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Bogenbauen ist zeitintensive Arbeit

Mühldorfer hat den Bogen raus

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Alexander Garreis baut Bögen selber– Geschick, Wissen und Kreativität . Ein Sport für die ganz Familie. Nicht nur der Spaß und sportliche Gedanke steht im Vordergrund, man kann mit dem Bogenschießen auch einen Volltreffer für seine Gesundheit landen

Mühldorf – Hochkonzentriert visiert Alexander Garreis sein Ziel an. Seine linke Hand umfasst einen Bogen. Den Mittelfinger und den Ringfinger hat er unter dem Pfeil positioniert. Langsam zieht er seinen Zugarm nach hinten, er lässt den Pfeil los und dann schießt der Pfeil in Sekundenschnelle nach vorne, mitten ins Schwarze. Volltreffer. Für den 54-Jährigen Mühldorfer sind solche Treffer ganz normal, denn Bogenschießen ist für ihn nicht nur ein Sport, sondern auch sein Beruf.

Bogenschießen ist für Jung und Alt

Viele denken bei Pfeil und Bogen zuerst an Robin Hood oder Indianer. Kindheitserinnerungen werden wach. Heute ist Bogenschießen jedoch ein Sport, der Jung und Alt begeistert. Seit 1972 gehört es sogar zu den olympischen Disziplinen. Blickt Garreis an seine Anfänge zurück, muss er schmunzeln. Wie viele kleine Kinder liebte auch er es als Kind mit Pfeil und Bogen durch die Wälder zu ziehen und Indianer zu spielen. „Damals gab es diese Flitzebögerl. Die Bögen wurden aus Plexiglas hergestellt, die Pfeile hatten eine Blechspitze. Für Kinder völlig ungefährlich, aber ein riesen Spaß“, erinnert sich Garreis.

Bis aus Spiel eine echte Leidenschaft wurde, sollte es noch einige Jahre dauern. 2001 wurde seine Begeisterung fürs Bogenschießen erst richtig entfacht. Damals war er Mitglied in einem Mittelalterverein in Wolfratshausen. „Ich war auf einem Mittelaltermarkt und kam mit einem Bogenbauer in Kontakt. Ich fragte ihn, was so ein Bogen denn kosten würde. Er sagte mir, etwa 700 bis 1400 Deutsche Mark (DM). Ich dachte mir ´gehe in einen Baumarkt, hol dir dort dein Material und bau dir deinen Bogen selbst`“, erzählt Garreis. Er kaufte sich dann doch kein Material im Baumarkt, sondern kehrte ein Jahr später an den gleichen Stand zurück und kaufte dort seinen ersten richtigen Bogen.

Erst als er sich selbst intensiv damit befasste wurde ihm klar, dass solch ein Preis absolut gerechtfertigt ist.

Bogenbauen ist sehr zeitintensiv

Bogenbauen ist ein Handwerk, das zeitintensiv ist und sehr viel Geschick, Wissen und Kreativität fordert. Auch das Material kostet seinen Preis. Die steigenden Holzpreise bekommen auch holzverarbeitende Betriebe zu spüren. Dafür hält der neue Besitzer eines Bogens am Ende ein echtes Unikat in seinen Händen. Mit dem Kauf seines ersten Bogens kam auch die Begeisterung fürs traditionelle Bogenschießen.

Garreis besuchte das Bogensportzentrum Chiemgau in Ruhpolding, ging zu speziellen Trainingsgeländen, schoss In- und Outdoor mit Pfeil und Bogen und wurde Mitglied im SV Dürnhausen-Habach. Die Zeit für sein Hobby war rar, denn er hatte seinen Vollzeitjob und die Freizeit gehörte in erster Linie seiner Familie. Im Jahr 2012 kam schließlich ein Wendepunkt in seinem Leben. „Ich war auf einem Mittelaltermarkt in Passau. Dort lernte ich einen anderen Bogenbauer kennen. Dieser bot Bogenbaukurse an. Ich war derart von dieser Kunst begeistert und fasziniert zugleich, dass ich kurze Zeit darauf einen Kurs bei ihm besuchte“, erinnert sich der 54- Jährige. Das war der Start für seine Selbstständigkeit als Bogenbauer. Bei dem Bogenbaukurs, der damals in Ried im Innkreis (Österreich) stattfand, erlernte er das Handwerk des Bogenbauens.

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Seit knapp 20 Jahren stellt er seine Bögen nun komplett selbst her. So auch die Sehnen daran. 2012 entwickelte er eine optimale Federstanze. Heute werden seine Federstanzen der Marke ´Shark Cutter` weltweit verkauft. Seit Februar 2020 lebt er in Mühldorf. Hier hat er seine Werkstatt, ein Atelier, sowie ein spezielles Bogenschießkino für seine Kunden und sich eingerichtet. „Bogenschießen ist eine Trendsportart, die seit etwa 20 Jahren im wachsen ist“, sagt der Mühldorfer. „In Deutschland, Österreich und Italien ist es weit verbreitet“, setzt er fort. Nicht nur der Spaß und sportliche Gedanke steht im Vordergrund, man kann mit dem Bogenschießen auch einen Volltreffer für seine Gesundheit landen. Es bietet geistig und körperlich einen schönen Ausgleich. Bei all seiner Liebe zu Pfeil und Bogen ist ihm die Familienzeit sehr wichtig. Seine Kinder Xaver (10) und Klara (11), wie auch sein erwachsener Sohn Daniel (36), der inzwischen selbst eine Familie hat, wurden mit dem Bogenschießen groß.

Dieser Sport hält die ganze Familie fit

„Wir sind eine Bogenschießfamilie“, schmunzelt Garreis und zeigt damit, dass es ein Spaß für die ganze Familie ist. Es ist für jede Person geeignet, egal ob Jung oder Alt. Selbst Menschen mit Handicap können den Sport ausüben. Man kann dem stressigen Alltag entfliehen und wieder ein bisschen Ruhe und Erholung finden. Das Selbstvertrauen wird gestärkt und Glücksgefühle werden ausgelöst, vor allem wenn man ins Ziel trifft. Bogenschießen ist ein Wechselspiel von Spannung und Entspannung.

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