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Konkurrenz für den boomenden Internet-Handel

Amazon vor Ort mit einer App schlagen: Lokaler Online-Marktplatz für Mühldorf geplant

Christian Kühl hat die App bereits auf dem Tablet, mit der sich Händler in anderen bayerischen Städten zu einem lokalen Internetmarktplatz zusammengeschlossen haben.
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Christian Kühl hat die App bereits auf dem Tablet, mit der sich Händler in anderen bayerischen Städten zu einem lokalen Internetmarktplatz zusammengeschlossen haben.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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„Mühldorf vor Ort“ will einen regionalen Online-Marktplatz aufbauen, eine Art lokales Amazon. Die Reaktion der Geschäftsinhaber ist bislang zurückhaltend. Dabei ist das Prinzip ganz einfach.

Mühldorf – Über eine App, die ein Münchner Unternehmen anbietet, können Geschäfte Produkte anbieten und verkaufen. Die werden dann in der Region ausgeliefert. Der Clou: Es sind ausschließlich heimische Firmen, die ihre Ware unter dem Label Mühldorf auf der App anbieten.

„Wenn Kunden also bestellen, tun sie dies garantiert am Stadtplatz“, sagt „Mühldorf-vor-Ort“-Vorsitzender Christian Kühl.

Online auf dem Stadtplatz einkaufen

Von dort geht die Ware schnell und regional begrenzt zu den Kunden. Wie bei Amazon, nur auf kurzem Weg und ohne großen Verpackungsaufwand, oder, wie Kühl es ausdrückt: „nachhaltig“.

Lesen Sie auch: Lastenrad statt Amazon: In Mühldorf sollen regionale Online-Anbieter gestärkt werden (Plus-Artikel OVB-Online)

Die zusätzliche Arbeit für die Händler hält er für überschaubar, schließlich solle niemand sein gesamtes Sortiment fotografieren, beschreiben und hochladen. Kühl spricht von den zehn Topsellern, den Artikeln, die sich am besten verkaufen. Danach müsse der Bestelleingang überwacht und die Ware verschickt werden. „Ein überschaubarer Aufwand“, sagt Kühl.

Es gelingt nur, wenn viele mitmachen

Michael Hell, der ein großes Modehaus auf dem Stadtplatz betreibt, beziffert den Aufwand auf zwei bis vier Stunden im Monat, „ganz ohne Arbeit geht es also nicht“. Trotzdem hält er das Angebot für gut, denn dem einzelnen Geschäft bliebe der technische Aufwand und Kosten eines eigenen Angebots weitgehend erspart. „Wir werden mitmachen“, sagt er, wendet aber ein, dass der Erfolg davon abhänge, dass möglichst viele mitmachen. „Dann hätten wir was gewonnen.“

Zur Vorstellung der Idee kamen nur acht Geschäftsleute

Genau an diesem Punkt könnte das Vorhaben scheitern. Zu einer Vorstellung im Stadtsaal kamen nur acht Geschäftsinhaber. So hat auch Melissa Wimmer von Milamü noch nichts von dem Vorhaben gehört. Sie sagt aber: „Die Idee ist sehr gut.“

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Zu den Skeptikern gehört Edeltraud Haumeier. Die Inhaberin des Geschäfts „Modeformat“ sagt: „Ich glaube nicht, dass das eine Chance ist.“ Sie hat einen eigenen Internetauftritt für ihr Geschäft, kaufen können Kunden auf diesem Weg aber nicht. „Unsere Kunden kommen und wollen probieren“, sagt sie und macht das an ihrer Klientel fest, die Bekleidung in großen Größen sucht.

Gerhard Kohlschmid betrachtet das Angebot für sein Sportgeschäft dagegen als interessantes Zusatzangebot. Ihm kommt es auf den regionalen Bezug an, auf den Versand durch heimische Dienstleister auf das Warenangebot, das tatsächlich aus seinem Geschäft kommen soll. „Wenn das gewährleistet ist, ist es grundsätzlich gut“, sagt er und betont: „Wenn es die technische Möglichkeit gibt, sollten wir sie nutzen.“

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Denn einen Fortschritt sollte es in diesem Bereich nach Ansicht der Händler geben. Click&Collect, davon ist Vorsitzender und Brillengeschäftinhaber Kühl überzeugt, ist kein Weg zum Erfolg. „Wer im Internet bestellt, will geliefert bekommen“, sagt er. Hell sagt: „Damit könnte ich auch nachts um zwölf noch lokal einkaufen.“ Ein Tag Lieferzeit, das ist das Ziel des elektronischen Marktplatzes Mühldorf, betont Kühl. Dabei gehe es um ein zusätzliches Standbein, um zusätzliche Einnahmen, die ohne dieses Angebot zu weltweiten Händlern fließen könnten.

Kosten deutlich niedriger

Ob es zu der Einkaufs-App in Zusammenarbeit mit der Münchner Firma U-Pax kommt, hängt davon ab, wie viele Händler mitmachen. 25 müssen es laut Christian Kühl sein. Denen stellt der Anbieter die App kostenlos zur Verfügung.

Deutlich billiger als der Verkauf über Amazon

Geld fließt erst, wenn Ware über die App verkauft wird. Sieben Prozent vom Umsatz verlangt U-Pax laut Kühl. Das sei nicht einmal die Hälfte von dem, was Amazon kassiere, sagt Sporthändler Kohlschmid. „Die nehmen 15 bis 20 Prozent Provision.“ Der Aufbau eines eigenen Internetversands samt Pflege einer Internetseite kostet laut Kühl dagegen schnell einen sechsstelligen Betrag.

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