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WUT UND UNVERSTÄNDNIS

Ohne Lobby: Ampfinger Haushaltswarengeschäft kritisiert ungleiche Behandlung im Corona-Lockdown

Florian Kupke, Juniorchef von Küche und Tisch Harter, befürchtet auf einen Großteil der Saisonware sitzen zu bleiben.
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Florian Kupke, Juniorchef von Küche und Tisch Harter, befürchtet auf einen Großteil der Saisonware sitzen zu bleiben.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Seit Ende Dezember ist das Ampfinger Haushaltswarengeschäft „Küche und Tisch Harter“ geschlossen. Während hier Pfannen, Töpfe und Messer in den Regalen nur über „Click und Collect“ verkauft werden können, gehen sie in großen SB-Warenhäusern ganz normal über die Ladentheke. Ein Unding, wie Juniorchef Florian Kupke findet.

Ampfing – „Freilich haben wir einen längeren Atem weil wir für unser Geschäft keine Miete bezahlen müssen“, sagt Florian Kupke, Juniorchef von Küche und Tisch Harter. Trotzdem stößt es dem 31-Jährigen sauer auf, dass kleine Händler aufgrund des Lockdowns in Zwangspause sind, während große SB-Warenhäuser Non-Food-Artikel wie Haushaltswaren, Bekleidung oder Sportartikel durchaus verkaufen können.

„Das ist wettbewerbsrechtlich ein Unding“, schimpft der Geschäftsmann. Er glaubt, gerade die kleinen Händler könnten strikt auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen achten. Laut Regierung dürfen sogenannte Güter des täglichen Bedarfs während des Lockdowns über die Ladentheke gehen. „Sind Pfannen, Töpfe, Messer oder sonstige Küchenhelfer nicht auch Güter des täglichen Bedarfs“, fragt sich der Juniorchef, auf den die Definition „Güter des täglichen Bedarfs“ willkürlich wirkt. „Hausratshändler wurden bisher in keiner Weise berücksichtigt“, prangert Florian Kupke an.

Unmut vieler Kollegen

Bestrebungen, mit lokalen und überregionalen Entscheidungsorganen in die Diskussion zu treten, seien abgewiegelt worden. „Das ist schon mehr als verwunderlich, insbesondere wenn man sich die ellenlange Positivliste des bayerischen Gesundheitsministeriums anschaut. Auf dieser Liste stehen die Branchen, die von der Schließung ausgenommen sind. Hausratshändler gehören nicht dazu.“

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Der Unmut vieler Kollegen seiner Branche wachse daher weiter. „Auf uns wirkt es teilweise so, als würden nur jene Bereiche Gehör finden, die auf eine starke Interessensgemeinschaft zählen können. Wir kleinen Händler haben eine solche Lobby leider nicht.“ Die Verlängerung des Lockdowns bis mindestens 7. März betrachtet Kupke mit einer Mischung aus Unsicherheit, Unverständnis und Wut.

Die nun vom bayerischen Ministerrat zum 1. März beschlossene Öffnung von Baumärkten und Körperpflegesalons verstärke die herrschende Ungerechtigkeit. „Für mich ist nur schwer nachvollziehbar, weshalb Besuche bei der Maniküre, im Baumarkt, im SB-Warenhaus oder in der Musikschule erlaubt sein sollen, während Händler wie wir geschlossen bleiben. Weder kann hier das Argument des „täglichen Bedarfs“ noch des geringeren Infektionsrisikos greifen“, glaubt der 31-Jährige.

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Die Aktion „Click & Collect“ sei für Küche und Tisch Harter keine sinnvolle Überbrückungsmaßnahme, sondern vielmehr nur Schadensbegrenzung. „Wenn wir hier auf zehn bis fünfzehn Prozent des Umsatzes kommen, ist es viel.“ Wie der Juniorchef berichtet, hätten er und seine Familie die Zeit der Schließung bisher für Renovierungsarbeiten genutzt. Auch eine komplette Osterausstellung samt Saisonware ist entstanden.

Großteil der Saisonware wohl nicht zu verkaufen

Kupke schaut aufgrund der letzten Ministerpräsidenten-Konferenz besorgt in die Zukunft: „Eine Öffnung vor Mitte März kommt jetzt wahrscheinlich nicht mehr infrage. Vermutlich bleiben wir ähnlich wie an Weihnachten auf einen Großteil der Saisonware sitzen. Diese Produkte sind dann nur noch im Nachgang mit entsprechenden Rabatten zu verkaufen.“

Das Fachgeschäft Küche und Tisch Harter hat noch keinen Antrag auf Überbrückungshilfe III gestellt. Die Rahmenbedingungen sind nach Darstellung Kupkes bis dato nicht klar genug definiert. Die sechs Angestellten des Geschäfts wurden teilweise in Kurzarbeit geschickt, oder sie arbeiten reduziert.

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