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Porträt der Woche

Osterinsel-Skulpturen blicken auf Haag: Das ist der Mann hinter den Moais

Die Moais, die berühmten Skulpturen der Osterinsel haben auch die Wasserburger Region erobert, dank des Künstlers Franz Eder.
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Die Moais, die berühmten Skulpturen der Osterinsel haben auch die Wasserburger Region erobert, dank des Künstlers Franz Eder.
  • VonKarlheinz Günster
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Wie kommt man dazu, Moais, diese riesigen, Richtung Himmel blickenden Steinfiguren, für die die Osterinsel in der Südsee bekannt geworden ist, in unseren Breiten aus Holz auszuschneiden? Das wollten wir von Franz Eder aus Maitenbeth wissen.

Maitenbeth/Haag/Kirchdorf – Am Kronberg, noch vor der Grainerkapelle in Richtung Langrain abbiegend, steht eine ganze Reihe Moais auf einem Erdwall. Nicht so groß wie das Original, aber trotzdem sehenswert.

Die Idee kam von einem Freud

Allesamt sind sie mindestens einen Meter hoch und blicken auf Kirchdorf und Haag. Franz Eder aus Maitenbeth hat sie aus dem vollen Baumstamm geschnitten und angekündigt, „da kommt noch mehr“. Auf 50 Stück soll die Truppe anwachsen. Vorbild sind die originalen Moais, aus Stein, wie sie zu großer Zahl auf der Osterinsel im südlichen Pazifik zu sehen sind. Auf den ersten Blick wirken sie mit großem Kopf und fehlendem Unterleib alle gleich, doch das täuscht. Durch tief- oder weniger tiefliegende Augen und kantige Gesichter lassen sich viele Variationen davon herstellen: ´mit freundlichem, weniger freundlichem, entschlossenem und vor allem souveränen Ausdruck.

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Dieses Spielfeld hat Franz Eder für sich entdeckt. Bald entstehen neue Figuren mit oder ohne Hut, aus Erle oder Fichte. „Das Holz muss beim Schneiden noch nass sein“, verrät er, dann reißt es nicht. Ein Arbeitskollege brachte ihn vor ein paar Jahren darauf. Der war nämlich auf der Osterinsel und fragte ihn anschließend, ob er so etwas herstellen könnte.

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Franz Eder ist mit drei Geschwistern als Kind von Ottilie und Johann Eder in Langrain in der Gemeinde Reichertsheim auf einem Bauernhof aufgewachsen. Die Schule besuchte er in Ramsau, damals noch im Kloster. Danach folgte eine Ausbildung zum Automechaniker in Haag, nach der Bundeswehrzeit eine Anstellung in einem Autokarosseriebetrieb in Soyen.

Seit 1987 bis jetzt zur Rente war der Erdinger Flughafen Arbeitgeber. Gerne war er auch beim Roten Kreuz in Haag, damals als jüngster Ausbilder Bayerns. Seine Frau Anita, geborene Leitmannstetter, lernte er 1978 dann auch beim Sanitätsdienst kennen und zog später mit ihr nach Maitenbeth.

Drei eigene Kinder bekam das Paar. Durch die Aufnahme von zwölf Pflegekindern in unterschiedlichen Zeiträumen und Verweildauern wuchs die Familie im Laufe der Jahre. Das sei eine vor allem emotional sehr anspruchsvolle Aufgabe, erklärt Franz Eder, denn dazu gehöre trotz des oft schwierigen Schicksals der Kinder auch stets das Loslassen. Eine besondere Bedeutung hat für Franz Eder jedoch der Wald. Nicht nur zum Bearbeiten von Holz, sondern auch als Spielwiese dafür, was da alles wächst. Beeren, Mammutbäume, Nussbäume, all das probierte Franz Eder aus. Hier findet er neue Energie und hatte auch stets einen Ausgleich zur Arbeit am Flughafen.

Probleme pragmatisch lösen

Auf dem Vorfeld des Flugplatzes war er es über Jahrzehnte gewohnt, die Sicherheit zu prüfen und Probleme möglichst pragmatisch zu lösen, etwa bei außerplanmäßigen Landungen. Wichtig war ihm, die Arbeit stets zu einhundert Prozent zu erledigen, gleich ob die Bedingungen durch Wind und Wetter oder durch die Nachtschicht angenehm waren oder nicht. Das Jonglieren mit mehreren Funkgeräten und das Koordinieren auf der großen Fläche waren seins, lediglich etwas getrübt durch die letzten Jahre, als die Pflicht, jeden Arbeitsschritt zu dokumentieren, beständig zunahm.

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Neben dem Wald gehört seine Leidenschaft seinem Oldtimermotorrad und dem Skifahren. „Seine“ Moais sind aber nicht die einzigen Holz-Erzeugnisse: Es gibt auch dauerhafte Weihnachtsbäume mit Lichterketten oder Brotzeitbretterl, die er auch verkauft.

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