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Wegen Morddrohung in anderes Gefängnis verlegt

Verpfuschtes Leben und lange Straftatenliste: Mühldorfer (37) zu Gefängnisstrafe verurteilt

In seiner Wut hat der 37-jährige Mühldorfer die Tür dieser Bank zerstört.
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In seiner Wut hat der 37-jährige Mühldorfer die Tür dieser Bank zerstört.
  • Hans Rath
    VonHans Rath
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Es ist wohl das, was man ein verpfuschtes Leben nennt: Viele soziale Kontakte kaputt, zwei Dutzende eher leichte Straftaten, Drogensucht, Gefängnisaufenthalt und schließlich eine Morddrohung. Jetzt bleibt ein Mühldorfer noch länger im Gefängnis.

Mühldorf – All das brachte einem 37-jähriger gelernten Maurer aus Mühldorf, jetzt nicht nur eine neuerliche Haftstrafe sondern auch den Umzug von einem Gefängnis ins andere. Es war eine schier endlose Liste von Straftaten, die Staatsanwalt Thomas Peter Amtsrichter Florian Greifenstein vortrug. Sachbeschädigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und unter Drogeneinfluss, Betrug, Diebstahl, Schwarzfahren und Handel mit Drogen. Der Angeklagte, der von Rechtsanwältin Anita Süßenguth vertreten wurde, räumte die Taten weitestgehend ein.

Tür in Bank demoliert

Die Sachbeschädigung beging der Angeklagte in einer Bank am Mühldorfer Stadtplatz. Zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin habe er zum dritten Mal in der Bank vorgesprochen, das Pärchen habe auf Geld gewartet, das nicht eingetroffen war. Dies hatte den Beschuldigten so erbost, dass er die Eingangstür demoliert hatte, was zu einem Schaden in Höhe von 736,95 Euro führte.

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Im August 2019 erwischte ihn die Polizei ohne Führerschein erwischt, an einer Töginger Tankstelle bezahlte er nicht und blieb 30 Euro schuldig. Außerdem klaute er aus dem Verkaufsraum eine Sparbüchse mit 90 Euro.

Im selben Monat fuhr der Angeklagte mit dem Zug nach Eggenfelden, um Drogen zu kaufen. Dabei erwischte ihn den Zugbegleiter ohne Fahrkarte.. Auf der Heimfahrt ertappte derselbe Zugbegleiter ihn ein zweites Mal, er wurde am Bahnhof Mühldorf der Bahnpolizei übergeben.

Im Januar 2019 war es ein Diebstahl, den er mit einem Komplizen in einem Mühldorfer Drogeriemarkt beging: Zehn Computerspiele zu je 19,99 Euro und ein Ladegerät im Wert von 49,99 Euro waren die Beute.

Und immer wieder Drogengeschäfte

Im Januar 2020 erfolgten vier weitere Fahrten ohne Führerschein – eine davon besonders gravierend, da sie unter Drogeneinfluss stattfand. Ein weiteres Delikt, um seine Drogensucht zu finanzieren: In einem Hofladen in der Nähe von Töging brach der Beschuldigte ein zur Kasse umfunktioniertes Vogelhäuschen auf. Die Beute betrug hier 40 Euro.

Und im Februar 2020 schließlich soll er in Kraiburg fünf Gramm Marihuana verkauft haben. Auch wenig später wurde er erwischt, als er in Mühldorf 15 Gramm Marihuana verkaufte. Den Erwerb von Drogen gestand der Angeklagte ein, den Handel bestritt er. Er habe dem Bekannten die Drogen zum Selbstkostenpreis verkauft und „nichts draufgeschlagen“.

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Gutachter Dr. Stefan Gerl, Chefarzt der Forensischen Psychiatrie im Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg, berichtete, dass der Beschuldigte einen turbulenten Lebenslauf führe: Der alkoholkranke Vater sei 2014 an Krebs gestorben, zur Mutter habe er keinen, zur Halbschwester nur wenig Kontakt.

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Aus einer Beziehung in Brandenburg habe er drei Kinder, es bestehe keine Bindung zu der Familie, er zahle keinen Unterhalt. Der Mann sei immer wieder arbeitslos und habe fünf Jahre im Gefängnis verbracht. Als Jugendlicher habe er Alkohol getrunken, mit 18 Jahren stieg er auf härtere Drogen um. Marihuana und Opiate habe er Mühldorfer durch Diebstähle finanziert.

Vor der jetzigen Verhandlung hatte er bereits 15 Einträge in Bundeszentralregister gesammelt – von Betrug und Diebstahl über Fahren ohne Fahrerlaubnis bis hin zum Drogenmissbrauch.

Einzeln lässlich, zusammen gravierend

Richter Florian Greifenstein verhängte für alle Taten eine eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Alle Taten seien zwar „lässliche Delikte, aber die Menge macht es“, sagte er. Auch die einschlägigen und durchgängigen Vorverurteilungen fielen schwer ins Gewicht. Der Verurteilte soll zusätzlich eine Entziehungskur absolvieren.

Der Amtsrichter verfügte auch, dass der Angeklagte 37-jährige in der Justizvollzugsanstalt Landshut bleiben wird. In Bernau, wo der Mann bisher seine Strafe abgesessen hat, hatte er Hinweise auf den Drogenhandel im Gefängnis gemacht. Darauf gab es gegen ihn Morddrohungen.

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