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WEGEN CORONA 100-JAHR-FEIER VERSCHOBEN

Obertaufkirchner Imkervorstand: Viel Bienenwissen geht in der Pandemie verloren

Andreas Lentner, Vorsitzender der Stierberger Imker, bei seinen Bienen. Imker sind zwar systemrelevant, doch das restliche öffentliche Leben, das mit imkern zu tun hat, ist ausgesetzt.
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Andreas Lentner, Vorsitzender der Stierberger Imker, bei seinen Bienen. Imker sind zwar systemrelevant, doch das restliche öffentliche Leben, das mit imkern zu tun hat, ist ausgesetzt.
  • Nicole Sutherland
    vonNicole Sutherland
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Obertaufkirchen – Die Bienen selbst interessiert Corona nicht. Doch sie sind indirekt betroffen von den Maßnahmen, die von der Politik getroffen werden. Andreas Lentner, der Vorsitzende des Imkervereins Stierberg, gibt einen Einblick.

Durch die Corona-Maßnahmen konnten im letzten Jahr kaum Treffen stattfinden. Wie hat das den Verein beeinflusst?

Andreas Lentner: Wir haben relativ viele Jungimker. In den letzten drei Jahren haben wir 25 Neumitglieder dazubekommen. Und wir bieten Patenschaften an, die sich über zwei Jahre erstrecken. Die müssen ja auch betreut werden. Sonst hatten wir Monatsversammlungen, nun waren wir stark behindert durch Corona. Es geht jetzt durch telefonischen Austausch und über die Internetplattform Zoom. Das Wissen um die Bienen kann man nicht im Buch nachlesen. Es ist keine Hühnerhaltung. Es geht um den Jahresverlauf, zum Beispiel, wie war der Herbst. Wenn wir blühende Felder im Herbst hatten, wurde den Bienen ein Frühling simuliert und wenn der erste Frost kommt, können sie die Brut nicht warmhalten. Es sind wechselnde Zustände und ist weit differenzierter.

Nicht nur der Austausch untereinander, auch die Schulungen sind ausgefallen?

Lentner:Die Schulungen des Kreisverbandes in Erharting am Lehrbienenstand für die Landkreise Mühldorf und Altötting wurden in Corona-Zeiten ausgesetzt. Die praktischen Schulungen fehlen und die Informationen fehlen vor allem den Jungimkern. Weil Erharting weit weg ist, wollen wir im Landkreis einen Lehrbienenstand anschaffen, ein Zentrum, in dem Praxis vermittelt werden kann. Der Vorteil ist, wir hätten die Geräte da und könnten Arbeitsvorgänge trainieren, wenn es geht.

Wie wird das Imkern beeinflusst von der Pandemie?

Lentner: Wir sind eine systemrelevante Zunft und dürfen auch im Lockdown zu den Bienen fahren. Ansonsten ist das öffentliche Leben, das mit Imkern zu tun hat, ausgesetzt. Wir haben keine Veranstaltungsmöglichkeiten, können nicht zur Honigschulung gehen und nicht zur Zuchtveranstaltung. Wir können die Verbandsarbeit nicht wie gewohnt realisieren und wir können auch nicht auf den Markt gehen, um Honig zu verkaufen.

Auch die Vereinsarbeit leidet unter den Einschränkungen?

Lentner: Wir mussten unsere 100-Jahr-Feier um zwei Jahre verschieben. Wir haben allen Gruppen abgesagt, hatten bereits Verträge unterzeichnet und haben den Festausschuss gestoppt. Wir wollten einheitliche Kleidung für die Mitglieder und eine Standarte; und haben auch das gestoppt. Es ist unsicher, was die Zeit uns bringt und ob die Leute überhaupt wieder zu Veranstaltungen gehen werden. Auch die Kosten sind unter Hygienevorschriften ein Faktor. Und was ist, wenn nur Geimpfte teilnehmen dürfen. Also werden wir dieses Jahr nur in einem ganz kleinen Rahmen den 100. Geburtstag feiern. Auch für die weiteren Treffen werden wir abwarten und kurzfristig entscheiden, ob sie virtuell oder als Präsenztreffen möglich sind. Es gibt uns und wir sind auch in der Pandemie aktiv.Interview: Nicole Sutherland

Ungewollt einen Gewinn gemacht

Mit fast 40 Teilnehmern ging die erste Online-Jahresversammlung des Imkervereins Stierberg an den Start. Der Vorsitzende, Andreas Lentner sprach in seinem Rechenschaftsbericht von einem schwierigen Bienenjahr. Die Bienen hätten schon 2019 keinen Winter gehabt und die Völker kämen nicht zur Ruhe, was sie schwächt. Weiter berichtete er von Hunger und Milbenbefall der Bienenvölker. In der Folge war die Überwinterungsrate dieses Jahr nicht so gut wie erwartet.

In den Verein sind relativ viele junge Imker neu eingetreten. Nun führen 77 aktive Mitglieder 365 Bienenvölker. Die Mitgliederzahl blieb 2020 konstant. 19 Förderer unterstützen ohne Bienenhaltung den Verein.

Den Kassenbericht gab Michael Meingassner. Danach ergab sich ein untypisches Jahr durch die Verleihung eines Preises und durch enthaltenes Festgeld. Normalerweise wird Plus-Minus-Null gewirtschaftet. Die Gesamteinnahmen beliefen sich also auf rund 9700 Euro, die Gesamtausgaben auf 4890 Euro. Das ergab einen Kassenstand von etwa 20 360 Euro. Der Vorstand wurde nach der Kassenprüfung und einer digitalen Umfrage zu 100 Prozent entlastet. Der Imkerverein Stierberg hatte 2020 den Staatspreis für die Zusammenarbeit von Imkern und Landwirten in Höhe von 2000 Euro erhalten. Bürgermeister Franz Ehgartner (Heimattreue) dankte für den Beitrag zur Artenvielfalt, den der Imkerverein leistet. Andreas Lentner informierte, dass das Gründungsfest wegen der Pandemie auf das Jahr 2023 verschoben wird.sn

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