Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gewalt in der Pflege

Pflegerin aus Mühldorf soll Säugling und alten Mann schwer misshandelt haben

Einer Pflegerin wird vorgeworfen einen Säugling nicht richtig beatmet und einen Demenzkranken schwer verprügelt zu haben.
+
Einer Pflegerin wird vorgeworfen einen Säugling nicht richtig beatmet und einen Demenzkranken schwer verprügelt zu haben.
  • vonMonika Kretzmer-Diepold
    schließen

Sie war für einen Pflegedienst und in einem Altenheim tätig: Dabei soll die Pflegerin einen Demenzkranken schwer geschlagen haben. Ein Frühchen erstickte nach Ihrer Behandlung beinahe.

Traunstein/Mühldorf – Um schwerste Misshandlungsvorwürfe gegen Menschen, die sich nicht wehren konnten, dreht sich ein viertägiger Prozess des Landgerichts Traunstein gegen eine 52-jährige Pflegerin aus Mühldorf. Opfer sollen ein zur Tatzeit noch nicht einmal sechs Monate altes Frühchen und ein 83-jähriger demenzkranker Senior geworden sein.

Frühchen nicht richtig beatmet

Die Staatsanwaltschaft Traunstein wirft der Angeklagten „schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen unter Gefahr des Todes“, fahrlässige sowie gefährliche Körperverletzung vor. Das erste Opfer ist laut Staatsanwaltschaft ein Säugling, der in der 25. Schwangerschaftswoche – üblich sind 40 Wochen – zur Welt kam und die ersten Monate seines Lebens in einer Spezialklinik in München verbrachte.

Lesen Sie auch: Diese Demo hätte Mühldorfer Linken-Kreisrat Uzon fast ein Bußgeld gekostet - Richter kippt es

In seinem Elternhaus im Landkreis Traunstein erfolgte die intensivmedizinische Weiterversorgung des Kleinen. Dabei zogen die Eltern einen Pflegedienst hinzu, für den die 52-jährige Mühldorferin seit Anfang 2018 tätig war. Knapp zwei Wochen später war die Frau nachmittags allein für die Pflege des Kinds, das noch immer beatmet werden musste, verantwortlich. Laut den Ermittlungen führte sie einen Teil ihrer Aufgaben beim Absaugen von Flüssigkeit aus der Lunge nicht ordnungsgemäß durch.

Demenzkranken schwer verprügelt

Das kleine Kind bekam keine Luft mehr und wurde blau im Gesicht. Das Beatmungsgerät löste automatisch Alarm aus. Nicht die Pflegerin, sondern die Familie des Babys, das sich laut Staatsanwaltschaft in Lebensgefahr befand, leistete laut Anklage Notfallhilfe.

Die Eltern führten bis zum Eintreffen des Rettungswagens Beatmungsmaßnahmen durch und verhinderten damit Schlimmeres.

Der zweite massive Vorfall soll sich in einem Seniorenheim im Landkreis Mühldorf ereignet haben. Die 52-Jährige hatte zwischenzeitlich umgesattelt auf Altenpflegerin. Während der Nachtschicht auf den 10. Dezember 2018 ging sie in das Zimmer ;eines schwer demenzkranken 83-Jährigen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, mit einer etwa drei Kilogramm schweren Fußstütze eines Rollstuhls mindestens zehn Mal auf den Kopf des wehrlosen bettlägerigen Bewohners eingeschlagen zu haben.

Auch in diesem Fall nimmt die Staatsanwaltschaft eine konkrete Lebensgefahr des Opfers an. Der alte Herr trug 22 blutende Verletzungen davon sowie ein Schädel-Hirn-Trauma mit den entsprechenden Schmerzen.

Die Hauptverhandlung der Sechsten Strafkammer mit Vorsitzender Richterin Jacqueline Aßbichler beginnt am Donnerstag, 15. April, um 10 Uhr und wird am 20., 27. und 29. April fortgesetzt.

Kommentare