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Abschied mit Erntedankfest

Mühldorfs Stadtpfarrer Roland Haimerl kündigt Rücktritt an

Vor einer „Schar Ministranten“ spricht Pfarrer Roland Haimerl (rechts am Altar) den Segen aus und kündigte seinen Rückzug an. Ihm zur Seite (von links) Pastoralassistent Christian Zeug und Diakon Jakob Unterreithmeier.
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Vor einer „Schar Ministranten“ spricht Pfarrer Roland Haimerl (rechts am Altar) den Segen aus und kündigte seinen Rückzug an. Ihm zur Seite (von links) Pastoralassistent Christian Zeug und Diakon Jakob Unterreithmeier.
  • Nicole Petzi
    VonNicole Petzi
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Gedanken über seinen Rückzug habe er sich viele Monate gemacht, so Stadtpfarrer Roland Haimerl im Rahmen des jüngsten Erntedankgottesdienstes in St. Nikolaus. Auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen nannte der Seelsorger seine Gründe. Die Entscheidung über sein Rücktrittsgesuch liegt nun bei der Erzdiözese.

Mühldorf – Nicht nur der Gabentisch vor dem Altar war in St. Nikolaus reichlich gedeckt. Zahlreiche Gläubige, darunter viele Familien mit Kindern, sorgten in St. Nikolaus vielleicht nicht für eine bis zum letzten Platz besetzte Kirche; jedoch war es ein lebendiger Erntedank-Gottesdienst, den Stadtpfarrer Roland Haimerl wohl in der Form das letzte Mal in St. Nikolaus begangen haben dürfte.

Entscheidung liegt beim Erzbischof

Gab er doch am Ende des Gottesdienstes vor versammelter Kirchengemeinde die Mitteilung weiter, dass er jüngst der Erzdiözese München-Freising seinen Rückzug angeboten habe. „Darüber kann ich nicht entscheiden. Es liegt in der Hand des Kardinals und Erzbischofs“, erklärte Haimerl, der rund zwölf Jahre der Stadtkirche vorstand. Mitte Oktober werde dann die Entscheidung fallen und er sich wieder dazu vor der Gemeinde äußern.

Wohl überlegt sei sein Entschluss, sich zurückzuziehen; Gedanken habe er sich viele Monate gemacht, so Haimerl weiter. Auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen nannte der zu 100 Prozent schwerbehinderte Seelsorger gesundheitliche Gründe. Weitergehend möchte er sich allerdings nicht äußern, sondern verwies – auch im Rahnen des Gottesdienstes – auf die erzbischöfliche Pressestelle. Es sei wichtig, auch in dieser Angelegenheit „mit einer Stimme“ zu sprechen, betont Haimerl, der allerdings jedem Gläubigen der Gemeinde anbot, in einem persönlichen Gespräch oder Telefonat offene Fragen zu besprechen.

Kirchengemeinschaft schafft Integration

Ein noch junger Teil der Gemeinde ist die kroatische Familie Bošnjak, die neben anderen Familien am Erntedankfest teilgenommen hat. Eingewandert aus Serbien nehmen Ivica und seine Frau Josipa rege am kirchlichen Gemeindeleben teil. Pfarrer Haimerl war in den letzten Jahren ihr Wegbegleiter. Der älteste Sohn Nikola, der gerade die Grundschule besucht, empfing von Haimerl nicht nur seine Kommunion; er ist seit circa einem halben Jahr auch einer der Ministranten, die zahlreich den Erntedankgottesdienst mit begleiteten.

Die Nachricht des geplanten Rückzugs als Stadtpfarrer nimmt die Familie mit Bedauern auf. „Ich finde es sehr schade“, so der zehnjährige Nikola, der ein wenig als Dolmetscher der Familie fungiert. Für die Bošnjak ist die kirchliche Gemeinde unter Stadtpfarrer Roland Haimerl ohne Frage ein wichtiger Teil der Integration, für den sie dankbar sind.

Mit einem Vergelt’s Gott gab Roland Haimerl am Ende des Gottesdienstes den Dank zurück. Nicht nur an die Gemeinde, sondern auch die vielen helfenden Hände, die diesen Gottesdienst zu einem besonders lebendigen gemacht haben, gerichtet.

Seit rund drei Jahren begleitet Pfarrer Haimerl die aus Serbien hergezogene Familie Bošnjak. (Von links) Papa Ivica, Mama Josipa, Andrej (4) und Nikola (10).

Nicht nur die Ministranten wie Nikola Bošnjak, über deren „gewaltige Schar“ sich auch Pastoralassist Christian Zeug am Ende des Gottesdienst „wahnsinnig“ freute, machten das Erntedankfest zu einem schönen Miteinander. Für einen reichlich gedeckten Gabentisch vor dem Altar gesorgt hat St. Nikolaus’ Mesnerin Andrea Wiedl. Sie dirigierte mit weiteren helfenden Händen die Gabenprozession mit Kindergartenkindern, die sich mit schönen Ideen zum Fest hervortaten und nicht nur Brot, Obst und Gemüse teilten, sondern auch ein großes Herz.

Eine Idee, die der scheidende Stadtpfarrer Roland Haimerl in der anschließenden Eucharistiefeier mit einem Gedanken aufgriff: „Wenn auch die Vorräte der Erde zur Zeit weniger werden, so gibt es immer noch unseren Herrn Jesus Christus.“ Gott ernähre uns schließlich mit der Speise seiner frohen Botschaft, die nur er zu geben habe, so Roland Haimerl.

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