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Kräuterbuschen zu Mariä Himmelfahrt

Besuch in Mühldorfer Naturapotheke: Wie Heilkräuter auch heute Menschen helfen können

Hilarius Häußler findet die Kräuter für den Himmelfahrtsbuschen im eigenen Biogarten. Er schört auf die heilende Wirkung der Pflanzen. Meier
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Hilarius Häußler findet die Kräuter für den Himmelfahrtsbuschen im eigenen Biogarten. Er schört auf die heilende Wirkung der Pflanzen. Meier
  • Kirsten Meier
    VonKirsten Meier
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Es ist das älteste Marienfest der katholischen Kirche: Mariä Himmelfahrt. Biobauer und Sozialpädagoge Hilarius Häußler sagt, dass der Kräuterstrauß auch nicht gläubigen Menschen helfen kann.

Mühldorf/Taufkirchen – Der Legende nach fanden die Jünger Jesu einst beim Öffnen von Marias Grab bunte duftende Blüten und Kräuter darin statt ihres Leichnams. Deshalb wurden in der katholischen Kirche an Mariä Himmelfahrt Büschel oder Sträuße aus Kräutern geweiht.

Pflanzen, Natur und Bräuche faszinieren den 46-jährigen Häußler aus Gallenbach seit seiner Kindheit. Er ist Kräuterpädagoge und hat ein umfangreiches Wissen über die Schätze der Natur.

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„Pflanzen prägen und beeinflussen unser Leben“, sagt er. „Wenn man sich dieser Pflanzenkraft bewusst ist, dann ist Mariä Himmelfahrt ein ganz wichtiger Feiertag für uns und die Natur.“

Pflanzen wirken beruhigend

Er hat zu Hause einen großen Kräutergarten. Dort finden er und seine Frau Claudia Kostbarkeiten zur Herstellung von Hausmitteln. „In der Zeit der höchsten Fülle der Natur, im August, hat man sämtliche Kräuter, um eine Apotheke für den Winter anzulegen“, weiß Häußler. Die 30 Tage zwischen Maria Himmelfahrt und Maria Namen am 15. September wurde früher „Frauendreißiger“ genannt. In dieser Zeit haben die Heilkräuter besonders viele Inhaltsstoffe, Frauen stellten Heilmittel her.

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Um traditionell Kräuterbuschen zu binden, sammelt man am Abend vor Maria Himmelfahrt verschiedene Heilpflanzen. In der Mitte des Bündels steckt die Königskerze, die auch Marienkerze genannt wird. Laut Volksglauben soll sie Blitz und Unwetter vom Hof fernhalten. Nacheinander wird das Gebinde mit weiteren Kräutern wie Dill, Johanneskraut, Wacholder, Liebstöckel, Indianernessel, Estragon, Mariendistel, Oregano, Salbei, Koriander, Fenchelblüte, Herzgespann und vielen mehr bestückt.

Fingerspitzengefühl ist beim Binden gefragt.

Jede Pflanze hat ihre eigene Heilkraft

Jede einzelne Pflanze hat laut Hillarius Häußler ihre eigene Heilkraft. Herzgespann hat seinen Namen nicht zufällig. Es ist das Heilkraut gegen Herzbeschwerden. Wacholder setzte man schon früher gegen Verdauungsbeschwerden ein und Dill soll bei Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, aber auch bei Magenbeschwerden helfen. Gegen jede Krankheit sei ein Kraut gewachsen.

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Davon waren die Menschen schon vor Jahrtausenden fest überzeugt. „Am besten man verwendet für seinen Kräuterbuschen die Pflanzen, die einen ansprechen“, sagt Häußler. „Ganz wichtig ist, dass wenn man in der freien Natur Pflanzen sammelt, man Erfahrung damit hat. Kennt sich jemand nicht damit aus, sollte er einen Fachfrau oder einen Fachmann mitnehmen. Hat man die Kräuter im heimischen Garten, ist das natürlich einfacher.“

Kopfüber im Haus aufhängen

In die Kräuterbuschen werden Schmuckblumen und Getreideähren eingebaut. Sie verleihen dem Gebinde noch mehr Pracht. An Maria Himmelfahrt segnet die Kirche das Kräuterbündel.

„Heile, was krank ist, richte auf, was da niederliegt, schenke uns die Vollendung die du Maria gegeben hast“, lautet der Kräutersegen“, sagt der Kräuterpädagoge. Nach der Segnung wird das Kräutergebinde im Haus kopfüber aufgehängt und getrocknet.

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