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Fußballer und Vollblutmusiker

Eine Legende sagt leise „Servus“: Pollinger Georg Emmerl im Alter von 65 Jahren verstorben

Der „Schurl“ hatte immer ein offenes Ohr für jedermann, Musik war seine Leidenschaft. Jetzt hat der 65-Jährige für immer „Servus“ gesagt.
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Der „Schurl“ hatte immer ein offenes Ohr für jedermann, Musik war seine Leidenschaft. Jetzt hat der 65-Jährige für immer „Servus“ gesagt.
  • Robert Wagner
    VonRobert Wagner
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Der VW-Bus war sein Markenzeichen, die Musik seine große Leidenschaft und seine Familie seine große Liebe. Auch in schwersten Zeiten seiner Krankheit ließ sich Georg Emmerl seinen Frohsinn nicht nehmen und hatte immer einen lustigen Spruch auf Lager. Jetzt aber ist es still geworden.

Polling – Im Alter von 65 Jahren ist der Pollinger Georg Emmerl gestorben.

Eine Begegnung mit ihm, mit seiner offenen Art, war für jeden etwas Besonderes. Immer gut drauf, ein kurzer Witz, oft irgendetwas geschenkt, ein Kompliment: „Du bist ja da Höchste“, sagte er oft und war immer großzügig. Viele kennen keinen herzlicheren Menschen als den Schurl. So kannte man ihn in seinem Heimatdorf, im Landkreis und weit darüber hinaus.

Georg Emmerl wurde am 6. September 1957 als zweites Kind von Georg und Pauline Emmerl in Hart an der Alz geboren und wuchs dort mit seinen Brüdern Werner, Christian und Manfred, sowie seiner Halbschwester Christine, auf. Dort verbrachte der „Schorschi“, wie er anfangs zu Hause, im Kindergarten und in der Schule gerufen wurde, eine glückliche und behütete Kindheit.

Musikalisches Talent zeigte sich früh

Schon früh bewies er als kleiner Bub im Schulchor, gemeinsam mit seinem großen Bruder Werner, sein musikalisches Talent. Dieses Talent bescherte ihm auch Gesangsunterricht in München, wo er als Opernsänger ausgebildet werden sollte. Für den „Schurl“, wie er zu dieser Zeit bereits genannt wurde, nicht unbedingt die richtige musikalische Orientierung, er fühlte sich vielmehr zur Rockmusik hingezogen: Pink Floyd, Eagles, Eric Clapton, Bob Seger – sie waren damals seine Favoriten.

Voller Tatendrang: Im Juli dieses Jahres wollte Georg Emmerl (Bildmitte) mit seiner Band „Green Creek“ beim Pollinger Open Air auftreten. Doch schon damals musste das Konzert krankheitsbedingt abgesagt werden.

Beruflich führte ihn sein Weg allerdings in eine ganz andere Richtung. Er erlernte bei der Firma Abel den Beruf des Fernsehtechnikers und ging nach der Ausbildung nach München, wo er 1979 mit seinem Bruder Werner die Firma „Nachrichtentechnik Emmerl“ gründete. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, an der „Schurl“ einen großen Anteil hatte und welche die vier Emmerl-Brüder nach dem Eintritt von „Chri“ und „Mane“ auch beruflich vereinte.

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Privat war Schurl zu dieser Zeit schon lange mit seiner Edeltraud liiert, sie hatte er bereits mit 18 Jahren kennen und lieben gelernt. Eine glückliche Verbindung, die in der Geburt seiner geliebten Töchter Theresa und Elisabeth, genannt „Terry“ und „Lizzy“, ihre Vollendung fand.

1994 ließ er sich in Polling nieder

1994 errichtete er mit Edeltraud im Pollinger Ortsteil Moos sein Eigenheim, gemäß seiner Vorliebe im bäuerlichen Stil, legte sich dort einen eigenen Fischteich an und war stolz auf seine Störe, die er gerne seinen Besuchern präsentierte.

Ein begnadeter Sportler

Seine berufliche Orientierung hätte auch eine andere Richtung nehmen können, schließlich war der Schurl von Kindesbeinen an ein begnadeter Sportler. Er lief am schnellsten, sprang am weitesten und schoss im Schülerfußball die meisten Tore. Schon mit zwölf Jahren spielte er beim TSV Ampfing. Der Papa fuhr ihn zum Training und zu jedem Spiel. Er errang mit seinen Mannschaften viele Meistertitel und spielte bei vielen Auswahlmannschaften bis hin zur deutschen Jugendnationalmannschaft. Er war der Offensivverteidiger der legendären Ampfinger Bayernliga-Mannschaft und spielte acht Jahre in der damaligen dritten Liga. So kannten ihn viele als den „gschneklerten, langhaarigen Fußballer“ über die Grenzen hinaus. Die letzten Jahre seiner Karriere hat er noch beim VfL Waldkraiburg die Fußballschuhe geschnürt, ehe er sie mit 36 an den Nagel gehängt hatte.

Georg Emmerl war ein begnadeter Fußballer. Er war der Offensivverteidiger der legendären Ampfinger Bayernliga-Mannschaft.

Musik hat ihn nie losgelassen

Nie losgelassen hat ihn seine Liebe zur Musik, bis zuletzt ist er „seiner“ Rockmusik treu geblieben. Mit der von ihm gegründeten Rockband „Woodhouse“ mit Erwino Nitz, Jeff Basset, Joe Walker, Robert Zochowski und Alois Kreuzpointner hatte er viele Auftritte und Erfolge.

Schurl war durch und durch Musiker. Er sang aus dem Herzen und begeisterte das Publikum. Später wurde aus „Woodhouse“ die Band „Green Creek“, benannt nach dem Grünbach, an dessen Ufer sich sein Probenraum und Tonstudio befand.

Seinen letzten Auftritt hatte er mit seinen Bandmitgliedern Mattze Schröder, Joe Walker, Marius Uhl und Moritz Schwärzer in diesem Jahr auf der Tüßlinger Dult, ein weiterer Auftritt bei „Rock am Sportplatz“ in Polling musste danach aus gesundheitlichen Gründen bereits abgesagt werden.

In Jeans auf dem letzten Weg

Schurl hat es gefühlt, dass sein Lebensweg dem Ende zuging. Zu groß waren die gesundheitlichen Schädigungen, die sein Herz belasteten. Und dennoch war er auch in dieser letzten Phase seines Lebens beseelt von dem Wunsch, dass seine Lebensphilosophie weiterhin Bestand hat.

So regelte er auch sein eigenes „Outfit“ zur Beerdigung mit Blue Jeans und wünschte sich, dass alle, die ihn gemocht haben, zur Trauerfeier kommen und ein großes Fest feiern. Ein Fest, wie er es so oft in seinem Leben gefeiert hat, immer in Gesellschaft und für alle ein offenes Ohr – so wie er eben war, der „Schurl“, den alle gemocht haben und der nun schmerzlich vermisst wird.

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