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Keine Geburten mehr im Innklinikum

Mit dem Headhunter auf Arztsuche - Doch noch Hoffnung für Mühldorfer Geburtshilfe?

Ein echter Mühldorfer: Isabelle Enzinger hat ihren Sohn Ben im Auto zur Welt gebracht. Seitdem gibt es eine Diskussion über die Schließung der Geburtsstation im Mühldorfer Krankenhaus. Jetzt hat Landrat Max Heimerl die Hintergründe näher erläutert. Und er sagt, wie die Chancen für die Entbindungsstation stehen.
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Ein echter Mühldorfer: Isabelle Enzinger hat ihren Sohn Ben im Auto zur Welt gebracht. Seitdem gibt es eine Diskussion über die Schließung der Geburtsstation im Mühldorfer Krankenhaus. Jetzt hat Landrat Max Heimerl die Hintergründe näher erläutert. Und er sagt, wie die Chancen für die Entbindungsstation stehen.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Als Reaktion auf die komplette Aufgabe der Geburtshilfe in Mühldorf fordern viele die Wiederaufnahme der Entbindungsstation. Ob es dafür Chancen gibt und wie groß die sind, weiß Landrat Max Heimerl.

Mühldorf – Zu Diskussionen über die Wiedereröffnung der Entbindungsstation im Mühldorfer Krankenhaus hat der Bericht über die Autogeburt von Ben Enzinger geführt. Zu den Befürwortern eines Erhalts der Entbindungsstation gehört der Kreisverband der Jungen Union. „Wir beobachten die Situation nun schon seit 2020 und es wird seitdem nur vertröstet. Das ist kein Zustand“, schreibt Vorsitzende Sophie Sontag-Lohmayer und fordert eine Zusage für die Wiedereröffnung der Station.

„Die Mühldorfer Hebammen und Ärzte helfen nun seit 2,5 Jahren in Altötting aus. Mir stellt sich deshalb die Frage, kann wirklich die Station in Mühldorf nicht betrieben werden oder muss Mühldorf schließen, weil Altötting kein Personal findet?“

Bei der Fusion Erhalt festgeschrieben

CSU-Kreisrat Michael Kulhanek erinnert an die Vereinbarung zum Erhalt, die mit der Fusion beschlossen worden sei. „Es gilt jetzt sich daran zu halten und Perspektiven für eine Wiedereröffnung aufzuzeigen, statt den Standort Mühldorf zu schwächen.

Schlechte Nachricht für werdende Mütter

Mühldorfs Bürgermeister bedauert die Schließung: „Das ist vor allem mit Blick auf die wohnortnahe Versorgung der werdenden Mütter eine schlechte Nachricht“, sagte Michael Hetzl. Auch im Internet äußern sich Menschen. Emil Steinbach schreibt auf Facebook: „Traurig, traurig was man da lesen muss.“

Die Hebamme Martina Meier-Banhirl erklärt auf ihrer Facebookseite: „Man schließt alle kleinen Geburtsabteilungen, und zwingt die Frauen damit weite Wege auf sich zu nehmen. Wir dürfen uns das nicht länger gefallen lassen.“ Meier-Banhirl erklärt, dass Hebammen auch alleine eine Geburt leiten dürften: „Dieses alte Handwerk ist auch in kleinen Kliniken oder außerklinischen Einrichtungen möglich.“

Qualität der medizinischen Versorgung entscheidet

Damit trifft sie einen entscheidenden Punkt, sagt Mühldorf Landrat Max Heimerl: Die Qualität der medizinischen Versorgung. Natürlich seien andere Möglichkeiten denkbar – der Landrat nennt Geburtshäuser. Aber die könnten nicht im Rahmen der Klinik betrieben werden. „Wenn wir als Krankenhaus eine Geburtshilfe anbieten, dann ist das nur unter einem hohen medizinischen Standard möglich. Denn im Zweifelsfall geht es um zwei Menschenleben“, sagt er.

Die erforderlichen medizinischen Standards seien deutlich erhöht worden. So müsse immer ein „gynäkologischer Assistenzarzt“ im Haus bereitstehen, früher habe ein Assistenzarzt einer anderen Fachrichtung gereicht. Damit benötige das Krankenhaus ein Team von mindestens fünf „gynäkologischen Assistenzärzten“ und ebenso vielen Fachärzten, die im Hintergrund abrufbereit seien. „Derzeit sind aus unserem Landkreis aber nicht genügend Gynäkologen in der Lage, diesen Dienst zu leisten“, sagt Heimerl.

Mindestens sechs Hebammen notwendig

Dazu sei ein Hebammenteam erforderlich, das aufgrund gestiegener Anforderungen aus mindestens sechs Personen bestehe. Diese Personalausstattung, betont Heimerl, bekomme das Krankenhaus Mühldorf nicht. Der Markt sei leergefegt. „Wir haben noch nie so viel Geld für die Personalsuche ausgegeben, wie diesmal.“ Über 30 Inserate habe das Klinikum geschaltet und vier Headhunter beauftragt, in Deutschland und anderen Ländern gesucht. „Wir finden einfach kein Personal, mit dem wir die Station betreiben könnten.“

Thema nicht komplett abschreiben

Er habe sich zusammen mit der Klinikleitung in den vergangenen Monaten mit runden Tischen und zahllosen Gesprächen um den Erhalt der Station bemüht, sagt Heimerl und verspricht: „Ich schreibe das Thema nicht komplett ab.“

Die Klinikleitung bedauert die Schließung und betont, dass sie die Sicherheit werdender Mütter und ihrer Babys trotz der Entfernungen zu den nächsten Krankenhäusern für gewährleistet hält. „Sie ist für den Landkreis nicht nur durch das „InnKlinikum“ Altötting gegeben, sondern auch durch zahlreiche nahegelegene Geburtshilfen in den Nachbarlandkreisen“, betont Chefarzt Dr. Peer Hantschmann, Chefarzt der Geburtshilfe.

Zusätzliche Angebote für Schwangere

Da eine Geburt im Durchschnitt zwölf Stunden dauere, hätten Schwangere genügend Zeit. „Eine überstürzte Geburt tritt nur in sehr seltenen Fällen auf“, sagt Hantschmann. „Grundsätzlich können wir Schwangeren raten, sobald die Wehen einsetzen, sich in die Klinik fahren zu lassen.“

Um die Versorgung von Schwangeren und Müttern zu verbessern, will die Klinik Angebote in Mühldorf machen. Dazu gehören spezielle Sprechstunden für Frauen und Schwangere. Außerdem soll ein Beckenbodenzentrum aufgebaut werden, zu dem auch ein stationäres Angebot gehört.

Made in Mühldorf Kampf um den Erhalt der Geburtsstation

Auf Facebook setzen sich Interessierte für die Wiedereröffnung der Geburtshilfe in Mühldorf ein

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