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Musiklehrerin gibt Tipps: So lernt Ihr Kind ein Instrument mit Freude

Wo spielt die Musik?
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Wo spielt die Musik? Alles, was Kinder an Musik heranführt, fördert die Kreativität, sagt Rosalyn Sabo.

Rosalyn Sabo spielt mehrere Instrumente und unterrichtet seit 1995 an der städtischen Musikschule in Waldkraiburg und seit 1999 in Mühldorf. Sie sagt: Mit Druck erreicht man bei Kindern, die ein Instrument lernen sollen, wenig - mit Gewohnheit und Spaß in Gruppen dagegen richtig viel.

Wenn das Kind ein Musikunterricht lernen soll, sind die klassischen Instrumente zum Einstieg ja Klavier oder Flöte. Halten Sie es für eine gute Idee, genau die zu wählen?

Erstmal ist es eine super Idee, das Kind überhaupt ein Instrument spielen zu lassen. Es gibt natürlich Instrumente, die sich von Anfang an leichter spielen lassen. Ich kann nur von mir sprechen: Ich habe mit drei Instrumenten gleichzeitig angefangen und beim Klavier habe ich natürlich gemerkt, dass man den Ton leichter erzeugen kann. 

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Doch ein Instrument richtig zu beherrschen, das ist immer schwierig. Früher wurde in den Grundschulen viel Blockflöte gespielt und im Nachhinein denke ich: Die Fingerstellung ist auch hier gar nicht so einfach. Es ist immer sehr individuell, wie zum Beispiel die Hände geschaffen sind oder die Finger der Haut. Die Zither zum Beispiel hat Stahlseite, das kann für manche Kinder schmerzhaft sein – manche fühlen gar nichts.

Wie findet man denn das ideale Instrument?

Unbedingt schnuppern! Alle Musikschulen bieten Tage der offenen Türe an. Man kann auch einfach in den Musikschulen anrufen und fragen, dort den Unterricht bei den Lehrern ausprobieren. Denn es muss vor allem auch die Chemie passen. Dann übt das Kind auch lieber und geht lieber in den Unterricht. Und: Viel anhören. Die Kinder sitzen so viel an PC, Tablet oder Handy, anstatt irgendwelcher Sendungen können sie auch mal Instrumente kennenlernen. Und natürlich: Live-Musik, Konzerte besuchen, und einfach mal im Orchester zu zeigen, was es alles gibt. Man sollte auf alle Fälle nicht einfach sagen: So, wir haben ein Klavier daheim, du lernst Klavier.

In welchem Alter sollte man denn anfangen, ein Musikinstrument zu spielen?

Ganz egal. Früherziehung gibt es ja schon ab drei oder vier Jahren oder auch Mutter-Kind-Gruppen. Am besten stellt man so früh wie möglich den Kontakt zur Musik her mit Singen, Tanzen und auch Musikhören. Im Speziellen würde ich zum Experten gehen und fragen: Ist mein Kind schon fähig, dieses Instrument zu spielen, darf es das ausprobieren? 

Fürs Gehirn ist ein Instrument zu spielen perfekt 

Ich habe aber auch ganz viele, die in der Rente erst anfangen, ein Instrument zu lernen. Wenn sich viele Erwachsene zunächst nicht trauen, müssen sie sich einfach die Frage stellen, welche Ziele sie noch haben. Will man jetzt wirklich Berufsmusiker werden oder soll es einfach nur Spaß machen? Fürs Gehirn ist es ja in jedem Alter perfekt, ein Instrument zu lernen und zu spielen.

Die Frage bewegt viele Eltern und auch Erwachsene, die ein Instrument lernen wollen, frage sich das: Wie bleibt man denn am besten dran?

Eltern sollte auf keine Fall Druck machen und stattdessen viel loben, auch wenn es noch nicht so toll klingt. Und natürlich braucht es Motivation. Perfekt ist es natürlich, wenn das Kind früh genug in eine Gruppe kommt oder im Ensemble oder in einer Band mit anderen spielt. Das motiviert irrsinnig und mit anderen zu musizieren macht Spaß. Die Lehrer können da oft gute Tipps geben, welche Kinder zum Beispiel gut zusammenpassen. Auch Auftritte sind super. Wenn die nicht angeboten werden, dann kann man einfach ins Altenheim gehen oder in die Kindergärten und Schulen und dort mal fragen: Darf ich mein Instrument mitnehmen? Außerdem gilt es von Anfang an das Üben so zur Gewohnheit zu machen wie das Zähne Putzen.

Ein kostspieliges Hobby

Es gibt aber auch einfach so Phasen, die auch Profimusiker kennen. In denen braucht man einfach mal Abstand. Und es ist jeder verschieden. Ich habe zum Glück gut Blatt Spielen können und die Lehrer haben nicht immer gemerkt, dass ich nicht so viel geübt habe. Und meine Tochter bockt auch, wenn ich sie manchmal ans Üben erinnere – aber sobald ich die Haustüre verlasse, höre ich sie schon spielen. Auch die Stücke sollten passen. Spätestens, wenn das Kind in der Pubertät ist, braucht es musikalisch schon auch die Richtung, die es privat gerne hört, um dranzubleiben.

Woran erkenne ich eine gute Musiklehrerin oder einen guten Musiklehrer?

(lacht) Das ist wie bei Köchen, oder? Jeder kann etwas und ist anders. Ich hatte im Leben acht Klavierlehrer und von jedem habe ich etwas mitgenommen. Man pickt sich immer etwas raus. Aber das wichtigste ist wirklich, dass die Chemie passt. Viele haben ja das Gefühl nach einiger Zeit Musikunterricht, dass beim Kind nichts rauskommt. Und gleich ist der Musiklehrer schlecht. Da sollte man als Eltern schon mehr schauen, woran es liegt. Jeder Profi kann einem etwas beibringen. Die Ausbildung des Lehrers sollte aber natürlich schon stimmen.

Wie wichtig ist es in ihren Augen, dass Kinder ein Instrument lernen?

Es wäre so wünschenswert, dass jedes Kind ein Instrument spielen darf. Leider ist das Hobby bei uns sehr kostspielig und es wird zum Beispiel mit dem G9, bei dem die Kinder so spät heimkommen, oft gegen Musik und für Sport entschieden, weil so viel billiger ist. In anderen Ländern ist es leider günstiger. Leihinstrumente kosten dort auch nur die Hälfte. Hier erfahren Eltern den Monatsbeitrag von meist so um die 60 Euro – und dann darf das Kind eh nicht spielen.

Auch an den Schulen sind Kunst, Sport und Musik so wichtig – und brechen immer mehr weg. Das würde ich gerne jede Woche in die Zeitung bringen. Ohne Musik wird die Kreativität überhaupt nicht ausreichend beansprucht.

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