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Mühldorfer Behinderten-Sportverein vor dem Aus: Kein Nachfolger für den Vorsitz in Sicht

Das Sportangebot beim BSV Mühldorf könnte bald eingestellt werden.
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Das Sportangebot beim BSV Mühldorf könnte bald eingestellt werden.
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
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  • Josef Enzinger
    Josef Enzinger
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Der Behinderten- und Reha-Sportverein Mühldorf-Altötting steht vor dem Aus. Vorsitzender Erich Brunnhuber, der den Verein seit 1982 als Vorsitzender führt, sucht seit sechs Jahren einen Nachfolger und wurde bisher nicht fündig. Jetzt gibt es nur noch eine Chance.

Mühldorf – Letzte Chance um die Auflösung zu vermeiden, ist die Jahreshauptversammlung am 30. Juli in Mühldorf. Dort entscheidet sich die Zukunft des Vereins.  Eigentlich sollte beim Behinderten- und Reha-Sportverein Mühldorf-Altötting (BSV) das 50-jährige Bestehen in diesem Jahr gefeiert werden. Doch der Verein steht vor dem Aus. Trotz aller Bemühungen konnte bisher kein Kandidat für den Vorsitz gewonnen werden. Erich Brunnhuber, seit 1988 Vorsitzender des Vereins, will die Geschicke der Rehasportler in jüngere Hände legen.

Am 30. Juli sind Neuwahlen

„Ich war 50 Jahre entweder Vorsitzender oder Zweiter Vorsitzender des Vereins und das, denke ich, muss einfach mal reichen“, sagt Brunnhuber und will nun einen Schlussstrich hinter seine ehrenamtliche Tätigkeit ziehen. Seit sechs Jahren versucht Brunnhuber einen Nachfolger zu finden. „Diese Bemühungen waren aber bisher nicht erfolgreich“, teilt der jahrzehntelange Vorsitzende mit Bedauern mit.

Erich Brunnhuber steht seit über 50 Jahren an der Spitze des Behinderten-Sportvereins und sucht einen Nachfolger.

Der „Versehrtensportverein“ (VSV) wurde 1971 von den Kriegsversehrten gegründet und 1985 in „Behinderten- und Versehrten-Sportverein“ (BSV) umgetauft. Im Jahr 2009 zählte der Verein noch 241 Mitglieder, davon waren noch fünf Mitglieder kriegsversehrt. Schon damals nahmen bereits mehr als 100 Mitglieder am Rehasport teil. Die Mitgliederzahl hat sich seitdem stetig nach unten entwickelt.

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Zur Zeit haben die Behindertensportler noch rund 180 Mitglieder, alle Sparten können jedoch schon längere Zeit nicht mehr betrieben werden. „Wir haben Nachwuchsprobleme, wie alle anderen Vereine auch. Bei uns kommt hinzu, dass es immer schwieriger wird, Übungsleiter für die einzelnen Sparten zu finden. Wir übernehmen zwar die gesamten Kosten einer Übungsleiter-Ausbildung, doch auch dieses Angebot hat zu nicht mehr Übungsleitern geführt“, erklärt Brunnhuber.

Fußball-Tennis war früher eine herausragende Sparte der Mühldorfer Behinderten-Sportler. Die Turniere um die Mühldorfer Stadtmeisterschaft führten behinderte und nicht-behinderte Sportler in der Turnhalle und bei der Siegerehrung. Derzeit gibt es noch Blindentorball, Herzsport, Wirbelsäulen-Gymnastik und Schwimmen mit Wassergymnastik. Doch wie lange noch?

Im November droht die Auflösung des Vereins

Die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen ist für Freitag. 30. Juli, um 18 Uhr im Ehringer-Hof in Ehring vorgesehen. „Wenn auf dieser Versammlung kein Nachfolger für mich gefunden wird, muss ich im November erneut eine Versammlung einberufen und die Auflösung des Vereins verkünden.“ Bei einer Auflösung des Vereins ist festgelegt, dass ein finanzieller Überschuss an einen Sportverein überwiesen werden muss.

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„Ich habe mit dem Vorsitzen des TSV 1860, Stefan Schörghuber, gesprochen und der hat mitgeteilt, dass beim TSV einige Reha-Abteilungen schon bestehen, die von den Mitgliedern des ehemaligen BSV genutzt werden können. Voraussetzung dafür ist aber die Mitgliedschaft beim TSV 1860 Mühldorf“, verweist Brunnhuber auf eine mögliche Alternativlösung.

Keine 50-Jahr-Feier

Schörghuber kennt die Situation, dass es immer schwieriger wird, Leute zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren. „Und wenn es einer alleine macht, dann ist das umso mühsamer!“

Die Behindertenbeauftragte des Landkreises Mühldorf, Claudia Hausberger, fände es sehr schade, wenn sich der Verein auflösen würde: „Wir brauchen ihn, der Verein ist eine sehr wichtige Einrichtung. In all den Jahren hat Erich Brunnhuber eine sehr gute Arbeit geleistet!“ Ihr sei durchaus bewusst, dass Rehasport inzwischen auch in Therapiezentren oder Fitnessstudios angeboten werde. „Aber auch der persönliche Austausch, wie er im Vereinsleben stattfindet, gehört dazu. Gerade in diesem Bereich seien Kommunikation und Austausch über das persönliche Schicksal sehr wichtig.

Ganz hat auch Erich Brunnhuber noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass der BSV bestehen bleibt und nicht den Weg der Auflösung gehen muss. „Es ist schon eine eigenartige Situation, dass der Verein seine 50-Jahr-Feier nicht groß begehen kann, sondern vor dem Aus steht“, bedauert der Vorsitzende.

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