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DAS TIERWOHL IM AUGE

Neumarkter Metzgermeister Karl Korn möchte Schlachttiere vor Stress bewahren

„In der Zeit, wo die Tiere bei uns sind, sollen sie es gut haben“, sagt Metzgermeister Karl Korn junior. Sie bleiben zwei Tage im Stall der Metzgerei, bevor sie geschlachtet werden. So wird der Stress der Tiere reduziert.
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„In der Zeit, wo die Tiere bei uns sind, sollen sie es gut haben“, sagt Metzgermeister Karl Korn junior. Sie bleiben zwei Tage im Stall der Metzgerei, bevor sie geschlachtet werden. So wird der Stress der Tiere reduziert.
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Karl Korn aus Neumarkt ist mit Leib und Seele Metzger. Dabei liegt ihm das Wohl der Tiere durchaus am Herzen: Er hat die Möglichkeit, selbst zu schlachten. Die Tiere sind in einem Stall bei ihm untergebracht, bevor sie geschlachtet werden. Dabei achtet Korn darauf, dass die Tiere keinen Stress haben.

Neumarkt-St.Veit – Karl Korn ist mit Leib und Seele Metzger. Dabei liegt ihm das Wohl der Tiere durchaus am Herzen: Er hat die Möglichkeit, selbst zu schlachten. Er hat einen Stall, in dem die Tiere untergebracht sind, bevor sie geschlachtet werden. Dabei achtet Karl Korn darauf, dass die Tiere keinen Stress haben. „Mein Ziel ist es, so nahe wie möglich an eine Hofschlachtung heranzukommen“, sagt Korn.

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es in Neumarkt-St. Veit noch vier Metzger. Als 2018 die Metzgerei Huber aufgehört hatte, bleib nur noch die Metzgerei Korn übrig. Ein Umstand, der Metzgermeister Karl Korn junior etwas in die Bredouille brachte. „Wir waren größenmäßig gar nicht darauf ausgelegt, dass wir alle Neumarkter mit Fleisch und Wurst versorgen konnten“. Zudem hatte er Probleme, entsprechendes Fachpersonal zu bekommen.

Gute Wurst in der vierten Generation

Bereits in der vierten Generation (seit 1907) besteht die Metzgerei Korn am Stadtplatz in Neumarkt-St. Veit. Seit fünfzehn Jahren führt Metzgermeister Karl Korn junior den Traditionsbetrieb. „Wir waren schon immer bekannt für unsere gute Wurst“, sagt Korn nicht ohne Stolz. Doch, um sich von den Mitbewerbern abzuheben, hat schon sein Vater nach einem Alleinstellungsmerkmal gesucht. „Wir haben schon immer selber geschlachtet und das auch bis heute beibehalten“, sagt Karl Korn junior. Das machen aber nicht mehr viele Metzger. Laut Landratsamt gibt es gerade mal noch sieben Metzger im Landkreis, die selbst schlachten.

In der Fleisch- und Wursttheke der Metzgerei Korn kann jeder etwas für seinen Geschmack finden.

Schlachttiere können zur Ruhe kommen

Da Karl Korn aber im Rückgebäude der Metzgerei auch Platz für einen beheiz- und belüftbaren Stall hat, werden dort die Tiere erst einmal eingestellt, bevor sie geschlachtet werden. „Die Schweine werden am Samstag geliefert, dann haben sie zwei Tage Zeit sich zu akklimatisieren. Sie haben Ruhe und werden von uns umsorgt. Sie haben keinen Stress und am Montag werden sie geschlachtet“, beschreibt Korn das Vorgehen.

Bei dieser Art des Schlachtens schütten die Tiere kein Stresshormon Adrenalin aus und „das merkt man an der Fleischqualität“. Es geht ihm aber auch um die Wertschätzung für jedes einzelne Tier.

Zudem kommen die Tiere aus der Region und haben nur einen geringen Anfahrtsweg, was für sie auch weniger Stress bedeutet.

Bei den Rindern ist es anders: Die holt Karl Korn ab, fährt sie behutsam zur Metzgerei, wo sie dann sofort geschlachtet werden. „Wir haben versucht, die Schweine und Rinder in einem Stall zu halten, aber das hat nicht funktioniert. Die Tiere haben sich gegenseitig nervös gemacht“.

Karl Korn steht hinter dem, was er macht

Bei seinen Ausführungen hört man, dass Karl Korn von dieser Art, mit den Schlachttieren umzugehen, komplett überzeugt ist. „Ich stehe hinter dem, was wir machen. Und die Kunden wertschätzen das ebenfalls“, weiß der 53-jährige Metzgermeister. Eine Kundenbefragung hat ihm hier eindeutige Ergebnisse geliefert. Die Qualität seiner Fleisch- und Wurstwaren hat sicher auch den Ausschlag gegeben, dass vor kurzem Fernsehkoch Tim Mälzer bei ihm eingekauft hat.

Als Ausgleich im Theaterchor

Dennoch muss er sich immer wieder damit auseinandersetzen, dass er Tiere tötet. „Es ist mir nicht egal und ich habe auch keine Freude dabei, aber das gehört zu meinem Beruf dazu“, sagt Karl Korn junior. Dabei schmeckt ihm Fleisch nach wie vor und er „isst es wirklich gerne“.

Karl Korn junior sah schon immer seine berufliche Zukunft in der Metzgerei, auch wenn der langjährige Stadtrat (18 Jahre) in seiner Freizeit im Chor des Theaters an der Rott singt. Diesen Ausgleich schätzt er, ein Künstlerleben wäre aber nichts für ihn, wie er betont Das wäre ihm zu unstet.

Der Vater hat vorausschauend geplant

Karl Korn junior hat bei der Metzgerei Hohenester in Mühldorf gelernt, bei fünf anderen Metzgereien Erfahrungen gesammelt und ist 1995 als Metzgermeister in den heimischen Betrieb eingestiegen. Von klein auf hat er seinen Vater bei der Arbeit begleitet und ist so in den Metzgerberuf hineingewachsen. Dabei profitierte er immer von der Weitsicht seines Vaters, wie er sagt, da dieser stets in moderne Technik investiert hatte. So waren sie unter den ersten, die einen gekühlten Lieferwagen angeschafft hatten. Aber auch die Hygienevorschriften der EU, die Anfang der 2000er-Jahre in Kraft traten, hatten für sie keine Schrecken. Vater Karl Korn hatte vorausschauend den Schlachtbereich beispielsweise mit einem gekühlten Zerlegebereich ausgestattet.

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