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Mühldorf wieder im Elefantenfieber

Die Aufregung ist groß:Im Wirtshaus besprechen die Mühldorfer das große Ereigns.
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Die Aufregung ist groß:Im Wirtshaus besprechen die Mühldorfer das große Ereigns.

Die Mühldorfer Theatergruppe wiederholt noch diese Woche im Haberkasten-Innenhof das 2015 aufgeführte Stück „Soliman - Der Helafant“. Frisch inszeniert, viele neue Spieler und farbenfroher als vor vier Jahren präsentiert der Kulturschupp‘n sein Historienspiel.

Mühldorf – Wiederauflage beim Kulturschupp’N. Die Mühldorfer Theatergruppe wiederholt noch diese Woche im Haberkasten-Innenhof das 2015 aufgeführte Stück „Soliman - Der Helafant“. Frisch inszeniert, viele neue Spieler und farbenfroher als vor vier Jahren präsentiert der Kulturschupp‘n sein Historienspiel.

Helefant bedeutet Sonnenkind

Helafant ist ein Kunstwort und bedeutet „Sonnenkind“. Ein solches Tier steht im Mittelpunkt des Theaterstücks, das Silvia Menzel und Christopher Luber geschrieben haben. Letzterer führt auch die Regie.

1552: Die Bevölkerung ist aufgeregt, der Neffe von Kaiser Karl V., Erzherzog Maximilian, zukünftiger König von Böhmen in die Stadt kommen soll. Er ist mit seiner schwangeren Gemahlin Maria von Spanien auf dem Weg nach Wien. In seinem riesigen Gefolge von über 200 Personen befindet sich auch der Helafant, der den Namen „Soliman“ trägt.

Liebesszene mit dem Elefantentreiber

Die Vorbereitung auf den großen Tag beginnt, lebensecht und bunt auf der Bühne dargestellt. Ein Bauer schiebt eine Schubkarre mit Stroh, eine Fischersfrau liefert Huchen und Brachsen, der Bäcker Ausgezogene. Die Bühne ist wandelbar, für bunte Szenen nutzt der Kulturschupp‘n eine zweite. Mal wirken nur die Darsteller in ihren beeindruckenden Kostümen, mal wird das Innere eines Wirtshauses nachgestellt.

Schließlich melden Kinder (Veit und Susi Reichenberger), das Nahen des Trosses. Es bahnt sich eine Liebesszene an, die Tochter des Tuchhändlers Schwan (Michael Fliegner) namens Lieselotte, dargestellt von Madelaine Frick, kommt dem indischen Elefantentreiber (Shuaib Salim Mohammed Shet), dem Mahout näher.

Sie schleicht in den Kleidern ihres Bruders ins Lager, um den Elefanten und dessen Treiber zu sehen. Sie hört jetzt auch die Schreie von Königin Maria, wohl aus Mitleid, um ihr zu helfen nähert sie sich ihr. Jene plagen fürchterliche Schmerzen während ihrer Schwangerschaft. Lieselotte gibt sich als Medicus, also als Arzt aus und vertreibt die Schmerzen der Königin, indem sie ihr mit schöner Stimme ein Lied vorsingt.

Andrea Schaumeier gibt die Königin Maria in beeindruckender Manier, sie spricht mit spanischem Akzent und ist in vielen Momenten ganz die Königin. Auch ist sie in banger Sorge um ihren Gemahl Maximilian (Benedict Korbacher), der bereits einmal schwer erkrankt war. Er vermutete, dass er in Trient vergiftet worden sei.

Zweieinhalb Stunden guter Unterhaltung

Die Königin leidet weiter unter ihren Schwangerschaftsbeschwerden, auch die beiden Ärzte Trincolo und Bordello, hinreißend komisch verkörpert von Marille Bernhart und Hans Dworzak, können ihr nicht helfen. Sie will ihren ursprünglichen Arzt, also Lieselotte wieder haben. Schließlich kommt man auf die Idee, dass Lieselotte Schwan den indischen Elefantentreiber ehelicht. Dann kann sie mit dem kaiserlichen Tross mitziehen, ein sorgenfreies, glückliches Leben führen und immer an der Seite Marias sein.

Nach zweieinhalb Stunden guter Unterhaltung verlässt man beschwingt den Innenhof des Haberkastens. So könnten sich die Ereignisse von 1552, über die nichts in den Mühldorfer Archiven zu finden ist, tatsächlich zugetragen haben.

Aufführungen gibt es noch am Donnerstag, 25. Juli, Freitag, 26. Juli und Samstag, 27. Juli, Karten an der Abendkasse oder im Kulturbüro der Stadt unter 08631/612612.

Bianka Schamper