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Neuer Leiter kommt aus Rosenheim

„Nur mit Herzblut möglich“: Das hat der neue Geschäftsführer des Roten Kreuzes in Mühldorf vor

Marco Laner ist neuer Geschäftsführer des Roten Kreuzes in Mühldorf. Dort ist er für 180 haupt- und 603 ehrenamtliche Mitarbeiter zuständig. Er hält es für seine wichtigste Aufgabe, die Ehrenamtlichen zu unterstützen.
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Marco Laner ist neuer Geschäftsführer des Roten Kreuzes in Mühldorf. Dort ist er für 180 haupt- und 603 ehrenamtliche Mitarbeiter zuständig. Er hält es für seine wichtigste Aufgabe, die Ehrenamtlichen zu unterstützen.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Die enge Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in allen Einsatzbereichen ist das Markenzeichen des Roten Kreuzes. Diese Tradition will auch der neue Geschäftsführer, Marco Laner, in Mühldorf fortführen. Was der erfahrene Leiter für harte Jahre erlebte und wie er sein neues Amt angehen will.

Mühldorf - Der Mann, der das Miteinander im Landkreis Mühldorf zusammenhalten soll, ist Marco Laner. Der Rosenheimer leitet das Mühldorfer BRK seit einigen Wochen. Um eine Baustelle muss sich der 34-Jährige nicht kümmern: Das neue BRK-Haus hat ihm Vorgängerin Tanja Maier fix und fertig hingestellt, dem nüchternen Zweckbau fehlen noch ein paar Bilder an den Wänden. Ansonsten passt es dem Verband mit seinen 180 hauptamtlichen und 603 ehrenamtlichen Mitarbeitern aber als neues Zuhause.

Die verschiedenen Dienste sind unter einem Dach untergebracht, auch für Ehrenamtliche ist ausreichend Platz. „Die Ausgangslage ist sehr gut“, sagt Geschäftsführer Laner und meint nicht nur das Haus. Er zieht seine Mitarbeiter ausdrücklich mit ein. „Ich bin zufrieden, wie der Kreisverband dasteht“, sagt er.

BRK erlebteharte Jahre

Das war zuletzt nicht immer so. Vor allem die Querelen um seinen Vorvorgänger, Marc Elsner, Spezlwirtschaft und finanzielle Unregelmäßigkeiten trieben einen tiefen Keil in den Kreisverband, kosteten den Geschäftsführer seinen Job, setzten den Vorstand unter Druck, ließen Mitarbeiter aufhören und konnten nur durch Hilfe von außen gelöst werden.

Geschäftsführerin Tanja Maier und ein neuer Vorstand brachten den Verband nach zehn Jahren wieder langsam in die Spur. Trotzdem sagt Laner: „Rechtlich ist alles geklärt, in den Köpfen glaube ich noch nicht. Da ist schon noch etwas zu tun.“ Auch bei der Unterstützung der Ehrenamtlichen, auf die sich der Streit auch übertragen hat. Dabei, das betont Laner, ist das BRK ohne Ehrenamtliche nicht denkbar, „der Verband wird vom Ehrenamt getragen.“ Die Zahlen im Kreisverband Mühldorf sprechen eine eindeutige Sprache. 290 Ehrenamtliche arbeiten bei den Bereitschaften, 60 im Jugendrotkreuz, 146 bei der Wasserwacht und 107 in anderen Bereichen wie der Asylbetreuung oder Altenarbeit. „Das Ehrenamt lebt davon, dass man Gemeinschaft hat“, sagt Laner. Damit traf der Skandal um Geschäftsführer Elsner den Verband bis ins Mark, Corona tat ein Übriges.

Diese Rückschläge gelte es aufzuarbeiten. „Unsere Stärke ist, dass wir eine sehr engagierte Mannschaft haben. Es funktioniert, wenn man Leute hat, die mit Herzblut dabei sind.“ Für Altlandrat Georg Huber, der der Vorsitzende des BRK ist, war die Ehrenamtsperspektive ausschlaggebend bei der Auswahl Laners. Er bezeichnet den neuen Geschäftsführer nicht nur als durchsetzungs-, sondern auch sehr teamfähig: „Er kann durch seine Kommunikation Menschen einbinden und auf Augenhöhe führen.“ In einer Zeit, in der es immer schwieriger werde, Ehrenamtliche zu finden, sei Laner einer, der die Bedürfnisse der Freiwilligen gut kenne. „Er kommt aus der eigenen Mannschaft und kennt die Philosophie des Roten Kreuzes gut.“

Servicestellemit aufgebaut

Laner, in Kiefersfelden aufgewachsen, absolvierte eine klassischer BRKler-Karriere, die ihn nach dem Ehrenamt beim Kreisverband Rosenheim ins Hauptamt führte. Er studierte Wirtschaftsinformatik, ein Praxissemsester brachte ihn in die Geschäftsstelle, wo er die Mitgliederverwaltung des großen Rosenheimer Verbands digital aufstellen sollte. Er baute die Servicestelle für das Ehrenamt mit auf, war in der Organisationsentwicklung tätig. Schließlich übernahm er die Verwaltungsleitung und jetzt den Chefposten in Mühldorf. Für seinen Chef, BRK-Vorsitzenden Huber, die genau richtige Qualifikaiton. „Er hat während des Studiums Praxiserfahrung gesammelt, hat sich im Studium mit der Entwicklung von Organisationen befasst und hat selbst Erfahrung im Ehrenamt.“

Laner sieht seine Aufgabe vor allem in der Unterstützung des Ehrenamts. Denn ohne die vielen Mitarbeiter zum Beispiel in der Bereitschaft wären große Sport- oder Kulturveranstaltungen nicht denkbar, viele Volksfeste unmöglich, würden nur noch wenige Rettungswagen fahren.

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