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Nicht alles bleibt über der Gürtellinie

Paul Pizzera (links) und Otto Jaus spielten in Tüßling vor 1500 Zuschauern.
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Paul Pizzera (links) und Otto Jaus spielten in Tüßling vor 1500 Zuschauern.

Tüßling –. Das Konzert von Pizzera & Jaus lockte 1500 Besucher an.

Damit war die Veranstaltung der beiden Musikkabarettisten ausverkauft. Das Publikum war von Beginn an begeistert dabei, sang textsicher mit und jubelte bereits bei den ersten Akkorden der Songs.

Doch anfangs fühlte sich der Abend in Tüßling sehr gestellt an: Paul Pizzera siezte sein Publikum. Seine Jokes wirkten einstudiert, wenig spontan. Dagegen gefiel Otto Jaus von Beginn an. Gekonnt völlig betrunken – seine Schauspielerei nimmt man ab – nuschelte er schwer Verständliches, sang hingegen recht passabel.

Pizzera verglich Jaus zu Recht mit einem Oktopus, der mit seinen Armen vieles gleichzeitig machen kann: Er beherrscht das Keyboard, bedient zwei Drums und spielt Gitarre.

Die beiden Österreicher entführten zunächst in eine Kinder-Fernsehshow. Abwechselnd schlüpften die Musiker in verschiedene Rollen junger Menschen, sie berichteten von bepinkelten Turnsackerl und Handys auf dem Pausenhof. Ein Außenseiter wünschte sich Globuli statt Spritzen und als Esmeralda versuchte sich Pizzera im Ausdruckstanz – das Publikum grölte vor Lachen.

Die Komiker berichteten außerdem von den sexuellen Erfahrungen mit dem Suchverlauf des Vaters am Laptop. Und ihr Lieblingslehrer trinkt, raucht und kifft. Schade, dass die Künstler ihr Programm „Wer nicht fühlen will, muss hören“ aus dem Jahr 2019 nicht um fiktive Erfahrungen aus dem Homeschooling ergänzt haben. Zwischendurch stimmten die beiden Künstler Minnegesänge an, auch ruhige Lieder spielten sie.

Nach der Pause ging es aber zunächst mit der Blödelei weiter. Es wirkte skurril, als die Künstler plötzlich für Toleranz zur Homosexualität und den Christopher Street Day warben sowie dafür plädierten, mehr Gefühle zuzulassen. Dazwischen fotografierte Jaus in seine Hose, um seiner Mutter mitzuteilen, dass alles okay ist. Das nahm leider die Glaubwürdigkeit dieser für die Künstler wohl doch bedeutsamen Themen.

Insgesamt war es der zweite von zwei launigen Auftritten. Wegen der großen Nachfrage hatte der Veranstalter einen zweiten Auftritt organisiert.

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