Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


MIT 73 JAHREN GESTORBEN

Herausragender Kommunalpolitiker Ottmar Wimmer: Der Altbürgermeister von Ampfing ist tot

Ottmar-wimmer.jpg
+
28 Jahre lang leitete er die Geschicke der Gemeinde Ampfing: Ottmar Wimmer, der mit 73 Jahren verstorben ist.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
    schließen
  • Hans Grundner
    Hans Grundner
    schließen

Ottmar Wimmer ist tot. Am Samstag starb der langjährige Bürgermeister von Ampfing in einer Klinik in Regensburg. Große Betroffenheit löste die Nachricht in der Gemeinde aus. Denn kaum einer trieb die erfolgreiche Entwicklung der Gemeinde Ampfing so voran, wie er es getan hat.

Ampfing– Er galt als herausragende Bürgermeisterpersönlichkeit, die großen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung der Gemeinde Ampfing hat. Jetzt ist Ottmar Wimmer kaum drei Jahre, nachdem er von seinem Amt zurückgetreten war, im Alter von 73 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Ottmar Wimmer war keiner, den es in die große Welt hinausgezogen hat. Seinen Mittelpunkt hatte er in Ampfing – beruflich wie privat. „Seine Herz hing an Ampfing. Er wollte, die Gemeinde lebenswert machen und dass sie so bleibt“, sagt seine Frau Christel.

Am 19. September 1947 kam Ottmar Wimmer zur Welt und wuchs in der Ortsmitte, direkt neben der Kirche, auf. Nach seiner Ausbildung im Mühldorfer Landratsamt und seiner Zeit bei der Bundeswehr wechselte er 1969 ins Ampfinger Rathaus, wo er später Geschäftsstellenleiter wurde.

Im Rathaus lernte er seine spätere Frau Christel kennen und lieben, die damals ebenfalls in der Verwaltung tätig war.

Gemeinsam seien sie gerne verreist, doch die „große Welt brauchte er nie“. Von den Reisen hätte er viele Anregungen mit nach Hause genommen. Tennis und Skifahren gehörten zu seinen Hobbys. Der TSV Ampfing lag ihm am Herzen. Den Ausgleich zu seiner Arbeit schuf er in der Familie und im Garten. „Das hat ihm viel bedeutet, hier konnte er sich wieder Kraft für seine Arbeit holen“, sagt seine Frau.

28 Jahre an der Spitze der Gemeinde

28 Jahre lang stand Wimmer an der Spitze der Gemeinde Ampfing. Für seine Verdienste wurde er nach seinem Abschied zum Altbürgermeister und Ehrenbürger ernannt. Über Parteigrenzen hinweg hatte er sich als entschiedener Antreiber und innovativer Ideengeber, der die Gemeinde in den vergangenen drei Jahrzehnten geprägt hatte, wie kein anderer, Anerkennung erworben.

„28 Jahre als Bürgermeister – das ist sicherlich eine außergewöhnliche Leistung“, würdigt ihn Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber. In seiner Amtszeit habe Ottmar Wimmer viele entscheidende Weichen gestellt: der Bau der Ostumgehung, die Umsetzung des Abwasserentsorgungskonzepts, der Ausbau der Wasserversorgung, die Ortskernsanierung, der Neubau der Einfachturnhalle, der Kinderkrippe und des kommunalen Kindergartens, der Kinderhort, die Gestaltung der Schallschutzwände zum zweigleisigen Bahnausbau oder die Einhausung der A 94 bei Wimpasing.

Wimmer war einer, der wusste, was er will. Beständig und geduldig, findig im Umgang mit Behörden trieb er seine Projekte voran. „Er hat oft die Nase vorn gehabt. Einer, der nicht aus dem Bauch heraus entschieden hat, sondern langfristig gedacht hat“, sagt Huber über seinen Parteifreund.

Kreisrat und stellvertretender Landrat

Seit 1978 war Ottmar Wimmer Mitglied bei der CSU, seine politische Karriere begann 1990, als er zum Bürgermeister gewählt wurde. Von 1990 bis 2008 war er als Kreisrat tätig, von 1996 bis 2002 stellvertretender Landrat.

„Er hat Ampfing so stark geprägt, wie kaum einer vor ihm. Er war ein gewiefter Stratege – im Tennis wie in der Politik“, so Huber. Vieles habe Wimmer angestoßen und damit Ampfing zu einem der führenden Orte im Landkreis gemacht. Besonders die Umwelt sei ihm am Herzen gelegen. Den Ausbau kommunaler Solaranlagen hat er vorangetrieben, die Straßenbeleuchtung ließ er auf LED umstellen, die Ideen für eine Hackschnitzelanlage, Energiewälder und eine Streuobstwiese stammen von ihm.

„Er hat für die Sache gekämpft“, sagt seine Frau Christel. Als „unbeirrbaren Verfechter seiner Vorstellungen“ bezeichnet ihn auch sein Amtsnachfolger Josef Grundner. Er habe ihn als jemanden kennengelernt, der dabei auch charmant sein konnte und keinen Konflikt gescheut habe. „Sein früher Tod ist ein Verlust für die Gemeinde.“

Das vergangene Jahr war schwierig für Ottmar Wimmer. In seiner Rente hatte er sich gerne mit seinen Bekannten getroffen, doch Corona ließ solche Treffen nicht mehr zu. „Das hat ihm gefehlt“, sagt seine Frau.

Kampf gegen Corona verloren

Ottmar Wimmer hat 28 Jahre für das Wohl von Ampfing gekämpft, seinen Kampf gegen Corona verlor er. Drei Monate wurde er in der Uniklinik Regensburg nach einer Corona-Infektion behandelt, am Samstag ist er im Alter von 73 Jahren verstorben.

Seine Frau Christel, mit der er 49 Jahre verheiratet war, und Tochter Birgit trauern um ihn. Sein Sohn Christian verstarb bereits 2017. Ein schwerer Schicksalsschlag, der ihn viel Kraft gekostet hat. Im Juli 2018 folgte der Rückzug aus der Politik. Im November des gleichen Jahres ernannte ihn Josef Grundner zum Altbürgermeister und Ehrenbürger. Für seine Verdienste erhielt er die Kommunale Verdienstmedaille und die Bayerische Staatsmedaille.

Mehr zum Thema

Kommentare