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Aktionswochen

„Nicht auf Kosten ärmerer Länder“: Waldkraiburger Ehepaar wirbt für fairen Handel

Elsbeth und Joachim Grytzyk engagieren sich seit Jahrzehnten für den fairen Handel und natürlich auch bei der Fairen Woche im September.
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Elsbeth und Joachim Grytzyk engagieren sich seit Jahrzehnten für den fairen Handel und natürlich auch bei der Fairen Woche im September.

Einfach mal schnell im Supermarkt ins Regal greifen, das geht bei Elsbeth und Joachim Grytzyk gar nicht. Das Waldkraiburger Ehepaar engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für den fairen Handel. Auch heuer ist es bei den Aktionswochen dabei.

Waldkraiburg – Seit Langem macht sich das Ehepaar Grytzyk für einen gerechten Handel und den Ausgleich zwischen den reichen Ländern des Nordens und den Menschen im ärmeren Süden stark. Noch immer arbeiten sie im Eine-Welt-Laden „Steg“ mit, den sie gegründet und aufgebaut haben. „Die Gesellschaft muss sich verändern, um zu bestehen“, betont Elsbeth Grytzk. „Wir können doch nicht auf Kosten ärmerer Länder leben.“

Für Menschenrechte, gegen Kinderarbeit

Dem Ehepaar, das sich seit Langem auch für die Partnerschaft der evangelischen Kirche mit dem Dekanat Mpwapwa und der Pfarrei Kongwa in Tansania einsetzt, geht es um Menschenrechte rund um den Globus, zum Beispiel darum, aufzuzeigen, bei welchen Produkten Kinderarbeit eine Rolle spielt. Gerade Kinder würden unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen schuften, damit die Leute in der westlichen Welt für wenige Cent eine Tafel Schokolade verspeisen können.

Im Supermarkt nur Produkte mit fairem Siegel

Wenn das Waldkraiburger Ehepaar nicht im Eine-Welt-Laden einkauft, sondern auch mal in den Supermarkt geht, dann nehmen sie dort nur spezielle Produkte aus fairem Handel mit. Die Grytzyks achten auf entsprechende Siegel wie „FAIRTRADE“, „GEPA“ oder „Naturland“. Diese Siegel besitzen hohe Aussagekraft und versprechen ein besseres Leben für Bauern in südlichen Ländern, erklären sie.

Aktion auf dem Wochenmarkt

Dass Waldkraiburg auch heuer wie jedes Jahr bei der bundesweiten „Fairen Woche“ mitmacht, das hat eine Menge mit den Grytzyks zu tun, die auch zu den treibenden Kräften gehörten, dass Waldkraiburg seit 2017 „Fairtrade-Stadt“ ist. Sie arbeiteten in der Gruppe mit, die die Voraussetzungen für die Zertifizierung erarbeitete, die auf eine Anregung der Eine-Welt-Initiative im Landkreis Mühldorf zurückgeht. Viele Partner für den Fairen Handel wurden gewonnen. So hat sich etwa das Gymnasium den Titel einer „Fairtrade School“ erarbeitet. Wie Elsbeth und Joachim Grytzyk berichten, sind die aktiven Mitglieder der Gruppe und der Eine-Welt-Laden, der heuer sein 30-jähriges Bestehen feiert, an zwei Samstagen, 11. und 18. September, anlässlich der „Fairen Woche“ auf dem Wochenmarkt mit einem Stand vertreten. Neben fair gehandelten Waren, Informationen und Gesprächen gibt es eine besondere Aktion. „Wir stellen Partygeschirr aus Palmblättern vor, quasi als Alternative zu Plastik“, erklären die engagierten Umweltschützer. Das Geschirr eigne sich für Gartenpartys und Kinderfeste.

Unterstützung seitens der Stadt

Es ist mehrfach verwendbar, auslaufsicher, abwaschbar und für die Mikrowelle geeignet. Joachim Grytzyk schlägt daher vor: „Am besten ist es, die Kunden bringen viel Geld mit, um entsprechend einkaufen zu können.“ Die Stadt unterstützt den fairen Handel schon seit Langem, etwa beim Kaffee. Pressesprecherin Stephanie Till: „ Für unseren Kaffeeautomaten im Foyer, den jeder Besucher nutzen kann, kommen ausschließlich Fairtrade Kaffeebohnen zum Einsatz. Gleiches gilt für das Bürgermeisterbüro und die Stadtratssitzungen.“

Außerdem, so Till, greife die Stadt der Fairtrade-Gruppe mit der Bewerbung ihrer Aktionen und Veranstaltungen auf allen städtischen Kanälen unter die Arme. Noch immer gebe es Verbesserungspotenzial. „Wir arbeiten stetig daran, unser Angebot an Fairtrade Produkten im Rathaus auszubauen.“ Geschenkkörbe werden bereits mit Produkten aus dem fairen Handel bestückt.

Alle zwei Jahre steht der Titel „Fairtrade-Stadt“ auf dem Prüfstand. 2019 wurde die Zertifizierung erneuert. Heuer steht also eine weitere Rezertifizierung an.

Stichwort „Fairer Handel“

Seit nunmehr 50 Jahren setzt sich der „Faire Handel“ dafür ein, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Menschen entlang der Lieferkette zu verbessern. Er macht auf die Ungerechtigkeiten im Welthandel aufmerksam und zeigt, wie Handel unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Kriterien erfolgreich sein kann. Unter dem Motto „Zukunft fair gestalten“ finden im September wieder bundesweit Faire Wochen statt. Und das schon zum 20. Mal.huc

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