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Landrat und Staatssekretär besichtigen Unwetterschäden

Mühldorfer Bauern fordern Aussetzung der Düngemittelverordnung: Politik will reagieren

Max Heimerl, Veit Hartsperger, Ulrich Niederschweiberer und Stephan Mayer diskutieren über die Folgen der Unwetter (von links).
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Max Heimerl, Veit Hartsperger, Ulrich Niederschweiberer und Stephan Mayer diskutieren über die Folgen der Unwetter (von links).
  • Hans Rath
    VonHans Rath
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Staatssekretär Stephan Mayer und Landrat Max Heimerl besichtigen die Sturmschäden an landwirtschaftlichen Flächen im Kreis Mühldorf. Mayer äußerte sich klar zur von den Bauern geforderten Aussetzung der Düngemittelverordnung.

Mühldorf – Zweimal wurde der Landkreis Mühldorf in letzter Zeit von schweren Unwettern heimgesucht – einmal zog kürzlich eine Hagelwalze durch den Landkreis, zum anderen überquerte ein Unwetter mit sintflutartigen Regengüssen unsere Region. Viele Menschen in unserem Landkreis sind von diesen Naturkatastrophen betroffen. Ganz besonders hart hat es die Landwirte erwischt, deren Felder und Wiesen massiv geschädigt wurden.

Um auf diese Situation aufmerksam zu machen und die Bevölkerung im Landkreis zu sensibilisieren, hat der Bayerische Bauernverband eine Informationsveranstaltung mit Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer und dem Geschäftsführer für Mühldorf, Altötting und Eggenfelden Veit Hartsperger organisiert. Vertreten waren vor allem auch zwei hochrangige Vertreter aus der Politik: Innenstaatssekretär Stephan Mayer, für ihn ist es wichtig, die Schäden vor Ort zu sehen, nicht beim Vorbeifahren aus dem Auto. Er bedauert es, dass die heimische Region jetzt zweimal von starken Unwettern betroffen wurde, „ein ausgesprochenes Pech für die Bauern“.

Ein Viertel der Flächen ist betroffen

Landrat Max Heimerl will wissen, was in „seinem“ Landkreis vor sich geht. Auf dem Hof von Ulli Niederschweiberer, der sich freute, dass die beiden Politiker wegen der immensen Schäden auf ihn zugekommen waren, begann man mit einer Analyse der Geschehnisse. Max Heimerl wollte vom Kreisobmann wissen, wie viel der gesamten landwirtschaftlichen Fläche im Landkreis von den beiden Unwettern betroffen seien, er schätze in etwa ein Viertel. Ulli Niederschweiberer bestätigte diese Schätzung, er gehe von 25 bis 30 Prozent aus.

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Der Kreisobmann zählte zunächst wirtschaftliche Schäden auf, diese würden aber von der Hagelversicherung übernommen, die fast alle Bauern haben. Niederschweiberer: „Die Landwirte sind vor allem psychisch betroffen, ihre Ernte ist vernichtet, wie sollen sie jetzt ihr Vieh füttern“. Eine wichtige Hilfsmaßnahme, so Niederschweiberer, sei die Aussetzung der Düngemittelverordnung für das nächste Jahr. Es sei zwar noch Dünger im Boden, da der aber ausgewaschen wird, reicht er nicht aus.

BBV richtete Futtermittelbörse ein

Veit Hartsperger gab bekannt, dass der Bauernverband eine Futtermittelbörse eingerichtet habe. Diese kann man über die Homepage der Organisation erreichen. Unter www.bayerischerbauernverband.de gibt man den Suchbegriff ‚Futtermittelbörse‘ ein und klickt auf das Bild mit dem Maisfeld – schon kann man Tierfutter suchen oder anbieten.

So funktioniert die Börse: Ein Landwirt, der Futtervorräte übrig hat, meldet sie dieser Börse. Kollegen, die Bedarf haben, können sich dann melden und das Futter übernehmen. Hartsperger: „Die Solidarität unter den Landwirten kann auf diese Weise weiterhelfen“. Niederschweiberer:“Es ist wichtig, dass die Futterbörse bekannt gemacht wird, sie trägt auch zur Beruhigung der Landwirte bei“.

Im Anschluss an dieses Analyse wurden einige exemplarische Felder und Wiesen zwischen Mößling und dem Flugplatz Mühldorf besichtigt.

Mais kann nicht siliert werden

Ein kaputtes Maisfeld steht als nächstes an, dem Ulli Niederschweiberer zufolge würden nach drei Tagen an den zerstörten Stängeln Blätter nachwachsen – Fehlanzeige. Dieser Mais kann nicht siliert werden – die Bauern mulchen ihn und ackern ihn anschließend ein. Auf einer Wiese mit Kleegras ist der Klee nur circa 15 Zentimeter hoch, müsste aber mindestens 40 Zentimeter Höhe erreicht haben. „Bei Gras“, so Ulli Niederschweiberer, „ist der Verlust nicht so hoch, bei 6 Schnitten pro Jahr fällt nur ein Grasschnitt weg“.

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Ein Rapsfeld ist schwer geschädigt. Raps ist bei Hagel sehr empfindlich, die Schoten springen auf. Jetzt kann der kaputte Raps nur mehr gehäckselt und als Gründüngung verwendet werden - oder der Bauer ackert ihn gleich ein. Der Mais oder das Getreide auf den schwer geschädigten Äckern muss zur Zeit noch stehen bleiben, erst muss ein Schätzer kommen und die Höhe des Schadens feststellen.

Stephan Mayer will Bauern unterstützen

Stephan Mayer beantwortet die Frage, wie die Politik den Landwirten nun helfen kann, folgendermaßen: „Als Mandatsträger stehe ich voll auf der Seite der Bauern. Erst einmal hoffe ich, dass die Bauern von den Versicherungen voll umfänglich entschädigt werden. Die vom Kreisobmann vorgeschlagene Aussetzung der Düngeverordnung (nach dieser dürften die Bauern im nächsten Jahr zwar anpflanzen, aber nicht düngen, die Redaktion) werde ich voll unterstützen.

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Es werden aber noch weitere Maßnahmen erforderlich sein. Ich habe mit der bayerischen Landwirtschaftsministerin (Michaela Kaniber, die Redaktion) gesprochen, sie wird am Freitag, den 9. Juli nach Töging kommen und sich die Schäden ansehen.

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