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Nachruf

Ranoldsberg trauert um den „Sickinger-Barth“

Bartholomäus Strohmeier
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Bartholomäus Strohmeier

Bartholomäus Strohmeier ist am Heiligabend im Alter von 85 Jahren friedlich entschlafen. Neben Verwandten, Nachbarn und Freunden erwiesen ihm auch die Vereine, bei denen er langjähriges Mitglied war, die letzte Ehre

Ranoldsberg – Der „Sickinger-Barth“ ist verstorben – Schnell verbreitete sich die Nachricht vom Ableben von Bartholomäus Strohmeier aus Sicking. Eine große Zahl an Trauergästen geleitete den Verstorbenen auf dem Friedhof in Ranoldsberg zu seiner letzten Ruhestätte. Neben den Angehörigen, Verwandten, Nachbarn und Freunden erwiesen dabei auch die Freiwillige Feuerwehr, die Krieger- und Soldatenkameradschaft und die Marianische Männerkongregation aus Ranoldsberg, der Schützenverein „Frischauf“ Engolding, die Buchbacher Blasmusik sowie der Bauernmarktverein ihrem langjährigen Mitglied die letzte Ehre.

Bartholomäus Strohmeier wurde Mitte September 1937 in Maierklopfen bei Bockhorn geboren. Zusammen mit seinen Geschwistern Magdalena und Johann wuchs er beim Binder in Maierklopfen auf. Nach der Volksschule, die er in Hörgersdorf besuchte, ging er auf die Landwirtschaftsschule nach Erding, wo er als Jüngster in Bayern den Melkermeister machte und dafür den Bayerischen Löwen erhielt.

Bartholomäus Strohmeier gehörte zu den Ersten, die nach dem Krieg zum Wehrdienst eingezogen wurden. Während seiner Sanitätsausbildung in Grafenwöhr war er auch zwei Wochen mit Elvis Presley in einer Einheit.

1958 kam er als Melkermeister zum Fertlbauern, wo er dann auch seine Frau Paula kennenlernte, welche er 1960 heiratete und zu ihr auf den Hof nach Sicking zog. Aus der glücklichen Ehe gingen drei Kinder und in Folge neun Enkel und neun Urenkel hervor. 1970 übernahmen die beiden den Hof in Sickung und modernisierten und vergrößerten diesen zusehens.

Neben der Arbeit auf dem Hof handelte Bartolomäus mit Kälbern. Dabei kam er auch zu seinem größten Hobby, dem Schnapsbrennen und richtete in Sicking eine Brennerei ein. Mit seinen Bränden war er auf den Bauernmärkten in Schwabing und Ottobrun sowie beim Christkindlmarkt in Mühldorf über 30 Jahre ein fester Bestandteil.

Als der Schlachthof in Waldkraiburg gebaut wurde, begann Strohmeier zusätzlich noch Notschlachtungen zu fahren, wo er zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit war. Neben seinen vielfältigen Beschäftigungen gehörte Bartholomäus Strohmeier auch 12 Jahre dem Marktgemeinderat Buchbach an.

Als gläubigem Christ waren Bartolomäus die sonntäglichen Kirchgänge in Ranoldsberg sehr wichtig, wo er mit großer Begeisterung auch dem Kirchenchor angehörte. 1997 übergaben er und seine Frau den Hof an den ältesten Sohn, welcher diesen zusammen mit seiner Frau seither mit der gleichen Leidenschaft wie seine Eltern weiterführt.

Ein Schicksalsschlag kam dann 1998, als seine Frau Paula mit nur 66 Jahren verstarb. Auch in Rente ging Bartholomäus Strohmeier mit voller Freude seinen zahlreichen Hobbys, Aufgaben und Leidenschaften nach, bis sich 2014 erste Anzeichen einer Demenz bemerkbar machten und ihn ein Oberschenkelhalsbruch zu mehreren Krankenhausaufenthalten zwang.

Im Lauf der Zeit war er dann immer mehr auf die fürsorgliche Pflege seiner Familie angewiesen, die er bis Anfang 2021 zu Hause erfahren durfte. Nach einem weiteren Knochenbruch war er auch noch auf den Rollstuhl angewiesen und zog ins Seniorenpflegeheim Marienhof in Ranoldsberg, wo er sich schnell eingelebt hatte.

Im September 2022 war es ihm noch vergönnt, im Kreise seiner Familie und Freunde den 85. Geburtstag zu feiern. Nachdem sich im Dezember sein Gesundheitszustand weiter verschlechterte durfte er am Heiligabend friedlich entschlafen.

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