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Medizinischer Vorstand des InnKlinikum in Mühldorf

Dr. Richter mit besorgniserregenden Worten: „Katastrophale Zustände“

Immer mehr Ärzte und Intensivpflegekräfte geraten in der vierten Corona-Welle an ihre Grenzen. So auch Dr. Wolfgang Richter vom InnKlinikum, der von dramatischen Zuständen mit Abverlegungen von Patienten berichtet und an die Bürger appelliert, dass nur mit dem Impfen ihrer Arbeit geholfen ist.

Mühldorf - „Im gesamten InnKlinikum befinden wir uns gerade zwischen Zuständen, die man als dramatisch, aber auch phasenweise schon als katastrophal bezeichnen kann!“ Mit diesen unmissverständlichen und klar formulierten Worten startet das zweite Video der Reihe „Klartext aus dem InnKlinikum“ auf dem Facebook-Account des Hospitals. Die Sätze gehören dem medizinischen Vorstand, Dr. Wolfgang Richter, der nach den emotionalen Worten von Pflegekraft Lisa am Montag nun einen Tag später zu Wort kam.

Aufgrund der aktuellen Situation berichtet der Mediziner, dass von den fünf möglichen Operationssälen nur zwei verwendet werden können. Somit gebe es nur Eingriffe, die von dringender Notwendigkeit sind und keine Aufschübe möglich sind. Unter den abgesagten Terminen befänden sich aber auch Patienten, die unter einem Tumor leiden.

Patienten müssen schon abverlegt werden

„Nachdem die größten Engpässe auf der Intensivstation vorliegen, ist es so, dass wir ständig Patienten abverlegen müssen. Damit der Strom unvermindert ist und sicherlich auch in den nächsten zehn Tagen nicht abnehmen wird“, so Dr. Richter, der die Vorgehensweise des InnKlinikum mit diesen Worten beschrieb. Emotional wurde der medizinische Vorstand des Klinikums als er seine persönliche Sichtweise zur ernsten Lage versuchte in Worte zu fassen: „Man ist in einem Tunnel und hofft, dass irgendwann das Licht am Ende des Tunnels auftaucht.

Keine Besserung der Zahlen in Sicht

Derzeit werden 37 Covid-19-Patienten und elf Verdachtsfälle allein im InnKlinikum Mühldorf behandelt. Sechs von ihnen mussten beatmet werden. Insgesamt wurden in den vergangenen sieben Tagen dort 44 Covid-Patienten stationär aufgenommen. Zwei Patienten sind am Montag verstorben.

Die 7-Tage-Inzidenz lag in Mühldorf am Montag auf 1027,6. Und Besserung ist leider nicht in Sicht. Mit 1025 liegt der Wert am Mittwoch weit über dem Bundesdurchschnitt. Die Hospitalisierungs-Inzidenz ist wieder gestiegen und weist nun 37,77 vor. Zum Vergleich: Die Anfang September eingeführte Krankenhaus-Ampel sprang schon bei einem Wert von 9,13 auf Stufe „gelb“.

„Jüngere Patienten benötigen längere Intensivbehandlung“

Auf die Frage, wie die derzeitige Situation im Vergleich zum letzten Jahr sei, entgegnete der Facharzt für Allgemeinchirurgie, dass zwar „eine gewisse Routine eingetreten“, aber auf der anderen Seite auch die „Erschöpfung den Mitarbeitern anzumerken“ sei. Aufgrund der „aggressiven Delta-Variante“ sei es auch beim Klinik-Personal zu Engpässen gekommen, was der Einrichtung im Kampf gegen das Coronavirus nicht gerade half. „Der große Unterschied“ bestehe aber darin, dass „jetzt viel jüngere Patienten entsprechend auch längere Intensivbehandlungen benötigen“.

Impfbitte: „Das hilft uns allen“

Die Wichtigkeit einer Impfung zeigte Dr. Richter mit den aktuellen Zahlen auf der Intensivstation auf. Den absoluten Großteil bilden demnach mit 75 bis 90 Prozent die Ungeimpften. Die restlichen Patienten seien alle schon älter und hätten Vorerkrankungen vorzuweisen. Auf den Normalstationen verhalte es sich ähnlich. Auch wenn es eine Selbstverständlichkeit ist, betonte er, dass bei der Behandlung keine Unterschiede gemacht werden. Ob der Erkrankte nun geimpft oder umgeimpft sei, spiele keine Rolle. Zuletzt äußerte der Medizinmann im Namen aller Klinikmitarbeiter folgenden „innigen Wunsch“ aus und appellierte an die Bevölkerung: „Lassen sie sich impfen. Das hilft uns allen.

Cihad Kökten

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook

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