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Im Alter von 82 Jahren

Ein ganzes Dorf trauert: Anna Aigner aus Polling verstorben

Anna Aigner starb im Alter von 82 Jahren
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Anna Aigner starb im Alter von 82 Jahren.
  • Robert Wagner
    VonRobert Wagner
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Es war eine Kunde, die im ganzen Dorf große Trauer und Bestürzung hervorrief: Anna Aigner ist gestorben.

Polling - Anna Aigner war in ihrer Heimat Polling beliebt und geschätzt, sie war ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens, das sie selbst so liebte. Seit einem halben Jahrhundert unterstützte sie die Vereine, wo sie nur konnte, half ihren Mitmenschen und fühlte sich wohl in ihrem großen Freundeskreis: Sei es beim Seniorenturnen, bei den Badefahrten nach Bad Füssing, beim Seniorennachmittag, bei Geburtstagsfeiern und Urlaubsfahrten oder beim zentnerweise Kartoffelschälen für Feuerwehr und Schützen – die „Anni“, wie sie genannt wurde, war überall dabei, wenn sich etwas „rührte“.

Unvergessen auch ihre Auftritte beim Pollinger Weiberfasching. Über all diesen Aktivitäten stand jedoch eines an oberster Stelle: ihre Familie. Ihr Ehemann Hans, dem sie 1964 das Ja-Wort gab, ihre Tochter Annemarie, ihre Enkel Christian und Marina sowie ihre sechs Urenkel, die ihre größte Freude waren.

Anna Aigner wurde am 5. Mai 1940 in Goßmaul im damaligen Sudetenland geboren, wuchs hier gemeinsam mit ihren Geschwistern auf und musste im Jahr 1946 mit ihrer Mutter und deren Bruder sowie den Geschwistern in die amerikanische Besatzungszone aussiedeln. Ihr Vater war während des Krieges gestorben.

In der Nähe von Oberbergkirchen fand sie mit ihrer Mutter und einigen Geschwistern Unterkunft beim „Simmebauern“ in Gerling, besuchte die Schule in Oberbergkirchen und arbeitete danach eine Zeit als Magd, ehe sie nach dem Umzug nach Waldkraiburg in einer Schaumstofffabrik eine Anstellung fand.

Bei einem Tanzabend in Irl lernte sie schließlich ihren Hans kennen, der sie nach der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter Annemarie im Jahr 1964 vor den Traualtar führte. Mit viel Fleiß und Engagement erbauten sie sich in Polling für ihr neu gegründetes Milchfuhrunternehmen eine LKW-Garage und anschließend ihr Eigenheim. Es war der Beginn eines Familienunternehmens, in das auch ihre Tochter nach der Ausbildung einstieg.

Es folgten viele glückliche Jahre, die Heirat ihrer Tochter Annemarie mit Helmut und die Geburt der Enkelkinder, für die sie stets als treusorgende Oma zur Stelle war, sie bekochte und auch mit ihnen die Hausaufgaben machte, während die Eltern ihrem Beruf nachgingen. Als dann schließlich auch die Enkel ihre eigenen Familien gründeten und die Urenkel zur Welt kamen, wurde aus der Oma auch die liebevolle Uroma.

Es war eine schöne Zeit für sie, die im Jahr 2017 ein jähes Ende fand. Sowohl Tochter Annemarie als auch Schwiegersohn Helmut erkrankten schwer, die Diagnosen waren niederschmetternd. Es sollte nichts mehr so sein, wie es einmal war. Es war ein Schicksalsschlag, ihren Schwiegersohn und die Tochter zu Grabe tragen zu müssen und es raubte ihr nahezu alle Kraft, dies zu ertragen. Im Laufe des letzten Jahres wurde sie zusehends schwächer und schwächer, immer wieder kamen Einschränkungen hinzu. Zwei Wochen vor ihrem Tod war es schließlich eine zermürbende Krebsdiagnose.

Noch einen Tag vor ihrem Tod besuchte sie den ihr so lieb gewordenen Tagestreff, wo sie nach kurzer Zeit einschlief und nicht mehr aufwachte. Im Krankenhaus stellte man einen starken Schlaganfall fest, der ihr wohl viel Leid ersparte. Anna Aigner starb in den Armen ihres liebevollen Ehemannes Hans. Auf ihrem letzten Weg begleiteten sie ihre Liebsten.

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