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Neues Angebot im Zentrum für Schmerztherapie

Was tun, wenn der Kopf schmerzt? Erste ambulante Kopfschmerzgruppe in Mühldorf gibt Tipps

Freuen sich, dass die eigenständige Gruppe von Kopfschmerz- und Migränepatienten so gut gelaufen ist: Lisa Maier, Dr. Hans-Helmut Gockel und Roswitha Schaaf (von links).
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Freuen sich, dass die eigenständige Gruppe von Kopfschmerz- und Migränepatienten so gut gelaufen ist: Lisa Maier, Dr. Hans-Helmut Gockel und Roswitha Schaaf (von links).
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Zum ersten Mal wurde im Zentrum für Schmerztherapie in Mühldorf eine ambulante Kopfschmerzgruppe angeboten. Menschen mit chronischen Kopfschmerzen hatten die Möglichkeit, in der Schmerztherapie neue Strategien kennenzulernen, wie sie mit ihrem Schmerz besser umgehen können.

Mühldorf – Kopfschmerzen gehören neben Rückenschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Etwa vier bis fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter täglichen und rund 70 Prozent leiden unter anfallsweisen oder chronischen Kopfschmerzen.

Für sie hat Chefarzt Dr. Hans-Helmut Gockel in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Holger Rambold, Leitender Oberarzt der Neurologischen Klinik in Altötting, ein Konzept erarbeitet, damit Betroffene ihren Schmerz besser verstehen und in der Folge besser damit umgehen können.

Eine, die bei diesem ambulanten Angebot dabei war, ist Lisa Maier aus Hebertsfelden. Sie leidet unter Migräneanfällen seit sie 13 Jahre alt ist. Sie hat vorher bereits mit Professor Rambold zusammengearbeitet und ist voll des Lobes über dieses Konzept. „Ich habe noch nie so viele Infos über Migräne bekommen, wie hier“. Da sie drei Kinder hat, war es für sie „optimal, dass ich abends nach Hause fahren konnte“.

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Aus dem Saarland, genauer aus der Stadt Mettlach, war Roswitha Schaaf in die Mühldorfer Schmerztherapie gekommen. Sie hat seit über 20 Jahren Migräne-Attacken und bereits zweimal eine multimodale Therapie bekommen. Sie sei durch ihre Tochter auf diese Gruppe aufmerksam geworden, die sich ausschließlich um Migränepatienten kümmert. Das war ihr sehr wichtig, dass „hier alles auf die Migränepatienten ausgelegt ist“, sagte sie zum Abschluss dieser ambulanten Schmerzbehandlung.

Migränepatienen dürfen nicht über ihre Grenzen gehen

Für sie war die Erkenntnis hilfreich, dass Migränepatienten weder körperlich noch geistig „über ihre Grenzen gehen sollen“. Zudem hat sie beeindruckt, dass die Patienten ganzheitlich gesehen werden und ganz verschiedene Aspekte wie Physiotherapie oder Psychotherapie genauso beleuchtet wurden wie die Ernährung oder die Schlafhygiene. „Jeder hat eine individuelle Anleitung bekommen, wie er selbst etwas gegen die Migräne tun kann“, so Roswitha Schaaf.

Angebote können in den Alltag eingebaut werden

Lisa Maier ergänzt, dass für sie Dinge wie Entspannung, Traumreisen oder Biofeedback hilfreich waren. Auch weil sie diese Methoden auch in ihren Alltag einbauen kann. „Ich habe Verträge mit meinen Kindern abgeschlossen, dass sie Rücksicht nehmen, wenn es mir schlecht geht“.

Beide waren von der Gemeinschaft, die sich innerhalb der Patientengruppe gebildet hat, beeindruckt. Dazu meinte Dr. Gockel, dass „Betroffene natürlich ein besseres Verständnis für ihre Leidensgenossen haben“.

Besser reagieren auf drohenden Anfall

Lisa Maier nimmt für sich aus dieser Therapie mit, dass sie jetzt die Sicherheit hat, bei einem drohenden Migräneanfall besser und zielgerichteter reagieren zu können. Hilfreich ist ihr auch, dass sie jederzeit bei Dr. Gockel im Zentrum für Schmerztherapie anrufen kann. „Das gibt Sicherheit“. Die Vorträge, die sie gehört haben und die sie auch ausgedruckt mitbekommen haben werden sowohl Lisa Maier als auch Roswitha Schaaf nützen, um sie ihrem Umfeld zeigen zu können. „So wächst vielleicht das Verständnis in unserem Umfeld“, hoffen beide.

Lisa Maier hat zudem eine Selbsthilfegruppe, die sich regelmäßig montags im Haus der Begegnung trifft.

Wenn der Schmerz zur eigenständigen Krankheit wird

In der Schmerzklinik werden Menschen behandelt, die unter chronischen Schmerzen leiden. Sie sorgen bei den Patienten für Beeinträchtigungen in zahlreichen Lebensbereichen. Es kommt zu einer Einschränkung der Lebensqualität, der psychischen Verfassung und des allgemeinen Wohlbefindens. Der Schmerz wird zur eigenständigen Krankheit, ohne Warn- oder Schutzfunktion. Hier setzt die Schmerztherapie an: Mit der multimodalen Therapie – einer Art Baukastensystem – wird versucht, den Patienten verschiedene Wege aufzuzeigen, wie sie mit ihrem Schmerz umgehen oder sich Erleichterung verschaffen können. Je breiter gefächert das Therapieangebot ist, um so wahrscheinlicher ist es auch, dass Schmerzpatienten Behandlungswege aufgezeigt bekommen, die für sie hilfreich sind.

Dr. Gockel und sein Team, das aus Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und sogenannten Co-Therapeuten besteht, die Felder wie Malen, Tanzen, Walken, Ernährung abdecken, machen den Patienten verschiedene Angebote, wie sie auf ihren Schmerz schauen können. Sie können sich dann aus diesem Baukasten das herauspicken, was für sie hilfreich ist, was sie weiterbringt und was sie überzeugt sind, dass sie es auch umsetzen können.

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