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„Die Gemeinde soll sich Gedanken machen“

Grüne Energie nach Maß: Warum Aschau am Inn einen Leitfaden für Sonnenstrom vom Acker will

Bevor in Aschau Freiflächen-Photovoltaikanlagen installiert werden, will die Gemeinde einen Leitfaden zusammenstellen. Damit soll eine transparente Entscheidungsgrundlage geschaffen werden.
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Bevor in Aschau Freiflächen-Photovoltaikanlagen installiert werden, will die Gemeinde einen Leitfaden zusammenstellen. Damit soll eine transparente Entscheidungsgrundlage geschaffen werden.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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107,4 Prozent: So groß ist der Anteil der erneuerbaren Energien beim Stromverbrauch in Aschau am Inn. In der Gemeinde sind also die Hausaufgaben gemacht worden. Mehr grüner Strom aus der Gemeinde könnte folgen, zum Beispiel auf Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Doch hier will die Gemeinde mit Maß und Ziel vorgehen, damit es für alle passt.

Aschau – Zwei Anträge auf Freiflächen-Photovoltaikanlagen liegen der Gemeinde bereits vor, weitere könnten folgen. „Die Gemeinde ist dem gegenüber aufgeschlossen“, sagte Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Die Gemeinde hat es in der Hand, Baurecht für eine Freiflächen-Anlage zu schaffen. Es braucht einen Bebauungsplan, und die Gemeinde hat aufgrund ihrer Planungshoheit die Entscheidungsfreiheit. „Ein Rechtsanspruch besteht nicht.“

Ausschlussgebiete und Ökologie

Nun ist es so, dass die Gemeinde einem wachsenden Anteil von Freiflächen-Anlagen nicht entgegensteht. Aber nicht plan- oder maßlos. Es sollten nicht zu viele werden, landschaftlich schöne Bereiche sollten nicht negativ verändert werden. Deshalb auch der Vorschlag an das Gremium: ein Leitfaden für Sonnenstrom vom Acker. Dieser könnte Kriterien zu Abstandsregelungen, Größenbeschränkungen, Ausschlussgebieten oder ökologischen Auflagen enthalten. Ein Vorschlag, der im Gremium auf Zustimmung stieß.

„Die Gemeinde soll sich Gedanken machen, ein Aufschrei wird sicherlich kommen“, sagte Karl Heinz Jekler (Bündnis Aschau). Man solle auf jeden Fall prüfen, welche freien Dachflächen verfügbar sind. „Diese Flächen sind eh schon da.“ Darüber hinaus braucht es für Alexandra Kutschera (Bündnis Aschau) ein Gesamtkonzept, bevor zum Teil „wertvoller Boden verbraucht wird“. „Es braucht ein gutes Konzept.“

Mit dieser Meinung stand sie nicht alleine da. „Wir brauchen erst einen Leitfaden und sollten nicht gleich die ersten Projekte durchwinken“, sagte Daniela Reingruber (CSU). Also einen Leitfaden für das gesamte Gemeindegebiet, der gleiche Maßstäbe ansetzt und eine transparente Entscheidungsgrundlage zulässt. So ist es die Vorstellung der Verwaltung. „Die Kriterien sind meist gleich. Nur: Jede Gemeinde setzt andere Schwerpunkte, arbeitet Besonderheiten heraus“, erklärte Bürgermeister Weyrich. Anhand eines Leitfadens ließen sich dann die Fälle einzeln betrachten.

Martin Höpfinger (SPD) brachte in diesem Zusammenhang noch die Idee einer Bürgerbeteiligung in Form von Genossenschaften mit ein. „Damit sollten wir den Bürgern die Möglichkeit geben, sich an grüner Energie zu beteiligen.“

Obwohl Aschau im Hinblick auf erneuerbare Energien nicht schlecht dasteht, der Anteil könnte künftig angesichts der Energiekrise weiter wachsen. „Wir werden nicht drumrum kommen, wir werden in erneuerbare Energien investieren müssen“, sagte Andreas Kölbl.

Nun soll die Verwaltung noch bis Ende des Jahres einen Leitfaden für die Zulassung von Photovoltaik-Anlagen erstellen, eine Bewertbarkeit der vorliegenden Anträge sicherstellen und die bauplanungsrechtliche Entscheidung vorbereiten. Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Zwei Anträge liegen vor

Aktuell liegen der Gemeinde Aschau zwei Anträge für Freiflächen-Photovoltaikanlagen vor. Zum einen handelt es sich um die Erweiterung einer Bestandsanlage entlang der Bahnline bei Klugham. Die geplante Anlagenleistung liegt bei rund vier Megawatt. Zum anderen handelt es sich um einen Neubau im Anschluss an das Industriegebiet Aschau-Werk in Urfahrn. Die geplante Leistung liegt bei rund drei MW.

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