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Ein Jahr Corona im Landkreis Mühldorf

Mühldorfs Faschingsprinzessin erkrankte schwer an Covid 19 und spürt bis heute Folgen

Die langen Haare waren ihr Stolz. Sie fielen dem Virus zum Opfer.
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Die langen Haare waren ihr Stolz. Sie fielen dem Virus zum Opfer.
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Es hätte das tolle Jahr für Astrid Heymann werden sollen - als Mühldorfer Faschingsprinzessin. Doch noch bevor sie ihr Amt ein ganzes Jahr lang ausüben konnte, wurde sie schwer krank: Covid 19.

Mühldorf – Sie hat auch über den Tod und das Sterben nachgedacht. Das sagt Astrid Heymann. Zeit dazu hatte sie genug, weil sie zehn Tage lang im Mühldorfer Krankenhaus lag, eine Sauerstoffmaske tragen musste und keinen Besuch bekommen durfte. Die letzte Faschingsprinzessin vor Corona ist zu Beginn der zweiten Welle im Oktober 2020 schwer an Corona erkrankt.

Haarausfall machte ihr zu schaffen

Sie hatte sich „total schlapp gefühlt“ beschreibt sie ihren Zustand, nachdem sie wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurde. „Ich konnte in den ersten Stock nicht ohne eine Pause gehen“, sagt die 47-jährige Bankangestellte. Danach war sie weitere zehn Wochen zu Hause. Seit Februar geht sie arbeiten, aber sie spürt es immer noch: „Ich bin nicht so belastbar und fühle mich schnell matt“.

Den ersten Lockdown gut überstanden

Was ihr Sorgen bereitet, sind ihre Haare. Astrid Heymann war immer stolz auf ihre lange schwarze Mähne. Doch die Haare fielen ihr im Verlauf der Coronaerkrankung „büschelweise aus, sodass ich sie letztlich abschneiden ließ“.

Dabei hatte das Jahr 2020 für Astrid Heymann und ihren Mann Waldemar so positiv begonnen. Als Prinzenpaar der Faschingsgesellschaft Inntalia genossen sie die fünfte Jahreszeit, lediglich der Mühldorfer Faschingsumzug fiel damals noch einem Sturm zum Opfer.

Durch den ersten Lockdown kam die Familie unbeschadet. Astrid Heymann, die dem Virus und den Maßnahmen eher skeptisch gegenüberstand, fühlte sich sicher, sie gehörte schließlich zu keiner Risikogruppe.

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Bei Freunden angesteckt

Doch dann kam der Oktober. Ein befreundetes Ehepaar war zu Besuch und das trug, ohne es zu wissen, das Virus in sich. Während weder ihr Mann noch ihre beiden Kinder angesteckt wurden, hat es sie erwischt. „Das hat mich schon getroffen“.

Sie wachte mit Fieber auf, es stieg auf über 40 Grad. „Gerade in dieser Woche war mein Mann nicht da. Ich schleppte mich aus dem Bett, versorgte die Kinder und habe mich wieder hingelegt. Mehr ging nicht“.

Dann der Test, und noch während die Familie Heymann auf das Ergebnis wartete, verschlechterte sich Astrid Heymanns Zustand erneut. Zum Fieber kam jetzt auch noch Atemnot dazu. „Das war, als wenn jemand auf meinem Brustkorb gesessen hätte“, erinnert sie sich.

Mit dem Notarzt ins Krankenhaus

Als sie dann ein positives Testergebnis bekam und nicht wieder auf die Beine kam, ließ sie ihr Mann mit dem Notarzt ins Krankenhaus bringen. „Was das Personal dort leistet, ist schon beeindruckend“, erfuhr Astrid Heymann schnell am eigenen Leib. Das Leiden ging noch Tage lang weiter.

Noch nicht wieder fit

Nach zehn Tagen wurde sie „als positiv, aber nicht ansteckend entlassen“. Das heißt, in ihrem Nasen- und Rachenraum konnten noch Coronaviren nachgewiesen werden, die aber nicht mehr lebten, weshalb sie auch nicht mehr als ansteckend galt.

Danach hat sie noch sechs weitere Tests machen lassen müssen, bis sie wieder negativ war. Ihr Mann hatte, während sie im Krankenhaus war, das Haus komplett desinfiziert. Er war mit den beiden Kindern in Quarantäne. Zudem ist ihre 81-jährige Mutter eingesprungen, die ebenfalls negativ getestet worden war und „nicht ängstlich ist“.

Immunsystem soll gestärkt werden

Mittlerweile ist im Hause Heymann wieder so etwas wie Normalität eingekehrt, auch wenn Astrid Heymann noch nicht ganz fit ist. „An Sport ist noch gar nicht zu denken“. Sie achtet darauf, dass sie ihr Immunsystem stärkt und hätte sich gerne impfen lassen, ist aber abgelehnt worden – weil sie ja Antikörper in sich trägt.

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