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BODENUNTERSUCHUNG ZUM BAHNAUSBAU

Noch zwölf Jahre auf einem Gleis

„Schwierig, aber beherrschbar“ ist der zweigleisige Bahnausbau ABS 38, sagt Gesamtprojektleiter Klaus-Peter Zellmer, in der Hand hält er Bodenproben.  WEINGARTNER
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„Schwierig, aber beherrschbar“ ist der zweigleisige Bahnausbau ABS 38, sagt Gesamtprojektleiter Klaus-Peter Zellmer, in der Hand hält er Bodenproben. WEINGARTNER

2030 soll der Ausbau der Bahnstrecke zwischen München und Freilassing abgeschlossen sein. Das betonte Projektleiter Klaus-Peter Zellmer bei der Vorstellung der Ergebnisse der Bodenuntersuchungen in Dorfen.

Mühldorf/Dorfen – „Schwierig, aber beherrschbar“ ist der zweigleisige Bahnausbau von München über Mühldorf nach Freilassing.“ Das versicherte Zellmer, der den rund 1,6 Milliarden teuren Ausbau leitet. it über 1200 Bohrungen hat die Bahn nach seinen Angaben den Baugrund auf und neben der Bahn-Ausbaustrecke zwischen Markt Schwaben und Ampfing gründlich durchlöchert. Die Ergebnisse der inzwischen abgeschlossenen Baugrunderkundung stellte Zellmer bei einem Pressegespräch in der Einöde Niederhönning bei Dorfen vor. Dort sind in einer landwirtschaftlichen Halle Tausende der Bohrkerne und Bohrproben gelagert.

Mit den im April 2017 abgeschlossenen, sehr aufwendigen geotechnischen Bodenerkundungen zwischen Markt Schwaben und Ampfing sei auch die Vorplanung abgeschlossen, sagte Zellmer. Alle 30 bis 50 Meter hat die Bahn Bohrproben entnommen, teilweise bis zu 28 Metern tief gebohrt. Insgesamt wurden auf dem rund 46 Kilometer langen Streckenbereich über 1200 Bodenerkundungen gemacht.

Böden „vom Kies bis zum Batz“ habe man vorgefunden, erklärte Zellmer. 120 Aktenordner füllen die 94 Bodengutachten. Die ergeben das Fazit: „Der Boden ist schwierig, aber beherrschbar“. Die Erkenntnisse fließen laut Zellmer in die weitere Entwurfsplanung und „innovative, technische Lösungen“.

Jetzt würden alle Streckendetails und nötigen Bauwerke geplant. 2019 sollten dann die ersten Planfeststellungsverfahren für Baurecht in den sieben Bauabschnitten zwischen Markt Schwaben und Ampfing eingeleitet werden. Immer wenn Baurecht bestehe, werde beim Bundesverkehrsministerium eine Baufreigabe beantragt und die Bauarbeiten in den Abschnitten begonnen. Für die B 15-Bahnüberführung in Dorfen habe man für die Bauzeit eine Lösung zur Vermeidung von weiträumigen Umleitungen.

Zellmer gab sich bei der Vorstellung der Ergebnisse der Bodenuntersuchung optimistisch, dass der Zeitplan für den Bahnausbau eingehalten werden könne. „Bevor ich in Rente gehe“, wolle er erleben, dass auf der fertigen, zweigleisigen und elektrifizierten Strecke von München bis Freilassing die Züge rollen. In den Ruhestand gehe er 2030. Am Geld werde der Ausbau nicht scheitern. Zellmer: „Ich bin durchfinanziert“. Er erwarte auch keine „signifikanten Kostensteigerungen“.

Dabei gibt es auf der Strecke durchaus noch strittige Punkte. So will sich die Gemeinde Heldenstein nicht mit der geplanten Schließung des Bahnübergangs bei Weidenbach abfinden und fordert stattdessen eine Überführung (wir berichteten). Noch kritischer ist die Situation in Dorfen, wo sich Kommunalpolitiker gegen die überirdische Durchfahrt von Zügen durch die Stadt genauso wehren, wie gegen den Bau von meterhohen Lärmschutzwänden. Dort sind derzeit verschiedene Ausbauvarianten im Gespräch, die aber alle teurer sind als die Bahnpläne. hew

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