine wichtige Rolle spielen. Wie Bahnvertreter Jens Friemel bestätigte, sollen weite Strecken mit einer 3,50 Meter hohen Aluminiumwand im Norden und einer drei Meter hohen im Süden geschützt werden; südlich der Gleise sei ein höherer Lärmpegel zulässig, weil dort überwiegend Mischgebiete liegen.

Über die Gestaltung der Wand zum Beispiel mit transparenten Wandteilen will die Bahn mit der Stadt verhandeln. Er machte allerdings klar, dass Wirtschaftlichkeit und die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben gewährleistet sein müssen.

Dank des Lärmschutzes sinkt die Lärmbelastung nach Angaben der Bahn gegenüber den derzeitigen Werten. Weil sie in manchen Bereichen trotzdem über den Grenzwerten liegen wird, will die Bahn dort Lärmschutzfenster eingebauen. "Anwohner können in den Plänen genau erkennen, ob ihr Haus betroffen ist."

Das Problem von Lärm und Erschütterungen hat Stadtrat Franz Essl (FM) aufgegriffen. Er hält den Einbau von lärmdämmenden "Strailastic"-Gummipuffern unmittelbar an den Schienen für einen geeigneten Weg, um zusätzlich zu Lärmschutzwänden bessere Werte zu erreichen.

Vertreter des Herstellers von "Strailastic" sprechen von einer "dramatischen Reduzierung" des Lärm und der Schwingungen durch den Puffer, den das Gummiwerk in Tittmoning entwickelt hat. Der Vorteil des Systems: "Es minimiert Lärm und Erschütterungen dort, wo sie entstehen", sagt Entwickler Johannes Bartolomä. Der stellvertretende Personalleiter Andreas Göschl weist vor allem auf die Reduzierung von Erschütterungen hin, die, "gesundheitsschädlicher als Schall seien" Franz Essl kündigte an, dass sich die Freien Mühldorfer für den Einbau aussprechen werden.

Bahnvertreter Friemel hält den Einbau für überflüssig. "Wir treffen Lärmvorsorge, das heißt, wir tun, was rechtlich vorgeschrieben ist." Gegen das "Strailastic"-System spreche vor allem, dass nicht feststehe, welche Lärmreduzierung erreicht werde. Das System habe lediglich eine "Zulassung zur Betriebserprobung" aber keine grundsätzliche "Typenzulassung". Zusätzlich zu Lärmschutzwänden würden nicht einbauen: "Das wäre doppelt gemoppelt."

Gegen Erschütterungen, widerspricht Friemel den Herstellern, wirken die Dämpfer nicht. Wo nötig, sollen "besohlte Schienen" eingebaut werden, ansonsten gebe es "keine deutliche Verschlechterung". Ein Gutachten gebe Auskunft über die Auswirkungen des Ausbaus; dieses Gutachten sei Teil der Planunterlagen.

Für Diskussionen hat im Vorfeld auch die Nutzung von Privatgrund während der Bauphase gesorgt. Die Bahn benötigt Zufahrten über Grundstücke, um die Baustelle erreichen zu können. In diesem Bereich hat es nach Angaben Friemels Gespräche und Einigungen mit einzelnen Anwohnern gegeben.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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