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Mühldorf: Relikte der Eiszeit mit einzigartigen Lebensgemeinschaften

Zwei gepflegte Toteiskessel: Hier finden seltene Tier- und Pflanzenarten wieder einen wichtigen Lebensraum und Rückzugsort.
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Zwei gepflegte Toteiskessel: Hier finden seltene Tier- und Pflanzenarten wieder einen wichtigen Lebensraum und Rückzugsort.

Der Landschaftspflegeverband (LPV) organisiert die Umsetzung der im Rahmen des landkreisübergreifenden Projektes „Schätze der Eiszeitlandschaft“ entwickelten Pflegekonzepte zum Erhalt und zur Verbesserung der einzigartigen Toteiskesselbiotope.

Mühldorf –

Gletscherzungen schieben sich ins Land

Die Landschaft im Süden des Landkreises, südlich von Maitenbeth, Haag und Unterreit wurde im Wesentlichen vor etwa 20 000 Jahren während der letzten Eiszeit geformt. Damals schoben sich mächtige Gletscherzungen aus den Alpen in das Alpenvorland und brachten gewaltige Mengen an Steinen, Kies und Sand mit sich, welche in Form von Endmoränenwällen an der Gletscherstirn sowie als Grundmoräne abgelagert wurden.

Mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10 000 Jahren schmolzen die Eismassen ab. Durch den raschen Rückzug der Gletscher brachen einzelne Eisblöcke ab. Solche Blöcke, die die Verbindung zum „lebenden“, sich ständig in Bewegung befindenden Gletschereis verloren haben, werden als Toteis bezeichnet.

Die Toteisblöcke wurden schließlich mit Schotter und Sand überdeckt und schmolzen darunter langsam ab. Die darüber abgelagerten Gesteine sackten ab und es entstanden abflusslose, meist oval geformte Senken unterschiedlicher Größe, aufgrund ihrer Entstehung als Toteiskessel bezeichnet. Manche, in denen sich feine, wasserstauende Sedimente ablagerten, sind heute wassergefüllt und bilden sogenannte Toteisseen. In anderen Senken haben sich wertvolle Moore entwickelt.

Sie alle bilden wichtige Lebensräume und Rückzugsorte für seltene, zum Teil vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie z.B. den Kammmolch, den Kleinen Wasserfrosch oder den nur in Mooren anzutreffenden Sonnentau oder den Hochmoor-Perlmuttfalter.

Von vielen Toteiskesseln ist heute nur ein geringer Rest vorhanden. Viele Gewässer und Moore verlanden und verbuschen. Das Bayern-Netz-Natur-Projekt „Schätze der Eiszeitlandschaft“ der Landkreise Mühldorf und Rosenheim setzt sich deshalb für den Erhalt und die Pflege von Toteiskesseln und -seen im Raum Haag und Wasserburg ein. In Zusammenarbeit mit den Landschaftspflegeverbänden werden dafür Nutzungsformen der traditionellen Kulturlandschaft wiederbelebt.

In freiwilliger Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern aus Land- und Forstwirtschaft sowie privaten Besitzern organisiert der LPV die Maßnahmen, die für den Erhalt oder die Sanierung der Toteiskessel und ihrer kostbaren Tier- und Pflanzenwelt notwendig sind, von der Streuwiesenmahd über Entbuschungsmaßnahmen bis hin zu Entschlammungen von Gewässern und trägt damit zum Erhalt dieser einzigartigen Schätze der Eiszeitlandschaft im Landkreis Mühldorf bei.

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