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Ohne Rezeption und Frühstücksraum

Ampfinger Gemeinderat segnet Pläne für Motel ab

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Ohne Frühstücksraum und ohne Rezeption soll das Motel in Holzheim gestaltet werden. Für die Gäste steht auch eine Tiefgarage zur Verfügung.
  • Hans Rath
    vonHans Rath
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102 Betten in 52 Gästezimmern: In Holzheim soll ein Motel entstehen. Der Gemeinderat hatte nun in seiner jüngsten Sitzung über den Bauantrag zu entscheiden.

Ampfing – Eine Betriebsbeschreibung, welche die Grundlage für die Zulässigkeit eines Motels im Gewerbegebiet ist, lag dem Antrag bei: Das Motel funktioniert ohne Rezeption und Frühstücksraum. Die Reservierung erfolgt online und mit Zimmercodierung.

Laut Angaben des Bauherrn wird der Belegungsgrad bei etwa 50 bis 70 Prozent mit einer Verweildauer zwischen einer Nacht (Durchreisende) und einer Woche (Messebesucher, -arbeiter, -monteure) sein. Unter den genannten Voraussetzungen sei die Errichtung eines Motels in einem Gewerbegebiet zulässig.

Es braucht eine verträgliche Werbung

Die erforderlichen Stellplätze können auf dem Grundstück nachgewiesen werden und entsprechen der Satzung der Gemeinde: 44 Parkplätze in der Tiefgarage, zehn oberirdische Stellplätze und ein Busstellplatz. Die Grund- und Geschossflächenzahl, die Wandhöhe und die Dachneigung entsprechen den Festsetzungen des Bebauungsplans. Es entstehen vier Stockwerke, wobei das dritte Obergeschoss kein Vollgeschoss ist.

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Die Nachbarzustimmung des nördlichen Nachbarn liegt nicht vor. Da die Tiefgarage bis ein Meter an den öffentlichen Straßengrund (Gemeindeverbindungsstraße Holzheim – Schicking) errichtet werden soll, ist ein Standsicherheitsnachweis mit entsprechendem Baugrubenverbau vorzulegen.

Laut Aussage des Antragstellers werden die noch fehlenden Unterlagen, auch aus wirtschaftlichen Gründen, nachgereicht, sobald das gemeindliche Einvernehmen erteilt wurde. Nachzureichen sind demnach ein Brandschutznachweis, ein Freiflächengestaltungsplan, ein Entwässerungsplan und eine Standsicherheitsberechnung.

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Es folgte eine angeregte Diskussion, in der die Verwaltung zum einen die ‚Lichtverschmutzung‘ durch Werbetafeln ansprach. Hier ist auf eine „verträgliche Werbung“ gegenüber Anliegern und Landschaft zu achten. Die Zugänge zum Gebäude sollen zum anderen nach Ansicht der Verwaltung im Erdgeschoss barrierefrei gestaltet werden.

Gemeinderat Rainer Stöger (Die Grünen) bemängelte den ungünstigen Standort des geplanten Motels. Die Anbindung an das Ortszentrum, um sich beispielsweise mit Lebensmitteln zu versorgen, funktioniere nur mit einem Fahrzeug. Der Bauherr sollte Fahrradstellplätze und E-Tankstellen (eventuell in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage in die Planung mit aufnehmen.

Steigender Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten

Bürgermeister Josef Grundner (CSU) sprach den vorhandenen Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten an. Da alle Vorgaben des Bebauungsplans eingehalten werden, sei das Vorhaben auch baurechtlich zulässig. Falls durch den Bau Schäden an der Straße entstehen, sei dafür der Verursacher haftbar.

Gemeinderat Dr. Marcel Huber (CSU) betonte ebenfalls den ständig wachsenden Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten. Die von Ratskollegen Rainer Stöger benannten Vorschläge seien gut. Die Gemeinde könne den Bauherrn dazu jedoch nicht verpflichten, sondern nur darauf hinweisen. Die Dokumentation des aktuellen Straßenzustandes sei besonders wichtig, damit gegebenenfalls ein entstandener Schaden bewiesen werden kann.

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Gemeinderat Christian Ott (Die Grünen) wies darauf hin, dass wegen der fehlenden Unterlagen eine Beschlussfassung schwierig sei. Bürgermeister Grundner teilte dazu mit, dass bei unvollständigen Bauanträgen vom Landratsamt keine Genehmigung erteilt werde.

Gemeinderat Hans-Peter Kohlschmid (CSU) machte das Gremium auf die in der vorgelegten Planung bereits enthaltenen Fahrradstellplätze aufmerksam.

Mit 15:3 segnete der Gemeinderat den Bauantrag für ein Motel mit Tiefgarage in Holzheim ab. Die fehlenden Unterlagen muss der Bauherr nachreichen, außerdem ist auf unnötige Lichtverschmutzung und Barrierefreiheit zu achten.

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