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Trotz Bedenken ihrer Mutter

Sonderimpftag in Mühldorf: Warum sich Johanna (14) für die Impfung entschieden hat

Johanna Schaffer ist 14 und hat sich am Wochenende impfen lassen. Ihre Mutter Andrea war anfangs dagegen, respektierte dann aber den Wunsch ihrer Tochter.
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Johanna Schaffer ist 14 und hat sich am Wochenende impfen lassen. Ihre Mutter Andrea war anfangs dagegen, respektierte dann aber den Wunsch ihrer Tochter.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Das Landratsamt Mühldorf bietet am Freitag einen Sonderimpftag für Kinder ab 12 Jahren an. Johanna Schaffer (14) hat ihre Erstimpfung bereits hinter sich. Im Gespräch mit den Heimatzeitungen erklärt sie, warum sie sich dafür entschieden hat.

Mühldorf – Der Landkreis Mühldorf will die Impfungen gegen Covid-19 bei der jüngeren Generation weiter vorantreiben und plant bereits für den kommenden Freitag, 9. Juli, einen offenen Impftag für Schüler. Von 13.30 bis 18 Uhr können sich dann laut Landratsamt Jugendliche ab zwölf Jahren das Vakzin von Biontech verabreichen lassen – allerdings nur in Begleitung Erwachsener.

Bis zu 700 Dosen kann das Corona-Impfzentrum in Mühldorf an einem Tag verimpfen. Zwar kamen am vergangenen Samstag nur knapp die Hälfte an maximal möglichen Personen, die sich dann das Vakzin von Biontech verbreichen ließen. Doch das Landratsamt war mit der Resonanz zufrieden.

150 Jugendliche im Impfzentrum

Wie das Landratsamt nun auf Nachfrage mitteilt, hätten besonders viele junge Landkreisbürger vom Impfangebot Gebrauch gemacht. Circa 150 Personen unter 18 Jahren seien am Samstag geimpft worden, die jüngste Person war zwölf Jahre alt.

Nur leichte Nebenwirkungen bei einer 14-Jährigen

Johanna Schaffer ist 14 Jahre alt. Auch sie hat seit Samstag ihre Erstimpfung hinter sich. Sie klagte über Kopfweh zwei Tage später, leichte Schmerzen an der Einstichstelle und fühlte sich etwas schlapp – insgesamt aber hätten sich die Nebenwirkungen des Biontech-Impfstoffs aber in Grenzen gehalten, wie ihre Mutter Andrea Schaffer erklärt.

Mutter war anfangs skeptisch

Die 46-Jährige gibt offen zu: Wenn es nach ihr gegangen wäre, dann wäre ihre 14-jährige Tochter am Samstag nicht in der Schlange vor dem Impfzentrum gestanden. „Ich war da anfangs skeptisch. Nicht was den Wirkstoff betrifft, sondern in Bezug auf die Impfung von Kindern“, sagt die Mühldorferin.

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Skepsis deswegen, weil es den Impfstoff noch nicht sehr lange gibt. Dabei ist sie selbst, ihr Mann und auch ihre ältere Tochter (24) bereits vollständig geimpft. Bei Kindern jedoch ist sie zurückhaltender eingestellt. „Aber Johanna hat von sich aus gesagt, dass sie sich impfen lassen will. Unbedingt.“ Es habe Diskussionen gegeben. Und die 14-Jährige habe ihre Standpunkte klar dargelegt.

Lockdown hat der Tochter nicht gut getan

„Meine Tochter ist eher schüchtern, zurückhaltend“, sagt ihre Mutter. „Im Lockdown hat sie sich noch mehr zurückgezogen, blieb oft nur in ihrem Zimmer, kommunizierte nur noch mit Handy“, weil man sich eben strikt an die Hygienevorschriften beziehungsweise an das Kontaktverbot gehalten habe. Andrea Schaffer berichtet, dass ihrer Tochter irgendwann die sozialen Kontakte fehlten. „Und auch die Schule, weil die in Altötting ist, und ihre Freundinnen aus Altötting und Burgkirchen kommen!“

Auch die Testpflicht in Schulen fällt weg

Zwar habe das Homeschooling ihrer Tochter bessere Zensuren beschert, doch möchte die Realschülerin nun den Schulalltag inzwischen nicht mehr missen. „Mit der doppelten Impfung fällt dann ja auch noch die Testpflicht zweimal die Woche weg“, gibt Mutter Andrea die Argumente ihrer Tochter wider.

Impfung für einen normalen Unterricht

Letztlich hat sich die Neuntklässlerin die Spritze setzen lassen, berichtet Andrea Schaffer. Sie habe sich über schiedene Plattformen informiert. Im Impfzentrum selbst sei ein Aufklärungsgespräch erfolgt. Andrea Schaffer stimmte schließlich zu.

Wie auch das Landratsamt in Mühldorf betont, erfolgt zum Impftag am Freitag eine „individuelle Risikoaufklärung“, in der mit dem Impfarzt Risiko und Nutzen abgewogen werden, bevor sich die Jugendlichen in Begleitung von Erziehungsberechtigten mit dem Impfstoff von Biontech impfen lassen können.

Zweitimpfung erfolgt bereits nach drei Wochen

Die Zweitimpfung erfolgt bereits nach drei Wochen, informiert das Landratsamt. „Damit im nächsten Schuljahr die Schulen wieder normal unterrichten können, wollen wir allen Schülern – sofern vom Alter her möglich – ein Impfangebot machen“, so der Ärztliche Leiter am Impfzentrum Dr. Jonas Hähnel.

Für Jugendliche unter 18 Jahren fehlt immer noch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission

Die Impfung für die Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren wird derzeit nicht allgemein von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen, ist jedoch nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen beziehungsweise der Sorgeberechtigten möglich, wie es dazu aus dem Landratsamt heißt. Das Angebot gilt für Schüler aller Schularten, wenn Wohnort beziehungsweise Schule im Landkreis liegen.

Für eine zügige Abwicklung im Impfzentrum bittet das Impfzentrum um vorherige Registrierung im bayerischen Impfportal.

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