Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Was Impfwillige jetzt wissen sollten

Trotz Ende der Priorisierung: Wenig Chancen auf schnelle Erstimpfung im Raum Mühldorf

Die zweite Impfung: Josef Späth bekommt von Hausärztin Karin Hanf Biontech gegen Corona gespritzt.
+
Die zweite Impfung: Josef Späth bekommt von Hausärztin Karin Hanf Biontech gegen Corona gespritzt.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
    schließen

Trotz des Endes der Impfpriorisierung gibt es im Landkreis Mühldorf auch nach einer Woche nur sehr wenige Erstimpfungen. Ärzte hoffen, dass sich das bald ändert.

Mühldorf – Der Andrang in der urologischen Praxis in der Mühldorfer Altstadt ist groß wie nie. Es ist Montagabend, Impftag. Fünf Ärzte praktizieren dort, jeder hat Impfstoff bestellt, der Laden brummt. Biontech, Astrazeneca, alles ist da – allerdings nur wenige Kandidaten für eine Erstimpfung.

Mehr Bewerber als Biontech und Astrazeneca

„Da gibt es etwa zwei Wochen Verzögerung“, sagt Dr. Edwin Hungerhuber, der an diesem Abend Impfdienst hat. Impfstoff erhält seine Praxis zwar in ausreichender Zahl, der Andrang der Patienten, die eine zweite Impfung bekommen müssen, ist allerdings extrem hoch.

Lesen Sie auch: Digitaler Corona-Impf-Ausweis: Apotheken im Landkreis Mühldorf gerüstet

Dazu hat auch die Verkürzung der Impfabstände durch das Gesundheitsministerium und der bevorstehende Urlaub beigetragen. „Wir hatten zeitweise über 100 Leute auf der Warteliste.“

Weiter zu wenig Impfstoff vorhanden

In der Hausarztpraxis Hanf geht es am Tag nach der Aufhebung der Priorisierung ruhiger zu: „Heute kein Tennis, kein Golf“, sagt Karin zu Josef Späth, während sie ihm die Impfung in den Oberarm gibt. Späth, der zum zweiten Mal Biontech bekommt, verspricht: „Noch etwas arbeiten und dann Terrasse.“

Beschaffung des Impfstoffs bereitet Schwierigkeiten

Ihr bereitet vor allem die Beschaffung des Impfstoffs und die Terminplanung Kopfzerbrechen: „Wir erfahren am Freitag, was wir am Montag bekommen.“ Hanf spricht von einer „Katastrophe: Eine Helferin telefoniert den ganzen Tag.“

Grundlage der Anrufe bilde ihre Patientenkartei.

Alles über Corona in der Region und aller Welt finden Sie hier

Denn trotz Aufhebung der Priorisierung gilt für Hanf: „Es gibt immer noch genug Menschen mit Vorerkrankungen, die wir zuerst dran nehmen“, spricht sie von einer „praxisinternen Priorisierung“. Großer Andrang herrsche durch junge Menschen, doch sie haben für eine Erstimpfung auch in ihrer Praxis derzeit nur wenig Chancen, obwohl Hanf betont, dass es einige Erstimpfungen gebe. Sie glaubt: „Der Impfneid wird immer größer.“

Änderung vielleicht übernächste Woche

Das liegt auch daran, dass es weiterhin zu wenig Impfstoff gibt, bestätigt Stefan Feige, Hausarzt in Ampfing. An Erstimpfungen ist bei ihm nicht zu denken: „Wir bekommen gerade so viel, dass wir die Zweitimpfung machen können.“ Vor allem für junge Leute liefen die Impfungen sehr schleppend. „Die Impfkampagne ist ins Stocken geraten.“ Das wird sich nach seiner Einschätzung im ganzen Juni nicht ändern.

Mehr aus der Region: Jahresranking der BEG zeigt – Bahnbetreiber im Landkreis Rosenheim haben Luft nach oben

Das bestätigt das Landratsamt, das unter Berufung auf die Staatsregierung zumindest für die nächste Woche nicht mit mehr Impfstoff rechnet. Ob es in der letzten Juniwoche dann mehr gebe, müsse man abwarten. Deshalb gebe es im Impfzentrum derzeit gar keine Erstimpfungen, hieß es.

Große Belastung für das Personal

In der urologischen Praxis ist es 20.30 Uhr, als sich das Wartezimmer langsam zu leeren beginnt. Edwin Hungerhuber füllt die letzten Aufklärungsbögen auf, lässt den Patienten die Dokumentation unterschreiben, bevor er ihn zu einer der Helferinnen schickt, die die Spritze setzen. „Es ist ungeheuer aufwendig“, sagt er, verbunden mit Überstunden für das gesamte Personal. „Das Problem ist: Meine Mannschaft ist am Anschlag.“

Das gilt für viele Praxen, die trotzdem weiter machen wollen. Ab der nächsten Woche dann, so sagt es Hungerhuber, auch hoffentlich wieder mit Erstimpfungen.

Kommentare