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Autos, Motorräder und Bulldogs

1200 Kilometer mit dem Traktor: Treffen mit 150 Oldtimern einer der Höhepunkte des Aschauer Sommers

Während es Peter Brandmeier (links) aus Aschau nicht weit zum Oldtimer-Treffen hatte, brauchte Heiner Cordes deutlich länger. Er war aus Niedersachsen angereist und hat seit seiner Abfahrt daheim 1200 Kilometer zurückgelegt.
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Während es Peter Brandmeier (links) aus Aschau nicht weit zum Oldtimer-Treffen hatte, brauchte Heiner Cordes deutlich länger. Er war aus Niedersachsen angereist und hat seit seiner Abfahrt daheim 1200 Kilometer zurückgelegt.
  • Kirsten Meier
    VonKirsten Meier
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Mehr als 50 Jahre haben sie teilweise auf dem Buckel, aber noch immer sind sie schön anzusehen. Beim Oldtimer-Treffen waren rund 150 Autos, Motorräder und Bulldogs - einer der Höhepunkte des Aschauer Sommers.

Aschau am Inn – Im Stadl spielt die Berghammer Tanzlmusi, der Trachtenverein d´Stoabacher sorgt für das leibliche Wohl der Besucher und im Freien kann man eine Zeitreise erleben, die das Herz jedes Oldtimer-Liebhabers höherschlagen lässt. Das Frühschoppen-Konzert mit dem Oldtimer-Meeting ist eine der beliebtesten Veranstaltungen des Aschauer Sommers, der heuer ins Leben gerufen wurde.

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Die Idee dazu wurde aus der Not heraus geboren. Bürgermeister Christian Weyrich und der zweite Bürgermeister Christian Mayerhofer wollten ihren Vereinen und Bürgern etwas Gutes tun, denn schließlich hatte Corona lange Zeit nahezu alles stillgelegt. „Die Menschen sehnten sich nach dem kulturellen Leben. Uns war deshalb klar, dass etwas getan werden muss“, sagen Weyrich und Mayerhofer. Mit dem Aschauer Sommer wollte man die Möglichkeit schaffen, wieder ein Stück Normalität zu erleben. Mit Erfolg: „Gleich zum Start am letzten Juli-Wochenende kamen etwa 200 Besucher. Damit haben wir nicht gerechnet, dass das auf Anhieb so toll ankam.“

Nur eines von 3300 Stück

Seitdem folgen wöchentlich abwechslungsreiche Events unter den geltenden Corona-Maßnahmen. Zu einem der Höhepunkte gehört das Oldtimer-Treffen, das am Wochenende über die Bühne ging. Auf die Idee, die alten Fahrzeuge in Aschau zu versammeln, kam Gabi Reiter. Ihr Ehemann Andi und sie sind selbst große Oldtimer-Liebhaber. Die alten Autos, Zweiräder und Traktoren begeistern Jung und Alt. Auch Lukas Wimmer aus Aschau rattert mit seiner alten Zündapp Bergsteiger, Baujahr 1974 über das Gelände. „Seit vier Jahren habe ich das Mofa. Es fährt nur 25 km/h und ist im Originalzustand.“

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Ludwig Vorderwestner aus Heldenstein besitzt eine Lavenda 500, von der es nur 500 Modell gibt.

Unter die alten Motorräder hat sich auch eine Lavenda 500, Baujahr 1981 gesellt. Ihr Besitzer ist Ludwig Vorderwestner aus Heldenstein. Sein Motorrad ist ein echtes Schmuckstück. Es wurden nur 3300 davon gebaut. „Sie taucht nie in den Foren auf, weil sie sehr selten ist“, erzählt der Motorrad-Liebhaber, dessen Herz vor allem für italienische Modelle schlägt. „Ich fahre damit zu Oldtimertreffen und bin mit meiner alten Maschine schon zum Lavenda-Treffen gefahren. Oldtimer-Treffen müsste es öfters hier in unserer Gegend geben“, sagt er und hofft, dass das Aschauer Treffen nicht das letzte ist.

Mit dem Traktor aus Niedersachsen

Bei den Traktoren sticht ein Bulldog der Marke Eicher, Baujahr 1955, ins Auge. Der alte Traktor ist komplett im Originalzustand und ein Erbstück. Der Besitzer ist Peter Brandmeier aus Aschau. „Ich mache damit nette Fahrten mit meinen Enkeln und gehe natürlich auch zu Oldtimer-Treffen“, erzählt der 74-Jährige. „Ich würde mir wünschen, dass es öfters solche Veranstaltungen bei uns gebe. Man trifft hier tolle Menschen und interessante Fahrzeuge.“

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Direkt neben Brandmeiers 66 Jahre altem Gefährt steht ein alter Kramertraktor, Baujahr 1968. Was auffällt, ist das Kennzeichen – OHZ für Osterholz in Niedersachsen. Definitiv der Teilnehmer, der die weiteste Anreise hinter sich hat.

Ob es eine Neuauflage geben wird, steht in den Sternen. Der Aschauer Sommer geht noch bis Mitte September weiter und die Bürgermeister sind mit der Resonanz bislang sehr zufrieden.

Mit 25 km/h quer durch Deutschland

Welches Gefährt am ältesten war, das konnte nicht eruiert werden, doch die weiteste Anfahrt hatte Heiner Cordes (65) aus Grasberg mit seinem Kramertraktor, Baujahr 1968. „Mein Traktor stand 20 Jahre nur herum, den ich in etwa 300 Arbeitsstundenrestauriert habe. Ich bin am 14. August gestartet und habe seither 1200 Kilometer zurückgelegt. Mein Traktor fährt zwar nur 25 km/h, aber dafür habe ich unglaublich viele tolle Eindrücke auf meiner Reise gesammelt.“

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Am Freitag möchte er beim Kramer-Treffen in Überlingen sein und bei der Reiseplanung dazu hat er vom Aschauer Oldtimer-Treffen erfahren. „Da ich Blasmusik und Oldtimer liebe, war das geradezu perfekt für mich. In etwa vier Wochen möchte ich wieder zu Hause sein.“ Wenn möglich, will er auch durch die Schweiz und Frankreich fahren – vorausgesetzt Corona erlaubt es. „Eigentlich wollte ich diese Tour nur einmal machen, aber jetzt, wo ich unterwegs bin, habe ich beschlossen, das nächstes Jahr zu wiederholen. Wenn dann wieder ein Oldtimer-Treffen in Aschau ist, komme ich wieder vorbei.“

Sorgen, dass sein alter Traktor ihn im Stich lassen könnte, muss er sich keine machen. Er hat seinen Anhänger dabei, den er zum Wohnbereich umfunktioniert hat und die Notausrüstung wie Rampe und Seilwinde sind sicher verstaut. Damit könnte sein alter Kramer locker abgeschleppt werden und das Abenteuer lässt sich genießen.

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