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Drogenprozess

Nach Revision: Gericht reduziert Strafen zweier Drogenhändler aus Waldkraiburg

Zwei Albaner haben in Waldkraiburg Kokain und Heroin verkauft. Weil der Verteidiger des älteren Angeklagten Revision eingelegt hatte, wurden die Strafen der beiden noch einmal korrigiert.
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Zwei Albaner haben in Waldkraiburg Kokain und Heroin verkauft. Weil der Verteidiger des älteren Angeklagten Revision eingelegt hatte, wurden die Strafen der beiden noch einmal korrigiert.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Über mehrere Monate haben zwei Männer Konsumenten in Waldkraiburg mit Heroin und Kokain versorgt. Im November 2020 wurden sie dafür verurteilt. Jetzt hat das Landgericht Traunstein auf Weisung des Bundesgerichtshofs die Einzelstrafen geprüft und neue Gesamtstrafen verhängt. Rechtskräftig ist das Urteil jedoch nach wie vor nicht.

Waldkraiburg/Traunstein – Zwei albanische Staatsangehörige, mittlerweile 37 und 23 Jahre alt, versorgten zwischen März und Dezember 2019 Konsumenten im Raum Waldkraiburg mit Kokain und Heroin. Das steht rechtskräftig fest aufgrund eines großteils rechtskräftig gewordenen ersten Urteils des Traunsteiner Landgerichts vom November 2020.

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Von einer anderen Kammer waren gestern auf Weisung des Bundesgerichtshofs wenige Einzelstrafen zu prüfen und neue Gesamtstrafen zu verhängen. Die Strafe des 37-Jährigen reduzierte die Erste Strafkammer um ein halbes Jahr auf fünf Jahre drei Monate, die des 23-Jährigen um drei Monate auf zweieinhalb Jahre.

Heroin in der Nähe des Spielplatzes

Nach dem Urteil der Sechsten Strafkammer im November 2020 hatte der Verteidiger des 37-Jährigen, Peter Weitzdörfer aus München, Revision eingelegt. Weil die zwischenzeitlich noch nicht rechtskräftigen Punkte auch Auswirkungen auf den 23-Jährigen hatten, saßen gestern wieder beide Männer auf der Anklagebank.

Angeklagte konsumieren selbst Drogen

Vorsitzende Richterin Heike Will verlas aus dem Ersturteil, die Angeklagten, selbst Konsumenten von Drogen, hätten im besagten Zeitraum gemeinschaftlich in Waldkraiburg einen schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln betrieben. Mindestens monatlich habe ein anderweitig verfolgter Mann jeweils 100 Gramm Heroin und Kokain geliefert. Vorwiegend der Jüngere der beiden habe die Drogen weiterverkauft. In dessen Abwesenheit habe der 37-Jährige den Handel weiterbetrieben.

485 Gramm Kokaingemisch in Wohnung gefunden

Darüberhinaus habe der 23-Jährige an einem Trafohäuschen in der Nähe eines Kinderspielplatzes in Waldkraiburg zwölf verkaufsfertige Plomben mit Heroin platziert. Diese wurden am 21. Oktober 2019 von der Polizei sichergestellt. Auf das Konto des 37-Jährigen ging laut Ersturteil die Übernahme von 500 Gramm Heroin und einer kleineren Menge Marihuana von einer Frau in Ismaning am 12. November 2019. Schließlich stieß die Kripo Mühldorf am 9. Dezember 2019 in der Wohnung des 23-Jährigen noch auf etwa 485 Gramm Kokaingemisch.

37-jähriger Angeklagter räumt alle Taten ein

Während der jüngere Angeklagte bereits in der ersten Verhandlung geständig war, hatte der 37-Jährigen alle Vorwürfe zurückgewiesen. Gestern räumte er alle Punkte ein. Zur Begründung seiner Taten sagte er, dass sich durch die Erkrankung seiner Mutter hohe Schulden angehäuft hätten. Beide Männer gaben an, aus ärmlichen Verhältnissen zu stammen und unter Geldnot gehandelt zu haben, um ihre Familien zu unterstützen.

Staatsanwalt Rasim Filipov beantragte gestern, die Strafen aus dem ersten Prozess erneut auszusprechen. Der Verteidiger des 23-Jährigen, Dr. Kai Wagler aus München, plädierte auf eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten.

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Schulden wegen kranker Mutter

Für den 37-Jährigen forderte Verteidiger Peter Weitzdörfer eine Haftstrafe von nicht mehr als vier Jahren. Sein Mandant habe vergeblich versucht, seine Schulden durch anständige Arbeit zu begleichen. Im Urteil hob Vorsitzende Richterin Heike Will heraus, die Kammer habe nicht mehr über den Sachverhalt zu entscheiden gehabt. Der sei – wie große Teile des ersten Urteils – bereits durch den Bundesgerichtshof bestätigt.

Das Gericht habe neue Einzelstrafen gefunden und neue Gesamtstrafen fixiert. Rechtskraft wird das gestrige Urteil vorläufig nicht bekommen. Der Grund: Verteidiger Peter Weitzdörfer kündigte auf Anfrage unserer Zeitung bereits eine erneute Revision zum Bundesgerichtshof an. Sein Kollege Dr. Kai Wagler prüft noch, ob er ebenfalls Rechtsmittel einlegt.

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