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Umfrage

Ostern daheim: Was Menschen in Mühldorf von erwarteten Corona-Reiseeinschränkungen halten

Urlauber liegen am Timmendorfer Strand zwischen Strandkörben am Wasser.
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Eine Urlaubsreise an Ostern? Dazu gibt es derzeit eine politische Debatte.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schlägt vor, dass Reisen zu Ostern in der Corona-Pandemie bundesweit eingeschränkt werden sollten. Eine Umfrage in Mühldorf zeigt: den Vorschlag finden nicht alle gut.

Mühldorf – Keine Urlaubsreise an Ostern? Kein Flug in die Sonne oder zum Skilaufen nach Tirol? Das hat zumindest Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer angekündigt. Er glaubt, dass Corona keine Reise zulässt. Wir haben Menschen auf dem Mühldorfer Stadtplatz gefragt: Was halten Sie von möglichen Reiseeinschränkungen.

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Gisela Ripota (69) aus Mühldorf, Pensionärin

„Ich bin in meinem Leben sehr viel gereist. Heute brauche ich das nicht mehr so sehr. Ins Ausland reisen ist mir nicht mehr so wichtig, aber zumindest innerhalb Deutschland, Österreich und der Schweiz würde ich mich sehr gerne frei bewegen dürfen. Wenn ich reisen dürfte, würde ich vor allem meine Kinder und Enkelkinder besuchen. Ich komme aus Baden-Württemberg. Dort habe ich meine ganze Familie und liebe Freunde. Diese vermisse ich schrecklich arg und klar, man leidet, dass man nicht einmal die eigene Familie sehen darf. Ein Ende ist ja mit all dem nicht in Sicht. Ich hoffe, wie wohl alle anderen Menschen auch, dass es vielleicht doch noch Lösungen gibt, damit man zumindest die eigene Familie mal wieder treffen darf und selbst sehen kann, dass es allen gut geht“.

Eva Kelldorfner (64) aus Mittergars, Bürokauffrau:

„Ich finde es vernünftig mit dem Reisen noch zu warten. Jetzt haben wir seit Monaten Ausgangssperren. Wenn jetzt alles gelockert wird, strömen wieder die Massen in den Urlaub und der Inzidenzwert schießt wieder nach oben. Alles was wir uns in den letzten Monaten mühevoll aufgebaut haben, wird dann durch so etwas wieder zerstört. Natürlich vermisse auch ich das Reisen. Ich habe mir im letzten Herbst einen Campingbus gekauft, aber der muss nun leider noch zu Hause herumstehen. Reise ist ja in Ordnung, aber nur wenn die Menschen auch vernünftig wären. Ich hoffe bald mit meinem Campingbus nach Dänemark fahren zu dürfen. Solange das aber nicht möglich ist, akzeptiere ich das. Ich wünsche mir ja schließlich auch, dass man Corona endlich bald im Griff hat“.

Gudrun Wengler (59) aus Mühldorf, Vorstandsassistentin

„Ich finde es eigentlich in Ordnung, dass man zu Ostern noch nicht reisen darf. Das Problem ist, dass viele Menschen unvernünftig sind und gerne zur Übertreibung neigen, sobald etwas gelockert wird. Ich gehe auch sehr gerne auf Reisen, aber aufgrund der aktuellen Lage ist es noch zu früh, Reisen zu erlauben. Mein Mann und ich fahren sehr gerne in die Berge oder ans Meer. Wenn wir es dürften, würden wir an Ostern an die Nordsee fahren und im Sommer in die Berge. Dieses Jahr würde ich ohnehin lieber mit dem Auto in Urlaub fahren als zu fliegen. Wenn die Menschen sich an die Vorschriften halten würden, bescheiden wären und Rücksicht aufeinander nehmen würden, könnten wir Corona bestimmt besser in den Griff bekommen. Beim Yoga sagt man `Grateful` sein“.

Nadine Seifert (32) aus Mühldorf, Hausfrau

„Ich finde es in Ordnung, dass man noch nicht reisen darf. Zumindest Auslandsreisen sollte man aufgrund der aktuellen Lage noch meiden. Mein Mann und ich haben immer gerne mit unserer Tochter etwas unternommen. Sie ist jetzt 14. Für Kinder ist es schlimm, dass sie eingesperrt werden. Wenn man zumindest in der Heimat mal in den Zoo dürfte, ins Museum, ein Eis essen gehen oder in einen Freizeitpark. Dann hätten die Kinder zumindest hier ein bisschen schöne Ferien. Aber man darf ja gar nichts. Weite Reisen müssen ja nicht sein. Man sah ja letztes Jahr in den Pfingstferien, was die Leute angerichtet haben. Sobald es eine Lockerung gibt übertreiben es viele. Das Problem ist, dass viele Menschen nicht vernünftig sind und nur an sich denken. Dadurch wird ja nichts besser“.

Heinrich Curtmann (68) aus Trostberg, Rentner

„Wir würden schon sehr gerne verreisen. Österreich, Schweden, Dänemark , einfach innerhalb Europas. Aber leider haben ja alle Hotels zu, so dass man sich nicht einmal innerhalb Deutschlands ein paar schöne Tage machen darf. Es kann doch nicht sein, dass man absolut gar nichts darf. Nicht einmal ein Museum besuchen. Wenn Reisen zu Ostern erlaubt wäre, würden wir auf alle Fälle ein paar Tage wegfahren. Wir haben in ganz Deutschland Familie und Freunde. Diese vermissen wir schrecklich arg. Man darf sie ja nicht einmal besuchen. Logisch leidet man darunter. Es gibt ja auch noch rücksichtsvolle Menschen wie wir, die sich an alles halten. Inzwischen fühlen wir uns wie im Gefängnis. Es ist schlimm, was den Leuten angetan wird. Uns wird unsere Freiheit genommen“.

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