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Jugend und Sport contra Anwohner

Mühldorf plant die größte Beachvolleyball-Anlage Südostoberbayerns - Doch der Plan hat ein Problem

Im Altmühldorfer Tal sollen sechs Beachvolleyballplätze entstehen. Stephan Kretzschmar koordiniert das 175000 Euro teure Projekt der Volleyballabteilung vom TSV Mühldorf. Der Verein hat die Genehmigung, Ende August Sand anliefern zu lassen, er kommt von den European Championships in München.
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Im Altmühldorfer Tal sollen sechs Beachvolleyballplätze entstehen. Stephan Kretzschmar koordiniert das 175000 Euro teure Projekt der Volleyballabteilung vom TSV Mühldorf. Der Verein hat die Genehmigung, Ende August Sand anliefern zu lassen, er kommt von den European Championships in München.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Mühldorfs erfolgreiche Beachvolleyballer brauchen eine neue Heimat. Die soll auf der ehemaligen Tennisanlage des SV Altmühldorf entstehen. Stadt und Verein sind dafür. Jetzt macht aber das Baurecht Probleme.

Mühldorf – Die Tage der Beachvolleyballplätze am Gelände des ESV Mühldorf sind gezählt. Das Gelände dort soll laut Sportstättenkonzept der Fußballer zukünftig alleine dem FC Mühldorf überlassen bleiben. Doch die Volleyballer des TSV Mühldorf haben bereits eine neue Heimat gefunden.

Auf den ehemaligen Tennisanlagen des SV Altmühldorf finden die Volleyballer ideale Voraussetzungen vor, um das Platzkontingent sogar zu verdreifachen. Die Planungen stellt allerdings nicht nur die Volleyballer vor große Herausforderungen. Rechtlich ist nicht gesichert, dass sie dort gebaut werden darf.

Kosten in Höhe von 175.000 Euro

Wenn Stephan Kretzschmar auf dem Areal des SVA steht, hat er schon eine klare Vorstellung davon, wie das ehemalige Tennis-Gelände zukünftig genutzt werden kann. „Sechs Beachvolleyballplätze sind geplant. Wenn alles nach Plan läuft, können wir noch in diesem Jahr die ersten Partien austragen“, zeigt sich Kretzschmar, der das Beach-Projekt begleitet, zuversichtlich.

Und es ist ein herausforderndes Projekt. Denn die komplette Investitionssumme der Sechsfeld-Anlage gibt Kretzschmar mit 175.000 Euro an. Freilich darf man dabei auf die üblichen Zuschüsse hoffen – 25 Prozent erwartet man sich vom Bayerischen Landessportverband (BLSV), weitere 20 Prozent von der Stadt im Rahmen der öffentlichen Sportstättenförderrichtlinie. Um die Ausgaben in Grenzen zu halten ist es aber auch nötig, dass auch die Mitglieder die Schaufel in die Hand nehmen, um das über 3000 Quadratmeter große Areal in eine sandige Wettkampfarena umzuwandeln. Kretzschmar spricht von rund 45 Meter auf 75 Meter, „die größte Beachanlage Südostoberbayerns. Nur Lenggries, Dachau, Amberg und Lohhof haben größere Anlagen.“

Die konkreten Planungen für die neue Beachanlage laufen in Mühldorf seit Februar. Für die Region sei es wichtig, die Volleyballstadt Mühldorf für die Zukunft gut aufzustellen. „Wir sparen uns lange Fahrten zu Meisterschaften, weil wir diese zukünftig selbst ausrichten können. Auch überregionale!“

Die sportlichen Erfolge zwingen zur Eile

Dabei drängt die Zeit. Denn man will möglichst bald auch der eigenen Sportjugend ausreichend Trainingsmöglichkeiten bereitstellen. Denn die mischt national ganz schön mit: Der dritte Platz der U15-Beachvolleyballer bei der Deutsche Meisterschaft. Ein Meistertitel von Kilian Nennhuber bei der Deutschen der U18, außerdem ein nationaler Titel für Fritz Vähning. Beim Bundespokal waren mit Felix Schinko und Maxi Himsl zwei Mühldorfer an Bord. „Solche Erfolge beflügeln uns. Es gibt der Abteilung Ansporn, Strukturen für weitere sportliche Erfolg zu schaffen“, betont Kretzschmar.

So einfach, wie sich die Volleyballer den Bau im Altmühldorfer Tal auf den Tennisplätzen des ehemaligen SV Altmühldorf vorstellen, wird es nicht. Denn im Zuge der Planungen hat sich herausgestellt: Es gibt für die Sportanlagen im Tal keine Genehmigung. „Früher hat man die nicht in dem Maß einem Genehmigungsverfahren unterzogen, wie es heute nötig wäre“, sagt er im Interview dazu. Die Folge: Die Stadt muss ein Genehmigungsverfahren auf den Weg bringen. Ob das zum gewünschten Erfolg führt, ist offen, denn Nachbarn fürchten zusätzliche Lärmbelastung durch die Beacher.

Jugendliche kommen mit dem Rad

Dieser Befürchtung widerspricht Volleyball-Abteilungsleiter Stefan Bartsch: „Wir haben wahnsinnig viele Jugendliche in der Abteilung, die alle mit dem Rad fahren. Die Verkehrsbelastung wird sicher nicht größer sein als damals zu Tenniszeiten, eher geringer.“

Bartsch betont, dass auf der Anlage kein Ganzjahresbetrieb geplant ist. Die Beachvolleyballer spielen nach seinen Angaben nur von Ende April bis Ende September. Bürgermeister Hetzl will das Genehmigungsverfahren zusammen mit dem Landratsamt auf den Weg bringen, trotz der befürchteten Widrigkeiten.

Sinnvolle Nutzung einer brachen Fläche

Für die Volleyballer gibt es jedenfall keine Alternative. „Als wir vor 24 Jahren die beiden Plätze am ESV gebaut haben, hatten wir 100 Mitglieder. Jetzt sind es 280. Und diesen Mitgliedern muss man gerecht werden!“ Alleine diese Zahl rechtfertige laut Bartsch die Vergrößerung, auch im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Abteilung, die seit Jahren mit sportlichen Höchstleistungen in den Schlagzeilen steht.

Nachdem die Tennisplätze beseitigt wurden, fristete das Gelände sein Dasein als ungenutzte Fläche. Dass die Volleyballer dieses das Areal wiederbeleben wollen, trifft in der Stadt auf Zustimmung. „Nicht zuletzt die Unterstützung der Stadt hat es uns überhaupt ermöglicht, dass wir eine neue Heimat finden“, lobt Kretzschmar den Einsatz aus dem Rathaus. „Es ist doch super, dass brach gelegene Flächen einer neuen sinnvollen und nachhaltigen Nutzung zugeführt werden. Es ist eine Stärkung des Sportstandorts Mühldorf“, betont Kretzschmar.

Um die Beachanlage zu finanzieren, hat die Volleyballabteilung ein Crowdfunding ins Leben gerufen, um auf diese Weise Spenden aus der Bevölkerung zu sammeln. Knapp 5000 Euro sind es bislang, 15.000 Euro wollen sie bis Ende September von Privatleuten sammeln, um dem Traum der Sechsfeldanlage einen Schritt näher zu kommen.

Bürgermeister Michael Hetzl zu den Plänen des TSV und dem Vorgehen der Stadt.

Wegen der Pläne des FC Mühldorf auf dem ESV-Gelände, müssen die Beachvolleyballer des TSV weichen. Wo können sie spielen?

Die wollen ins Altmühldorfer Tal. Wir müssen jetzt mit dem Landratsamt über Baugenehmigungen sprechen, was für solche Anlagen schwierig ist.

Warum? Dort gibt es doch schon Fußball- oder Tennisplätze.

Die aber nicht genehmigt sind. Früher hat man die nicht in dem Maß einem Genehmigungsverfahren unterzogen, wie es heute nötig wäre. Das bringt die Probleme. Aller Voraussicht nach brauchen wir eine komplett neue Baugenehmigung. Das Landratsamt prüft, was notwendig ist. Mein Vorvorgänger Günther Knoblauch wollte dort immer ein großes Sportzentrum. Jetzt wird sich zeigen, ob es dort überhaupt noch Sportanlagen geben kann. Wir hoffen sehr, dass es weiterhin Sportstätten geben darf.

Warum gefährdet das Genehmigungsverfahren die Sportstätten?

Ein Genehmigungsverfahren birgt immer das Risiko, dass es Probleme geben wird. Ein Großteil der Menschen sagt: ja, ja, ich bin für die Jugend, aber bitte nicht bei mir. Egal, wo wir aufschlagen, wir haben immer Probleme mit einzelnen Anwohnern. Die Stadt unterstützt den Bau der Beach-Plätze jedenfalls, wir tun alles dafür, dass es klappt.

Könnten das auch das Ende für die Fußballplätze oder die Skateranlage bedeuten?

Das das darf nicht passieren. Deshalb sind wir sehr behutsam und sehr zaghaft, wie weit wir dort vorgehen können.

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