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Aus dem Bauausschuss

Wer steckt hinter Straßennamen? - Mühldorf prüft Konzept zur Erläuterung strittiger Benennungen

Schon mehrfach ein Streitpunkt: Ist es richtig, eine Straße nach einem Mann zu benennen, der unter den Nazis Bürgermeister der Stadt war? Die Grünen wollen den Streit dadurch entschärfen, dass sie besser über die Bedeutung von strittigen Straßennahmen aufklären.
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Schon mehrfach ein Streitpunkt: Ist es richtig, eine Straße nach einem Mann zu benennen, der unter den Nazis Bürgermeister der Stadt war? Die Grünen wollen den Streit dadurch entschärfen, dass sie besser über die Bedeutung von strittigen Straßennahmen aufklären.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Immer wieder gibt es in Mühldorf Streit um Straßennamen. Jetzt haben die Grünen einen Vorschlag gemacht, wie künftig auch strittige Namen erhalten werden können und zugleich über deren Bedeutung aufgeklärt werden kann.

Mühldorf – Die Stadt erstellt ein Konzept, nach dem ausgewählte Straßennamen in Mühldorf mit einem QR-Code versehen werden können. Einen entsprechenden Antrag hatten die Grünen gestellt. Einen QR-Code können Interessierte mit ihrem Smartphone scannen, sie gelangen dann auf eine Internetseite, auf der es Informationen über den Namensgeber der Straße gibt. Der Bauausschuss beauftrage ein entsprechendes Konzept mit sieben zu drei Stimmen.

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Laut Grünen-Fraktionssprecher Dr. Matthias Kraft entspringt die Idee der Diskussion um strittige Straßennamen in den vergangenen Jahren. Kraft sagte, der Vorschlag könne helfen, Streitereien zu beenden. „Wir können die Straßennamen behalten und darüber informieren. Es ist ein Vehikel, die Diskussion mit Anstand zu beenden.“

QR-Code soll informieren

Den Grünen geht es vor allem um Straßen, deren Namen einen geschichtlichen Hintergrund haben, der in der Vergangenheit zu Debatten geführt hat. „Nicht an allen Straßen soll ein QR-Code angebracht werden, sondern sukzessive an ausgewählten, wo es Sinn macht“, sagte Kraft.

Vor allem die Hans-Gollwitzer-Straße stand zuletzt häufiger im Brennpunkt, sie ist benannt nach dem Mann, der als letzter Nazi-Bürgermeister auch UWG-Bürgermeister nach dem Krieg war. Er war nach derzeitigem Stand der Forschung ein überzeugter Nationalsozialist und Antisemit. Durch seine Denunziation soll zumindest ein Mühldorfer – Leonhard Krieger – verhaftet worden und schließlich im KZ-Buchenwald gelandet sein. Gollwitzer hat sich auch nach dem Krieg nie öffentlich von seinen Überzeugungen distanziert und sie im Gerichtsprozess um seine Kriegsschuld verteidigt.

CSU-Vertreter wollen lieber Ruhe

Im Bauausschuss sprach sich Ulrich Niederschweiberer (CSU) gegen den Antrag aus, Diskussionen aus der Vergangenheit wieder aufzugreifen oder Straßennamen zu ändern, sei unnötig. Er bezog sich damit auf die Diskussion über die Hans-Gollwitzer-Straße ohne sie zu nennen. Oskar Stoiber (CSU) vertrat die Ansicht, es könne sich jeder im Internet über Straßennamen informieren; dem schloss sich Rudi Salfer (CSU) an, der es überflüssig nannte, Straßen mit QR-Codes zu versehen.

Auch Thomas Enzinger (SPD) bezweifelte, dass irgendjemand das Angebot nutzen werde. „Wenn es mich interessiert, setzt ich mich zu Hause hin und schaue im Internet nach.“

Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner sagte, es gehe darum ein Konzept zu beauftragen und erst über die Einführung von QR-Codes zu beschließen, wenn das Konzept vorliege. „Wir wissen noch gar nicht, wie das gehen kann: Wo kann es gespeichert werden, wer pflegt es, was kostet es.“

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Stadtverwaltung erarbeitet Konzept

Gegen die Stimmen Salfers, Niederschweiberers und Dr. Christian Leunig (UWG) beauftragte der Bauausschuss die Stadtverwaltung, ein Konzept zu erarbeiten, über das dann der Stadtrat abstimmen wird.

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